Iran-Reise 2015 Teil 3

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Bismillahir rahmanir rahim

20150818_152455Bild von Imam Chomeini im Sitzungssaal

Heute will ich versuchen, einen kleinen Überblick über die Tagung und das Begleitprogramm zu vermitteln.  Es wird mir nicht gelingen, alles unterzubringen, weil es erstens so umfangreich war, ich zweitens kaum hinterhergekommen bin mit meinen Notizen und ich drittens heute fertigwerden muss, denn ab morgen bin ich wieder anderweitig so beschäftigt, dass ich nicht dazu komme. Aber inschaAllah gelingt es mir, Euch ein bisschen von der Atmosphäre und den Themen rüberzubringen.

Also erst einmal muss ich sagen, dass das, was mich unter Muslimen oft so stört, der Nationalismus, bei diesem Treffen überhaupt nicht zu bemerken war. Und das war großartig. Es waren ja hunderte von Gelehrten da und ich hatte den Eindruck, dass sich ganz viele kannten und sich freuten, sich wiederzusehen. Vielleicht haben sie zusammen studiert. Ich versuche mal zu sammeln, welche Nationalitäten ich getroffen habe: natürlich Iran, Irak, Indien, Frankreich, Saudi-Arabien, Bahrain,Kanada, Ägypten, Finnland, Chile, Deutschland, Ukraine, Polen, USA, Liberia, Kenia, Mauretanien, Jemen, Ruanda, Brasilien, Argentinien, Pakistan, Niederlande, Tunesien, Kosovo, Albanien, Liberia, Afghanistan, Australien, Indonesien, Südafrika, Japan….und das ist nicht vollständig, ich bitte alle die ich vergessen habe um Entschuldigung. Im Abschlussstatement wird die Zahl von 130 Ländern genannt – man sieht also, dass ich viele vergessen oder nicht mitbekommen habe.

Wie man sich vorstellen kann, ist die Situation der Shiiten in diesen Ländern sehr unterschiedlich. Ich habe viele Kurzberichte gehört. Z.B. aus Ruanda: nach den entsetzlichen Massakern dort, gab es sehr viele Konvertierungen. Das ist ja wohl ein Zeichen, dass der Islam als vernunftbetonte Religion erkannt wurde. Leider sind aber dort auch gerade die Wahabiten sehr aktiv und versuchen mit Geldzuwendungen, die Muslime zu ihrer Sekte zu bekehren (das hat u.a.  auch in Bosnien stattgefunden. Wo es Krisen gibt, sind die da). Schön zu hören, dass es auch Shiiten gibt, die dort helfen, u.a. die Hezbollah. Die unterstützen auch in Liberia, wo es wenige, aber sehr aktive Shiiten gibt.

Auch aus Mauretanien wurde von der vermehrten Einflussnahme der Wahabiten berichtet.

Interessant: in England sind 4000 der insgesamt 5000 Moscheen von den Wahabiten finanziert! Das scheint nicht zu stören, ist doch Saudi-Arabien ein guter Verbündeter – aber neue Gesetze in England verlangen von Erzieherinnen und Lehrerinnen, dass sie „radikale“ Muslime den Behörden melden – Kinder wohlgemerkt. Und die Kriterien: dezente Kleidung, Höflichkeit, gute Leistungen…..

Anders anscheinend in Finnland, wo es den Shiiten gut geht, oder auch in Chile, wo sie anscheinend eine gute Zusammenarbeit mit der Regierung pflegen.

Viel mehr kann ich auch schon nicht über die regionalen, bzw. die Politik-Kommission sagen. Es gab viele Beiträge, die die oben genannten Themen angesprochen haben und viel zu wenig Zeit, um aus diesen Problemfeldern eine wirkliche „roadmap“ zu entwickeln.

So blieb es leider für mich dabei, dass es gut war, erfahren zu haben wie groß die shiitische Community ist, wie stark sie ist und wie sehr sie daran arbeitet, die Lehren der Ahl ul bayt a.s. zu verbreiten, aber auch welchen harten Attacken sie ausgesetzt ist: mit brutalster Gewalt im Jemen, Syrien, Irak, Bahrain u.a., mit einem „soft war“ im Iran („Kulturkrieg“ u.a. über Satellitensender), und in Westeuropa,  mit Geld und Gewalt in afrikanischen Ländern und in Osteuropa…vielleicht haben die südamerikanischen Länder im Moment noch am meisten Ruhe.

Ganz, ganz groß wurde die islamische Einheit betont. Ob bei Imam Chamenei, der sagte, dass diese seit Gründung der Islamischen Republik „Staatsräson“ ist (nein dieses Wort hat er nicht benutzt, aber es kommt mir dabei in den Sinn, wenn es darum geht, dass etwas unverrückbar ist, dank Frau Merkel), ob in vielen der gehaltenen Reden, immer wird der Zusammenhalt und die Zusammenarbeit mit den Sunniten hervorgehoben.  Mir fehlt nur leider, wie gesagt, der Plan, wie man das in alle Köpfe bekommt und vor allem in der Öffentlichkeit in dieser Deutlichkeit vermittelt.

Damit Ihr aber nicht mit meinen spärlichen Eindrücken abgefertigt werdet, habe ich einige Links zusammengesucht, mit Fotos und auch mit Reportagen, bzw. Redetexten:

Hier ein Foto aus der Politik-Kommission, man ahnt, dass ich nicht recht zufrieden bin.

kommissionHier beim Programmteil über Imam Sajjad, a.s. – das fand ich gut, aber ich glaub ich war sehr müde,🙂. Neben mir meine liebe Mitschwester aus Perth, mit der ich das Zimmer geteilt habe.

Kommission2

Foto-Links zu den verschiedenen Kommissionen und auch zum ganzen Drumherum der Tagung findet Ihr hier

Man kann sich die mehrsprachige Tagungszeitung herunterladen, sie fasste immer am Folgetag das Wichtigste zusammen: 1, 2, 3, 4

Der Stellvertreter des Hezbollah-Führers zur Zusammenarbeit von Irak und Hezbollah und zur Einheit Iraks:Interview mit Naim Qassem

Das Abschlußstatement des Kongresses:

Final Statement. 

Ich finde all die dort genannten Punkte wirklich wichtig. Es ist aber auch sehr umfangreich. InschaAllah steht uns der barmherzige Gott bei, mit allen diesen Themen voranzukommen.

Am ersten Tag, vor der offiziellen Eröffnung konnten die früh Angereisten am Freitagsgebet in Teheran teilnehmen und abends waren wir dann am Grab von Imam Khomeini, um gemeinsam einen Kranz niederzulegen und zu beten 9e852397600622eb254f8a9909b9b07c Wir hatten dann zwei intensive Tage in Arbeitsgruppen, jeweils so 12 Stunden im Kongresszentrum verbracht, dann  der Besuch bei Imam Chamenei, dann der letzte, 15 stündige Kongresstag und dann waren wir einen Tag in Mashhad, das Grab unseres 8. Imams, Imam Reza a.s. besuchen. Es wurden extra Flugzeuge gechartert um uns alle hinzubringen und wir wurden zuerst in den botanischen Garten gebracht, den ich noch nicht kannte und dort mit einem roten Teppich und einem Picknick empfangen. Dann zum Schrein, leider viel zu kurz und dann ein Mittagessen im Restaurant des Schreins. Ich war soo glücklich, wieder dort zu sein, wenn auch nur kurz. Vor zwei Jahren habe ich ja fast vier Wochen in Mashad verbracht und ich hatte dem Imam a.s. noch ganz viel Dank abzustatten.

11934957_885733438181326_2067306614977835533_nPicknick in Mashad, Bild von Sara Pastoor

20150819_110734Mit Schwestern in Mashad im Park

Hier auch noch mal von Abna24, vielleicht entdeckt Ihr bekannte Gesichter.

Ganz wenig Freizeit blieb uns, aber an einem Nachmittag war ich mit zwei Schwestern unterwegs, eine „Imamzadeh“ besuchen – das bezeichnet den Schrein eines Nachkommen der Imame, a.s., in diesem Fall einen Sohn von Imam Musa Kadhim a.s. Eine sehr beliebte Pilgerstätte in Teheran und praktischerweise gibt es gleich nebenan ein Einkaufszentrum.

Ja, das war es dann von einer wieder aufregenden und leider sehr kurzen Iran-Reise. Wieder überraschend, wieder ganz anders. Ich hab das noch gar nicht ganz verdaut.

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Iran-Reise 2015 Teil 2

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Iran-Reise 2015 Teil 2

Bismillahir rahmanir rahim

Kuppel des großen Saals im Kongresszentrum Teheran

Kuppel des großen Saals im Kongresszentrum Teheran

In Teil 1 habe ich ja über unseren Besuch beim „Obersten Führer“, Imam Chamenei, berichtet. Ich gebe zu, mir geht dieser Begriff nicht so leicht über die Lippen oder die Tastatur, dazu ist er bei uns Deutschen zu negativ besetzt. Aber diese Belastung haben die Iraner ja Gott sei Dank nicht und sie haben keine Probleme, den Revolutionsführer so zu betiteln.

Und dass ein Volk, dass einen weisen, unbestechlichen, gottesfürchtigen Führer hat erfolgreich ist, das beweisen die Iraner – man schaue sich ihre Nachbarländer an und den Iran. Was nicht bedeutet, dass es dort nicht auch Probleme genug gibt.

Davon erfährt man viel, wenn man mit den Menschen spricht, seien es Teilnehmer der Tagung die dort leben, seien es Taxifahrer (wir hatten unser eigenes „Taxi Teheran“) oder Menschen mit denen man in Geschäften, an Ständen usw. ins Gespräch kommt.

Korruption ist ein großes Thema, Umweltschutz, bzw. der Mangel daran. Und der Ärger über Präsident Rouhani, der dafür verantwortlich gemacht wird, dass die Religiosität nachlässt und der Staat nicht darauf dringt, dass die Kleidungsvorschriften besser eingehalten werden. Ich weiß nicht, ob das tatsächlich in Verantwortung des Präsidenten liegt – auch Iran hat eine Gewaltenteilung. Aber dass die Unterstützung der Religionsstudenten so gekürzt wurde, dass einige Hunger leiden, das scheint auf ihn zurückzugehen.

Interessant auch die Diskussionen um den Hunger nach ausländischen Markenwaren und um die Kopftücher die so weit nach hinten rutschen, dass eine mir bekannte Schwester das „Cabrio-Hijab“ getauft hat. Verdeck offen, sozusagen.

Eine im Iran lebende Schwester sagte, dass die Iraner gerne nachahmen, egal welchen Quatsch.

Muss wohl bei einigen so sein. Allerdings treffe ich natürlich immer mehrheitlich andere, sehr starke Persönlichkeiten. Und inschaAllah bleibt das auch so, unter dieser Führerschaft eines klugen Staatsoberhauptes, der immer darauf beharrt, die Werte der islamischen Revolution nicht zu verraten. Was nicht heißt, dass er seine „Schäfchen“ nicht kennt und auch nicht, dass er ihnen nichts gönnt. Im Gegenteil. Ein Staatsoberhaupt, dem es um das Wohl seines Volkes geht. Hätte ich auch gerne.

Zurück zum Hauptthema, dem großen Treffen der Ahlul-bayt World Assembly. Das findet übrigens alle  4 Jahre statt. Hier wird in einem Beitrag von Press TV, erstellt kurz vor der Versammlung, kurz die Aufgaben der Organisation erläutert und auch schon eines der Hauptthemen, die Herausforderung durch die Takfiri-Terroristen angesprochen.

Diese Hauptversammlungen finden wie gesagt, in vierjährigem Abstand statt und sie sind sehr hochkarätig besetzt (damit meine ich nicht mich, wie ich zu der Ehre gekommen bin, eingeladen zu werden ist rätselhaft. Jedenfalls war ich eine Ersatzperson, da es so kurzfristig war. Aber egal, ich bin jedenfalls sehr glücklich damit).

Zu den Rednern der Eröffnungsveranstaltung gehörten der amtierende Präsident Rouhani, der stellvertretende Hizbollah-Chef Sheikh Naim Qassem und Nouri al-Maliki, der ehemalige irakische Präsident. Das ist eine unvollständige Liste, ich bin nicht immer mitgekommen. Aber es gibt viele Bilder und Texte im Netz, wie z.B. hier.

Die Rede von Präsident Rouhani hat mir gut gefallen, auch wenn ich nicht zu seinem Fanclub gehöre. Kraftvolle Aussagen gegen den Versuch der Spaltung der Muslime, gegen ungerechtfertigte Gewalt und für den Schutz von Minderheiten, für das Nutzen sowohl des Verstandes, als auch militärischer Mittel im Verteidigungskampf gegen diejenigen, die mit Intrigen und Gewalt versuchen, der islamischen Republik Iran zu schaden. Hinweise auf die Lehren des Ahl-ul-bayt a.s., insbesondere Imam Sajjad, a.s., dem ein Teil der Tagung gewidmet war. Klares Bekenntnis zu Imam Khomeini, dem Gründer der Islamischen Republik.

In the name of God, the most compassionate, the most merciful

Praise be to Allah; and peace be upon Prophet Mohammad and his noble household and companions

I would like to welcome our distinguished guests to the Ahl-ul Beit world conference and wish the best success for this conference to realize its goals.

This conference is being held while the Muslim world is going through very crucial circumstances which are so unpleasant for all the Muslims: sectarianism, tribalism, conflict, violence, extremism, killing and displacement of Muslims particularly in the Middle East.

The enemies of Abrahamic faith and particularly Islam were, for many centuries, trying to promote this idea that the religious paradigm is no more relevant for modern time. The West accused religion to be reactionary and backward; and the East considered it to be the opium of human societies. Both were seeking one goal in deed. The religion which potentially and existentially negates imperialism and despotism and is indeed the source of morality and resistance will naturally act against their greed and materialistic ambitions.

The Islamic Revolution, led by the late Imam Khomeini, put a colorful end to this illusion that religion is irrelevant to modern human life and established the scope of revelation to cover all aspects of our social life including politics and management as well as our inner spiritual dimensions. This was the depth of the everlasting message of the Islamic Revolution for us. Religion for life, for freedom, for human rights; and for negation of despotism and exploitation. This message manifests the genuine power of the nation and the Islamic Ummah out of reliance on the East or the West.

Islamic movement of Iran began in the middle of the past century and after sixteen years of struggle, emerged and triumphed in the form of a unique revolution which hoisted the flag of the revival of religion all across the world. It raised a new spirit in our society and inspired the resistance of the great nation of Afghanistan against the occupation of their country by the yesterday’s superpower of the East, and marked the big movement of the revival of Islamic thought across the Middle East, and powerfully echoed the recitation of Adhan in the minarets in Central Asia and the Caucasus region, participation of the Lebanese people in the resistance against Zionism, the Islamic movement in Turkey and North of African and finally the rise of the Islamic resistance-seeking movement across the Islamic world.

The wave created by the Islamic revolution in this land, under the leadership of the late Imam Khomeini, still continues. This revolution announced that Islam is neither defined by blood nor by race. It is rather characterized by faith and morality and therefore goes beyond geographical borders, across Europe, America, Asia and Africa. This human message is capable to attract sincere followers and will do so.

We never chose to convey the message of Islam through bullets to the world. We promoted Islam through minarets, through education, through intellectual endeavors, dialogue and exchange of ideas. Our religion negates otherness but cries for human solidarity.

We follow a holy source, the holy Quran, which instructs: Give proclamation to the people who listen to all the statements and follow the best of deeds. In a free world which is not unipolar, we hear different voices and we listen to all but we choose the best.

Islamic rule in Medina began on the basis of a covenant; the Aqabah. Its development was through law, rules and mutual agreement with tribes and with people of other religions. Our prophet signed agreement with Jews, Christians and nonbelievers. He did respect these agreements until they respected it too.

It is true that Islam is truly the religion of authority but it is also the religion of peace, salutation and coexistence. Islam has blade but will never use it unless necessary. Blade remains in scabbard. It speaks with the world with logic and reasoning.

The school of thought of Ahl-ul beit is the real interpretation of Islam and Quran. Contrary to the belief of the people who want to create division in our region, we have no Shia Crescent; We have moon and full moon in Islam. We all Muslims are united against infidelity and discord.

Imam Khomeini taught us how the followers of Ah-ul beit, either Shias or Sunnis can be together and live together brotherly. The current leader of Islamic revolution has always underlined this principle of unity and has taught us to remain united.

The Islamic revolution has set up a new discourse. Revolution was a discursive change. While there were attempts by the West and the East to announce an end to the era of religion, however, the Islamic revolution made this reality clear that today is indeed the era of religion which saves humans and especially the young generation, the generation of faith and ethics.

Today, the enemy has chosen another way. The enemy has now perceived that the conspiracy of eradicating religion has been exposed. The enemy has started a new deviation i.e. the distortion of the reality of religion. The enemy wants to convert the religion of regulation, ethics, brotherhood, compassion and mercy to the religion of violence, extremism, killing, division and dissention.

We should stand against such deviation and distortion. Our Islamic Iran today is a good example. In my country, as in the time of our great Prophet Mohammad (PBUH), when the majority ruled and judged but the rights of the minority in Medina were preserved, the foundation of the establishment is based on Islam and democracy and respect to the rights of minorities as well as brotherhood between the Shias and Sunnis and even higher.

Our people are the lovers of Ahl-ul beit, either Muslim, Armenian or Zoroastrian. Our people in the day of Ashoora and Tasooa pay homage to Hossein bin Ali (AS) and his companions and respect them humbly. There is no difference between Shias and Sunnis, Muslims and non-Muslims in the history of this country.

Therefore, the school of thought of Ahl-ul beit means the school of thought of the true interpretation of Islam and Quran. You cannot find a Muslim who does not respect the Youth of Heavens. You cannot find a Muslim who does not respect the Master of the Pious Ali (AS) who was the first man to be trusted by Prophet Mohammad (PBUH). And you cannot find a Muslim who has not tied the future of the history of the world to Mahdaviyyat. We pursue the same goal and path. We should be seeking the word which is shared amongst us and you.

If the holy Quran shouts at the followers of the religions of book and Muslims that “Oh, tell the followers of the religions of book to follow which is shared among us”, today our logic before the world is the word which is shared among us. And that word in today’s world is unity and brotherhood among Muslims. That word today is a world free from violence and a Muslim world free from division and conflict.

In Iran, our Sunnis are not only our brothers, but also they defend our sovereignty, leader, law and the Constitution. Our Sunni brothers are even safeguarding our borders appropriately. In Kordestan Province, in Turkmen Sahra, part of Khorasan, Hormozgan, Sistan-Baloochestan, borders of this territory are being protected by our Sunni brothers. Our enemy wants to separate us from the real true Islam. The enemy wants to turn religion to the source of violence. All divine religions have been seeking human dignity. How come today in the name of Moses and the Jewish faith, they are killing innocent people in Palestine and slaughter women and children. Moses’ religion and the Jewish faith have been the religion of ethics not aggression. This is big deviation in an Abrahamic religion.

In Palestine, they are committing murders in the name of the Jewish faith. In some parts of Asia, they are burning humans in the name of Buda. In the Middle East, a number of ignorant and unaware people or mercenaries are committing violence in the name of Islam and Jihad and destroying mosques, churches and temples. Islam is the same religion which tells us that Jihad and defense is not solely for the safeguard of mosques. If we really need to defend and stand and resist and hoist the flag of Jihad, our Quran says, we should also defend churches, synagogues and temples in addition to mosques. The verses in the holy Quran begin with the word “defense”. “Indeed the Almighty God defends the people of faith”. This is the first Jihadi verse in the holy Quran, defending the dignity, life, religion, freedom and religious democracy in society.

Today, this heavy burden of responsibility is on our shoulder. Yesterday, for the revival of Islam against Islamophobia, and today the revival of Islam against deviation and distortion. Let’s not allow the religion of Islam, which is the religion of blessing for all the mankind, which is the religion of defending the rights of all humans, which is the religion of fairness, moderation and mercy, be represented by the enemies of Islam, through terrorist groups, as the religion of murder, violence and destruction of civilizations and human common heritage.

We are the followers of the school of thought of the infallible household of the messenger of God—the same household which raised Imam Sajjad (AS) who during the days of coercion and intimidation, managed to start a move to return hope to society with reliance on the wave of morality and ethics. He managed to teach people to say the right word and if we, under the harshest circumstances of the time, are not able to speak frankly, we should talk and communicate with the language of sign.

If you are experiencing conditions under which you are unable to tell the ruler or the holder of power, he should behave humbly with the people, and should not bully other creatures, humans and societies, then you can utter the truth with this supplication that “Oh, my God, if I am offered a post in this society, I should feel more humbleness in myself”.

Imam Sajjad (AS) has expressed a rich collection of Islamic teachings in the form of prays parts of which are accessible in a well-known book, Sahifah Sajjadiya. When last year, the English translation of this book was published and distributed in Europe, America and Canada, it received an unexpected welcome. In fact, one thousand copies of this book was sold in a short period in those areas.

Today’s world cries for the Islam of knowledge and compassion. And Islam is the Islam of peace, resistance and steadfastness.

Imam Sajjad (AS) has explained all types of rights of humans, even the rights of people toward their own limbs, families and societies.

The religion of Islam is the religion of Ahl-ul beit and the law, rules, morality and ethics, which also form the foundation of the prophet hood of the Messenger of God to complement ethics and morality.

Today, at the global lever, the government of the Islamic Republic of Iran announces that our power is concentrated in the shadow of our logic. Our power lies with our ability to negotiate and set up new discourses. We do not see our power in our mussels. Neither do we see our power in weapons and arms. Our power rests with logic and reasoning and hoisting the flag of peace. Atomic bombs have failed to bring security for the Zionist aggressors. Modern weapons, in the same manner, have not brought security for our neighbors—those who have bombarded a great, free and oppressed people as Yemenis with bombs and planes.

The power of security can be generated from science and technology, unity, integrity and solidarity as well as consolidation and morality. Our strength, scientific, moral and political power has never been and will be never used against any of the Muslim countries and neighbors in our region. With our ability and strength, we want to establish peace, stability and security in this region.

We have demonstrated that with political power and logic, we are able to sit against the world’s biggest powers and force them to surrender against the inalienable right of our nation and admit and confess that these peoples are able to use the power of logic and reasoning to defend their rights to exploit sciences and technologies such as the peaceful nuclear technology and to put an end to sanctions and misguided resolutions of the United Nations Security Council.

Your gathering in this auspicious conference aims to promote unity in the Islamic world in the name of the lovers of Ahl-ul beit (AS) for peace, stability and security in this region and the whole world, and to promote the teachings of Ahl-ul beit.

In Yemeni, Iraq, Lebanan, Syria and Palestine, there is no difference between a Shia and a Sunni. We want peace, security and brotherhood for all and development for the whole region.

Wassalamu Alaykum wa Rahmatullahi wa Barakatuh

20150818_074654Die Rede des Vertretrs der Hezbollah hat mich sehr berührt, als er sagte, dass ein gläubiger Muslim in erster Linie für die Rechte anderer einstehen muss, nicht zuerst für die eigenen! Viele Kämpfer der Hezbollah helfen wo sie nur können gegen Daesh/ISIS und viele Familien in diesem kleinen und selber so geschundenen Land haben schon ihre jungen Männer darum verloren!

Al-Maliki, dessen Verhalten ich nie verstanden habe, sprach sich auch für islamische Einheit aus und benannte die Spaltung der Muslime und das Stammesdenken in seinem Land als großes Problem. Plus dass einige ungenannte Länder und die USA und Israel die Takfiris unterstützen würden und einige Investoren in seinem Land mit denen zusammenarbeiten. Er bedankte sich beim verstorbenen Imam Khomeini, dafür, dass dieser die Botschaft verkündet habe, man müsse den USA widerstehen.

Nicht bei allen weiteren Rednern bin ich mit dem Notieren mitgekommen. Das „High Islamic Council of Irak“ und ein Ratgeber des afghanischen Präsidenten waren ebenso vertreten, wie ein Sheikh aus Bahrain, der über die großen Probleme der Shiiten in diesem Land berichtete. In einer vormals friedlichen Gesellschaft wird jetzt seit einigen Jahren gezielt von der Regierung Unfrieden gestiftet.

Aus Syrien ein Vertreter des klerikalen Seminars. Es ist schön zu hören, dass trotz aller Bedrohung und Zerstörung in der Nähe des Schreins der heiligen Zainab a.s., dort noch nie ein Freitagsgebet abgesagt wurde.

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Nach der Eröffnungszeremonie, ging es in die verschiedenen Arbeitsgruppen. Ein Teil der Tagung war wie gesagt, dem Wirken von Imam Sajjad a.s. vorbehalten, dazu gab es dann unterschiedliche Themenbereiche. Weiter ging es mit nach Regionen gegliederten „Kommissionen“, wozu in meinem Fall außer Europa auch noch Nord- und Südamerika zählten,

Ich mach dann an dieser Stelle mal wieder eine Pause, um Notizen zu sichten und damit es nicht zu lang wird.

Iran-Reise 2015 Teil 1 – Zu Gast beim Revolutionsführer

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Iran-Reise 2015  Teil 1 – Zu Gast beim Revolutionsführer

Bismillahir rahmanir rahim

Falls Ihr mich vermisst habt: ich habe eine gute Ausrede für mein Schweigen. Naja, nicht für die ganze lange Zeit, aber da war der Sommer und all das – und dass ich wirklich oft sprachlos bin in letzter Zeit. Vor lauter größtenteils schlimmen Ereignissen weiß ich gar nicht, womit anfangen. Und wenn ich mich dann entschlossen habe, ist das Thema  auch schon wieder überholt.

Aber manchmal geschehen ganz wunderbare Dinge. So vor ungefähr drei Wochen erreichte mich eine email aus der Zentrale des Ahlul-bayt-Weltverbandes, einer Dachorganisation der Schiiten mit Sitz im Iran. Ob ich Lust hätte, an ihrem 6. Welttreffen teilzunehmen – aber klar – wann denn? Und dann, ups: ca. 10 Tage später sollte es losgehen. Es begannen rasante Vorbereitungen: diverse Formulare ausfüllen, Passbilder machen, auf die endgültige Zusage warten, dann schnell ein Visum in Hamburg ergattern, das Ticket kam per mail, die Tschadors (oder heißt das Tschadore?) bügeln, packen und los gings.

Von Hamburg über Dubai nach Teheran. Mir war nicht wirklich klar, worum es bei der Tagung gehen würde, wieviele Teilnehmer sie hätte und ob ich bekannte Gesichter treffen würde. Nur mit einer Freundin aus Perth hatte ich Kontakt und wusste, dass ich sie dort wiedersehen würde, zum ersten Mal seit unserer gemeinsamen Reise im Jahr 2012.

Ich werde inschaAllah in den nächsten Tagen ein wenig mehr berichten. Nach meiner Rückkehr hat mich eine Grippe niedergestreckt, was kein Wunder war, denn es war sehr strapaziös. Und großartig.

Von einem Highlight kann ich schon mal berichten, nämlich dass wir Teilnehmer eine Audienz bei Imam Sayyid Ali Chamenei hatten, dem religiösen Führer und Staatsoberhaupt Irans. Das war ein heimlicher Wunsch von mir, von dem ich nicht dachte, dass er sich erfüllen würde, aber alhamdulillah es ist wahr geworden und ich habe den mir so lieben Menschen aus der Nähe gesehen und sprechen gehört. Er ist so bescheiden in seinem Auftreten und so weise, wie man ihn aus den Medien kennt, aber in der Nähe gewesen zu sein ist doch etwas besonderes. Wir durften keine Handys o.ä. mitnehmen, darum gibt es nur Profifotos von diesem Treffen. Zusammen mit einer Zusammenfassung der Rede, die er uns gehalten hat.

20150817Bild: Abna

Vor Gästen des Ahl-e Bait(a)Weltforums und der Union Islamischer Rundfunk- und Fernsehsender
17-08-2015

Mit Hinweis auf die 6. Vollversammlung des Ahl-e-Bait (a) Weltforums, erklärte Revolutionsoberhaupt Ajatollah Khamenei, die Befolgung des Prophetenhauses (F.s.m.i.) erfordere die Verbreitung von Islamwissen, die Beachtung der göttlichen Gebote, die größtmöglichen Bemühungen auf dem Wege Gottes und den Kampf gegen Unterdrückung und Unterdrücker, Frevel und Frevler. Er sagte, Dschihad für Gott bedeute nicht nur militärisches Vorgehen, sondern schließe auch den Kampf auf kultureller, wirtschaftlicher und politischer Ebene mit ein. Ajatollah Khamenei sagte weiter, ein aktuelles konkretes Beispiel für den Kampf auf Gottes Wegen sei die Feststellung der Vorhaben der arroganten Mächte im Islamischen Gebiet und ganz besonders in der strategisch wichtigen Region Westasien und die Planung für deren Bekämpfung, die sowohl defensiv als auch offensiv erfolgen muss. Das Oberhaupt der Islamischen Revolution verwies auf die imperialistischen Umtriebe in der Region während der letzten hundert Jahre und sagte: „Die Komplotte der arroganten Mächte in der islamischen Region sind schon seit langem im Gange. Aber der Druck und die Umtriebe wurden nach dem Sieg der Islamischen Revolution im Iran verstärkt, um zu vermeiden, dass sich ein solcher Sieg auch in den anderen Ländern wiederholt. “ Er deutete darauf hin, dass die islamisch-republikanische Staatsordnung im Iran seit 35 Jahren Zielscheibe der Drohungen, Sanktionen und politischer Sabotagen ist, und meinte, die iranische Nation sei es gewohnt, unter Druck gesetzt zu werden. Revolutionsoberhaupt Ajatollah Khamenei erklärte: „Die Feinde haben aber nach der Welle des Islamischen Erwachens, die vor einigen Jahren in Nordafrika einsetzte, aus Ratlosigkeit ihre Umtriebe in der Region Westasien intensiviert.“ Ajatollah Khamenei fuhr fort: „Sie glauben, sie hätten die Bewegung Islamischen Erwachens zerschlagen können. Aber diese Bewegung lässt sich nicht zerschlagen. Sie hält an und wird früher oder später ihre Identität beweisen.“ Ajatollah Khamenei bezeichnete die Hegemonieordnung mit den USA an der Spitze als klares Sinnbild des Feindes und unterstrich: „Die USA besitzen keine Spur an Moral und begehen bedenkenlos unter dem Deckmantel schöner Worte und hinter einer lächelnden Maske boshafte Taten und Verbrechen.“ Daraufhin legte Ajatollah Khamenei die Pläne des Feindes in der jetzigen Situation dar und sagte, dass sie auf zwei Eckpfeilern beruhen, nämlich zum einen die Erzeugung von Zwiespalt und zum anderen die Gewinnung von Einfluss. Ajatollah Khamenei sagte hinsichtlich der Spaltungsvorhaben: „Die Hervorrufung von Zwietracht unter den Regierungen und – was noch gefährlicher ist – unter den Völkern, steht auf der Tagesordnung der arroganten Mächte.“ Mit Hinweis darauf, dass man zurzeit zum Beispiel unter den Schiiten und Sunniten zu spalten versucht, bezeichnete Ajatollah Khamenei die Engländer als Spezialisten für Spaltungspolitik und die Amerikaner als deren Schüler. Er fuhr fort: „Die takfiristischen Gruppen, die schreien, entweihen und Gewalt anwenden und bei deren Entstehung die Amerikaner gemäß eigenem Geständnis mitgeholfen haben, sind das wichtigste Instrument zur Hervorrufung angeblicher Religionskonflikte unter den Völkern. Leider fallen auch einige leichtgläubige Muslime wegen fehlender Erkenntnis auf diesen Komplott herein und werden in die Verschwörung des Feindes mit eingeplant.“ Als deutliches Beispiel führte Ajatollah Khamenei den Syrienkonflikt an. Er sagte: „Als in Tunesien und Ägypten die Abgott-Regimes dank islamischer Losungen gestürzt wurden, haben die Amerikaner und Zionisten sich vorgenommen, das gleiche Rezept für die Vernichtung der Staaten des Widerstands (gegenüber Israel) zu verwenden und deshalb haben sie Syrien ins Visier genommen.“ Ajatollah Khamenei weiter: „Nach der Geschichte mit Syrien sind einige unkluge Muslime in den Verschwörungsplan miteingebaut worden. Sie haben die leeren Stellen in diesem Puzzle ausgefüllt und Syrien in die jetzige Lage versetzt.“ Das Revolutionsoberhaupt betonte: „Das heutige Geschehen im Irak, Syrien, Jemen und in den anderen Gebieten, ist keinesfalls ein Krieg zwischen Religionen oder Rechtsschulen, wie man versucht vorzuspiegeln, sondern es ist ein politisch motivierter Krieg.“ Ajatollah Khamenei fuhr fort: „Es ist heute Hauptpflicht, sich um Beseitigung der Meinungsverschiedenheiten zu bemühen… Wir haben klar und offen gesagt, dass die Islamische Republik allen muslimischen Staaten in der Region die Hand zur Freundschaft entgegenstreckt und mit den muslimischen Regierungen keine Probleme hat.“ Das Revolutionsoberhaupt fuhr fort, die Islamische Republik Iran unterhalte mit den meisten Nachbarstaaten freundschaftliche Beziehungen. „Allerdings sind einige Länder gegen uns“, fuhr er fort, wobei er unterstrich, dass der Iran jedenfalls grundlegend gute Beziehungen zu den Nachbarn und den muslimischen Staaten insbesondere zu den Völkern der Region anstrebt. Ajatollah Khamenei bezeichnete die Grundsätze Imam Chomeinis (r.h.) als Grundlagen des Vorgehens der Islamischen Republik und sage, dass die Islamische Revolution aufgrund der Treue zu diesen Prinzipien siegen und festen Fuß fassen konnte. Als eine dieser Grundlagen nannte er die Strenge gegenüber den Nicht-Muslimen und die Barmherzigkeit unter den Muslimen und erklärte: „Aufgrund der Lehre des großartigen Imams (r.h.) und der festen Linie der Islamischen Republik kennen wir keine Versöhnung mit der arroganten Front, streben jedoch nach Freundschaft und Kameradschaft mit unseren muslimischen Brüdern.“ Er fügte hinzu: „Bei der Unterstützung von Unterdrückten spielt die religiöse Rechtsschule für uns keine Rolle. Wir haben unseren sunnitischen Brüdern in Gaza genauso Unterstützung geleistet wie unseren schiitischen Brüdern in Libanon und betrachten die Palästinafrage als das wichtigste Anliegen der Islamischen Welt.“ Ajatollah Khamenei sagte zusammenfassend zu dem Thema Spaltungsversuche in dem islamischen Gebiet Westasiens: „Die Verschärfung von Konflikten in der Islamischen Welt ist nicht statthaft. Wir lehnen jegliches Verhalten und jede Maßnahme, welche Spaltung hervorruft, auch wenn sie vonseiten einiger schiitischen Gruppen erfolgen sollten, ab und verurteilen die Schmähung von Dingen, die den Sunniten heilig sind.“ Das Revolutionsoberhaupt sprach daraufhin von dem zweiten großen Vorhaben der USA, nämlich die Einflussnahme auf die Länder der Region. Er erklärte: „Den USA geht es um ihren jahrzehntelangen Einfluss in der Region und die Wiederherstellung ihres verloren gegangenen Prestiges.“ Ajatollah Khamenei verwies auf die Bestrebungen Washingtons die Ergebnisse der Nuklearverhandlungen auszunutzen und sagte: „Die Amerikaner wollen die Atomvereinbarung, deren Schicksal noch ungewiss ist und bei der noch nicht klar ist, ob sie im Iran oder den USA abgelehnt oder anerkannt wird, als einen Hebel für die Einflussnahme im Iran verwenden. Aber wir haben diesen Weg konsequent blockiert und werden mit aller Macht die Amerikaner an einer wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Einflussnahme oder einer politischen Präsenz im Iran hindern.“ Er hob hervor, dass die Regionalpolitik der Islamischen Republik einen deutlichen Gegensatz zu der Regionalpolitik der Amerikaner bildet und erklärte: „Sie (die Amerikaner) streben die Teilung der Länder der Region in kleinere abhängige Staaten an. Aber mit Gottes Macht wird das nicht geschehen.“ Ajatollah Khamenei erinnerte an seine früheren Warnungen hinsichtlich der Teilung des Iraks und sagte, einige hätten sich damals darüber gewundert, aber nun würden die Amerikaner offen von einer Teilung Iraks reden. Ajatollah Khamenei fügte hinzu: „Es ist ein konkretes Ziel der USA, den Irak und wenn möglich Syrien zu teilen, während wir großen Wert auf die territoriale Integrität der Länder der Region, Iraks und Syriens legen.“ Ajatollah Khamenei fuhr fort, der Iran verteidige die Front des Widerstandes in der Region, darunter den palästinensischen Widerstand, und unterstütze jeden, der das zionistische Regime bekämpft. Als weitere wichtige Strategie Irans bezeichnete er die Bekämpfung der Spaltungspolitik der USA und Zwietracht schürenden Zentren und sagte: „Wir betrachten die Schiiten, deren Sitz und Propaganda-Zentrale in London ist und die der Front der arroganten Mächte dazu dienen, ihr den Weg zu glätten, nicht mehr als wahre Schiiten.“ Das Oberhaupt der Islamischen Revolution verwies darauf, dass die Islamische Republik Iran alle Unterdrückten, darunter die Bevölkerung von Bahrain und Jemen verteidigt, und sagte: “Im Gegensatz zu haltlosen Behauptungen, mischen wir uns in diesen Ländern nicht ein, aber wir setzen die Unterstützung für die unterdrückten Menschen fort.“ Er kritisierte scharf den Mord an Unschuldigen in Jemen und die Verheerung dieses Landes und sagte: „Die Verfolgung einiger politischer Ziele mit stumpfsinnigen Methoden führt zur Fortsetzung der Verbrechen an der jemenitischen Bevölkerung.“ Ajatollah Khamenei sagte zusammenfassend zu diesem Thema: „In anderen Gebieten der Islamischen Welt wie in Pakistan und Afghanistan kommt es zu schmerzlichen Vorfällen, und die Muslime müssen wachsam und klug diese Probleme beseitigen.“ Im Anschluss an diesen Abschnitt seiner Rede bezeichnete das Revolutionsoberhaupt die Union Islamischer Rundfunk- und Fernsehsender als ein wichtiges Zentrum für den Widerstand gegen das sehr gefährliche Medienimperium und die raffinierte Mafia der amerikanisch-zionistischen Medien. Er forderte die Stärkung und Ausbau der Tätigkeit dieser Union. Dabei verwies er darauf, dass die Medien in den meisten muslimischen Ländern noch weit davon entfernt sind, den Wünschen ihrer muslimischen Bevölkerung zu entsprechen und sich nach der gefährlichen Politik der arroganten Mächte richten. Dazu erklärte er: „Das frevelhafte Medienimperium steht, obwohl es behauptet unparteiisch zu sein, mit seinen Fälschungen und Lügen und raffinierten Methoden im Dienste der Ziele der internationalen Gewaltherrscher.“ Ajatollah Khamenei sagte zum Schluss seiner Rede, trotz der Prahlereien der arroganten Mächte und ihrer Anhänger, sei die Macht und Größe des Islams zweifelsohne dank der Existenz von jungen Menschen, Männern und Frauen, die sich auf dem Wege Gottes einsetzen, klar und gewährleistet. Er versicherte, die Zukunft der Region werde den muslimischen Völkern gehören. Nach seiner Ansprache unterhielt sich das Revolutionsoberhaupt noch mit einigen Gästen aus der Nähe. Vor den Ausführungen Ajatollah Khameneis legte der Generalsekretär des Ahl-e Bait-Weltforums einen Bericht über die 6.Sitzung dieses Forums, an der Gäste aus 30 Ländern teilnahmen, vor. Ebenso sprach der Generalsekretär der Union Islamischer Rundfunk- und Fernsehsender über die bisherigen Tätigkeiten dieser Union.

 Deutsche Zusammenfassung gefunden hier

Den ganzen Redetext in Englisch findet man hier

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Quelle: ABNA

Diese starken Worte sollen für heute genügen. Ich brauche noch Zeit um einigermaßen zu sortieren, was ich auf der Tagung erfahren habe -leider habe ich viel zu wenig mitgeschrieben, denn die englische Übersetzung im Ohr und dann noch Notizen machen, das war nicht so einfach.

Ich kann schon mal sagen, dass es für mich zwei große Themen gab, nämlich die islamische Einheit und der Umgang mit Daesh/ISIS und deren Ablegern in diversen Ländern. Fast alle haben dieses Problem benannt. Aber es gab natürlich auch Arbeitsgruppen mit ganz anderen Themen, nur konnte ich nicht überall sein.

Teil 2

„Ich möchte einfach alleine auf die Toilette gehen können“

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Emran Feroz's Blog

Kurz nach den Anschlägen des 11. Septembers 2001 wurde der Mauretanier Mohamedou Ould Slahi verschleppt und nach Guantanamo gebracht. Dort sitzt er bis heute ein. Seine Geschichte kennt mittlerweile die ganze Welt. Slahis »Guantanamo-Tagebuch« avancierte in den letzten Monaten zum Bestseller. Yahdih Ould Slahi, einer von Mohamedous Brüdern, lebt und arbeitet in Düsseldorf. Ich habe mit ihm über das Schicksal seines Bruders gesprochen – und wie die Familie die Hoffnung auf dessen Freilassung nicht aufgegeben hat.

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Qudstag-Nachlese: wer sind eigentlich die Verteidiger der Unterdrückung?

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Qudstag-Nachlese: wer sind eigentlich die Verteidiger der Unterdrückung?

Bismillahir rahmanir rahim

Eine Woche ist die alljährliche Qudstag-Demonstration schon wieder her und über die bösen antisemitischen Demonstranten ist doch schon alles gesagt, oder?

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Die Berliner Zeitung vom 11.7.2015

Immer wieder antwortete die Menge mit antisemitischen Parolen wie „Zionisten sind Rassisten, töten Kinder und Zivilisten“ und „Muslime, Juden und Christen – Hand in Hand gegen Zionisten“. Zudem war die Parole „Gaza, Gaza bis zum Sieg!“ zu hören.

Das war wieder eine unfreiwillig komische Einlage der Springer-Presse.

Der Artikel ist ganz lesenwert, nicht wegen des wörtlichen Inhalts („Dahinter steckt nach Angaben von Sicherheitsorganisationen die schiitische Terrororganisation Hisbollah. Auf den Märschen wird die Eroberung Jerusalems und die Vernichtung Israels propagiert, auch wenn die Veranstalter offiziell gegen Antisemitismus sind.“) sondern wegen vieler Bilder und Videos, aber suchen müsst Ihr ihn Euch selber („Israel Gegner hetzen auf Protestmarsch durch Berlin“).

Mal nachgeschaut, was denn die linke Presse so zu uns zu sagen hatte:

Das „Neue Deutschland“ stößt in das „Antisemitenhorn“:

„Die Reden bei der zeitgleich stattfindenden Auftaktkundgebung des Al-Quds Tages auf dem Adenauerplatz waren durchzogen von antisemitischen Ressentiments. Anmelder Jürgen Grassmann etwa wetterte, »Tagesspiegel, Spiegel, das ist Zionistenpresse, das ist Lügenpresse«. Der zweite Redner Christoph Hörstel stieß ins selbe Horn. Die Medien würden die »dumme, blinde« Vokabel des Antisemitismus »wider besseren Wissens« nutzen, um die deutsche Bevölkerung zu »verdummen«, wie es Adolf Hitler hätte mit den Polen machen wollen. Während des gesamten Zuges huldigten Teilnehmer mit Fahnen, T-Shirts und Parolen der Terrororganisation Hisbollah.“

Linke wie Springerpresse: nicht ein Wörtchen zu den berechtigten Anliegen der von Israel unterdrückten Völker von Palästina und Libanon….und denen, an deren Unterdrückung Israel mitwirkt. Das ist nicht antisemitisch, sondern wahr. Palästinenser sind übrigens auch Semiten, während Israel als Einwanderungsland wohl überwiegend aus anderen Völkern besteht – nicht dass sie ihren afrikanischen Glaubensbrüdern freundlich gegenüber stünden.

Israel ist rassistisch, ein Apartheidstaat, basiert auf einer beispiellosen Vertreibung und fordert sein „Existenzrecht“, wegen der Verbrechen unserer deutschen Vorväter. Niemand kann mir erklären, warum die Palästinenser für die Untaten unserer Vergangenheit büßen sollen.

Ein solches Land wird natürlich keinen Bestand haben, fragt sich nur, wieviel Opfer es noch fordern muss, bis endlich die Vernunft siegt und ein gemeinsamer Staat aller Volksgruppen und Religionen geschaffen wird. Denn die Zweistaatenlösung ist nun einmal tot, angesichts des immer weiter fortschreitenden Landraubs.

Warum eigentlich glauben diejenigen, die sich doch angeblich für den Frieden einsetzen, nicht daran, dass Juden, Muslime und Christen gleichberechtigt zusammenleben können?

Genau – ich wollte doch hinschauen, wer da so aufruft und nicht zum wiederholten Male ausgiebig die Positionen der Teilnehmer der Quds-Demo darlegen.

Also aufgerufen gegen den Quds-Tag haben u.a. eine

„Association Belle Vie“ – eine Organisation, die sich „freiheitlich-kommunistisch nennt. In ihrem Pamphlet gegen den Qudstag erklärt sie Widerstand gegen Zionismus als quasi „wahnhaft“ und vermengt ausgiebig Islam- und Irankritik.

In Anbetracht der Staatsgründung Israels, das damit zum Repräsentanten westlichen Lebens in unmittelbarer Nähe wurde, der unvorhergesehenen und als entwürdigend empfundenen Niederlage im 6-Tage-Krieg und der zunehmend internen Konflikthaftigkeit der islamistischen Strömungen spitzte sich diese antiwestliche Haltung zunehmend antisemitisch zu.

Ausgiebiges Geschwurbel, „Islamkritik“ genannt mündet schließlich in diesem Fazit:

Antizionismus nennt sich der Umweg, der versucht den Jüdinnen und Juden das Recht auf Selbstverteidigung zu entziehen, ohne sie dabei wenigstens noch beim Namen zu nennen. Richtet er sich doch „nur“ gegen die jüdische Bestrebung eines eigenen Nationalstaates, die einzige Form in der kapitalistischen Verfasstheit der Welt, die fähig ist, Schutz zu bieten.

Sich dieser Erkenntnis und seiner Ohnmacht bewusst zu sein, heißt sich bedingungslos solidarisch mit Israel zu erklären. Bedingungen zu nennen, verkennt die Alternativlosigkeit in Anbetracht der Vernichtungswünsche der AntisemitInnen. Es bedeutet nichts anderes, als Juden und Jüdinnen erneut der Verfolgung und Schutzlosigkeit ohne eigenen Staat auszusetzen. Die derzeitige massenhafte Flucht europäischer Juden und Jüdinnen vor allem aus Frankreich nach Israel belegt eine einfache Wahrheit heute aufs Neue: Der Zionismus ist berechtigt.

Eine „kommunistische“ Organisation, die sich bedingungslos auf Seiten Israels stellt und gar nichts an der Vertreibung der Palästinenser aus ihrer Heimat auszusetzen hat. Motivation: Islamhass und Kritik an der Islamischen Republik Iran, die hier als Organisator des Quds-Tages benannt wird. Und weil Iran islamisch ist und man den Islam hasst, überlässt man die Palästinenser ihrem Schicksal und unterstützt bedingungslos das faschistische zionistische israelische Regime.

Die Juden wurden verfolgt, das ist richtig. Was können die Palästinenser für den Holocaust?

Weitere Lektüre auf der Seite ist ganz unterhaltsam – unter dem Stichwort des „Antideutschen“ mischt sich dort allerlei berechtigte Kritik mit Unterstützung von TTIP und Co. Man will ja schließlich nichts gegen die Amerikaner sagen und feiert die Besetzung Deutschlands. Was haben sie denn nur, die Antideutschen, wir sind doch noch immer besetzt und machen was die Amerikaner wollen – auch wieder nicht recht?

Ja, das war ein Beispiel aus der Teilnehmerliste der Anti-Quds-Demo. Ein weiteres: der „Lesben- und Schwulen-Verband“. Hä?

Sind alle Israelis schwul, oder was tut der Verband dort? Es geht gegen die Unterdrückung der Palästinenser, was hat das mit irgendjemandes sexueller Orientierung zu tun? Aufklärung fand ich nicht auf der Seite des Verbandes selber, aber bei der TAZ:

Diesmal ruft auch der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) zum Protest gegen die Al-Quds-Demonstration auf. „Wir tun das angesichts der furchtbaren Situation Homosexueller im Iran und aufgrund der homophoben Inhalte der Ideologie, in deren Tradition dieser Tag steht“, sagt Sprecher Jörg Steinert.

In dem Artikel wird erwähnt, dass die Entscheidung sich dort zu beteiligen, im Verband nicht unumstritten ist. Und wieder wird hier was verwechselt: wenn einem iranische Politik nicht passt, warum wird dann gegen das Recht der Palästinenser auf Heimat, Sicherheit und Frieden demonstriert?

Anscheinend – und das ist der Kritikpunkt bei der internen Auseinandersetzung innerhalb des Verbandes – wirbt die israelische Regierung geradezu um Schwule und Lesben, um das Ansehen ihres Landes zu verbessern. Dabei verbietet das Judentum diese sexuellen Praktiken ebenso wie der Islam, mit drastischen Strafandrohungen.

Die Normen finden wir in der Heiligen Schrift und, mehr beiläufig, im Talmud, den für das Judentum grundlegenden beiden Büchern. In der Bibel steht das strikte Verbot: „Du sollst nicht mit einem Mann schlafen, wie man mit einer Frau schläft; ein Greuel ist das.“ (Wajjikra/Lev 18, 22). Und, zwei Kapitel weiter, noch schärfer: „Wenn ein Mann mit einem Mann schläft wie mit einer Frau- ein Greuel haben beide verübt, sterben, ja sterben sollen sie, ihr Blut über sie!“ (ebd 20, 13). Beide Verbote stehen nicht für sich; sie sind jeweils eingebettet in eine ganze Reihe von Verboten der verschiedensten sexuellen Praktiken.

Die Mischna (mSanhedrin 7, 4) bekräftigt die biblische Androhung der Todesstrafe für den sexuellen Verkehr zwischen zwei Männern). Auch wenn dies unter veränderten Verhältnissen nur noch symbolische Bedeutung hat, zeigt es doch deutlich die anhaltende Schärfe der Verurteilung.

Der Talmud (bSanhedrin 54a) bekräftigt diese Einstellung. Wenn es sich um zwei erwachsene Partner handelt und sie beide einvernehmlich handeln, müssen beide sterben, andernfalls nur der erwachsene Partner oder der Vergewaltiger. An einer anderen Stelle allerdings erklärt der Talmud kurzerhand, dieses Problem existiere für das Judentum nicht, da es keine jüdischen Homosexuellen gebe.

Nun, das ist nicht der einzige Widerspruch zwischen Judentum und „jüdischem“ Staat wie wir wissen und wie die Rabbiner von „Neturei Karta“ auf der Demo zum Al-Quds-Tag immer wieder betonen (die Rede hab ich auf Youtube nicht gefunden und leider auch nicht den Text auf der Seite des Quds-Tages, vielleicht kommt das ja noch).

Aber weiter zu den übrigen Gegendemonstranten.Bei der grünen Jugend Berlins fand ich gar nichts auf der Homepage, auch wenn sie sich dem Bündnis angeschlossen hatte. Da hat man es sich wohl bequem gemacht und nicht Stellung bezogen, was man denn mit der Teilnahme bezwecken wollte – und erst recht nicht, was man zum Schicksal der Palästinenser, Libanesen und anderer unterdrückter Völker so denkt. Z.B., dass Israel dem „Stabilitätsfaktor in der Region“ Saudi-Arabien mit Waffen und Flugzeugen hilft, das jemenitische Volk zu bombardieren, weil dieses gewagt hat, einen Regierungschef der zugesagte Wahlen nicht abgehalten hat, wegzujagen.

Also weitere „Highlights“ auf der Unterstützerliste der Gegendemo sind „Stop the Bomb“, ein ebenfalls „antideutsch“ orientiertes Bündnis, das zunehmend verzweifelt die Gefahr der iranischen Atombombe beschwört. Hat also auch keinerlei Bezug zu den Palästinensern, oder gar Mitgefühl mit ihnen, bedingungslose Israeltreue. Man will also auch keine realen israelischen Bomben stoppen, sondern nur fiktive iranische.

Bisher legen sich also gegen die Freiheit des palästinensischen Volkes (und aller Völker) Leute ins Zeug, die vor lauter Islam-/Iranhass nicht differenzieren können, oder vor lauter antideutschem Selbsthass es unbedingt den Siegermächten recht machen wollen – vor allem einer Siegermacht natürlich, oder die weiter nicht überlegt haben, sondern einfach „Hier“ geschrien, weil es ja gegen Antisemitismus geht, das muss ja ne gute Aktion sein.

Mal sehen, wen ich noch auf der Liste finde:

Die Jusos sind dabei, allerdings nur die aus den Bezirken Berlin und Hannover. Die sind gegen Antisemitismus, schreiben sie auf ihrer Homepage und

..wir wollen uns mit der Welt, wie sie ist, nicht abfinden. Wir Jusos stehen für eine Welt ein, in der Ausbeutung, Ausgrenzung und Kriege der Vergangenheit angehören. Wir kämpfen für eine globale Friedensordnung, die mehr als nur die Abwesenheit von Kriegen kennt.

Tja, auch so ein Grüppchen, dass es sich einfach macht. Vermutlich angeschrieben worden, dass böse Antisemiten in Berlin demonstrieren wollen und einfach mal unterschrieben für den guten Zweck. Und dabei ganz vergessen zu überprüfen, ob dieser Aufruf denn zu ihren löblichen Zielen passt. Aber was kann man von einer Organisation der SPD auch erwarten, einer Partei die Israel einen Wald auf geraubtem Land schenken wollte? Die Israel „die wahr gewordene Hoffnung auf die Freiheit eines Volkes“ nennt?  Ein erfüllter Traum, auf Mord und Zerstörung eines anderen Volkes aufgebaut. Da hilft auch keine leise Kritik, man möge es doch nicht übertreiben mit Siedlungen und Isolation. Die Botschaft ist auch hier, bedingungslose Solidarität. Also kommt man als SPD-Verein gelaufen, wenn gegen den Islam gerufen wird. Oder gegen Iran. Worum ging es noch mal, beim Quds-Tag?

Gut, die Aufrufe auf den Homepages der aufrufenden Organisationen sind weitgehend abgeschrieben. Für diesen „linken“ Teil kann ich wirklich nur feststellen, dass hier blindlings der Mär von den antisemitischen Muslimen gefolgt wird und völlig kritiklos gegenüber israelischer Politik zur Unterstützung von Landraub, Unterdrückung, Apartheid, Rassismus aufgerufen wird, für die Isolation von 2 Millionen Menschen im Ghetto von Gaza. Keine Rede vom berechtigten Widerstand eines geknechteten Volkes, nichts über eine Perspektive für die Menschen in den (auch nach UNO-Resolutionen) besetzten Gebieten, nicht über Rückkehr von Flüchtlingen.

Damit sind diese Leute auf dem stumpfsinnigen Niveau einer Kanzlerin, die zu einem palästinensischen (!) Flüchtlingskind sagt, man können leider nichts für seine Familie tun. Doch: wir müssen für alle etwas tun, an deren Schicksal mit mit schuld sind und das ist in diesem Fall offensichtlich.

Es gibt aber noch ein „bürgerliches“ Lager, das gegen den Qudstag aufruft. Dazu gehören natürlich die Deutsch-Israelische Gesellschaft, aber auch die Amadeu-Antonio-Stiftung, die Initiativen für Zivilgesellschaft und demokratische Kultur fördern will. Nun: wenn man sich in Deutschland gegen die „Staatsräson“ stellt, ist das ja wohl zivilgesellschaftlich und demokratisch, aber natürlich hört bei Israel die Demokratie auf.

Parolen wie „Tod den Juden“ sind auch auf dem am 11. Juli stattfindenden Al-Quds-Marsch eher Regel als Ausnahme.

behaupten die Organisatoren von „Amadeu-Antonio“ und das ist eine unverschämte Lüge. Es hat sich der jemenitische Redner so geäußert, das ist richtig – aber das haben die meisten nicht verstanden, sonst hätten sie ihn ausgebuht. Klare Ansage ist am Qudstag jederzeit, dass Judentum und Zionismus nichts miteinander zu tun haben.

Muslime, Juden und Christen – gemeinsam gegen Zionisten

wie oben erwähnt. Amadeu Antonio war das Opfer von rassistischer Gewalt. Wie kann die nach ihm benannte Stiftung einen rassistischen Staat unterstützen? Schämt Ihr Euch nicht?

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 Zu guter Letzt muss ich leider noch den DGB erwähnen, der einen Rundumschlag machte und sich von Israel bis zur Homosexualität für die allseitige Integration ausspricht. Gar nicht gehemmt sein will er beim „antimuslimischen Antisemitismus“. Sehr allgemein bleibt er bei diesem Thema und kann nicht konkret nicht benennen, wo er denn Antisemitismus gesehen hat – aber den Quds-Tag muss man verbieten.

„Antisemitismus ist die Wurzel des Hasses auf Israel“. Sicher? Vielleicht macht sich Israel verhasst durch seine menschenverachtende Politik?

Wie soll die vom Redner gewünschte Verständigung entstehen? Durch Bomben?

 

Ein kleiner Gag zum Schluss noch, dass angeblich die „Aleviten“ die Gegendemonstration unterstützt haben. In Wirklichkeit war das der „Alevitisch-christliche Freundeskreis“ in der CDU. Da ist das dann wohl Parteiräson.

Das soll reichen für einen kleinen Überblick über die Unterstützer des rassistischen, faschistischen Apartheidstaates Israel. Mein  Eindruck ist, dass die meisten sich keine großen Gedanken gemacht haben. Natürlich will man gegen Antisemitismus sein (ich auch). Dass man dabei beide Augen zukneifen muss, um israelische Verbrechen nicht zu sehen, was soll´s. Es ist so einfach auf der „richtigen“ Seite zu sein. Manche von meinen Mit-Demonstranten meinen, die Gegendemonstranten seien bezahlt. Ich weiß nicht, ich glaube eher, sie wollen ohne groß nachzudenken, zu den „Guten“ gehören. Und da zum Al-Quds-Tag schließlich u.a. das personifizierte Böse aufruft, schwenkt man doch lieber einen regenbogenfarbenen Davidstern und fühlt sich gut.

Bei wem das nicht so ist, wer tatsächlich gut findet, dass ein Volk das mit dem Holocaust nichts zu tun hatte seit 70 Jahren darunter leidet, dass dieser Völkermord als Vorwand benutzt wird, es zu unterdrücken und zu versuchen es zu vernichten – dem gnade Gott hätte ich beinahe gesagt, aber eigentlich denke ich was anderes.

Frau Merkel ungeschicktes Auftreten gegenüber einem palästinensischen Flüchtlingskind sorgt für Spott in den sozialen Medien. Tja Frau Merkel, ohne „unsere“ bedingungslose Solidarität gegenüber Israel gäbe es wohl keine palästinensischen Flüchtlinge. Sollten wir die nicht also alle mit offenen Armen aufnehmen, wenn wir schon angeblich nicht in der Lage waren, Juden hierzulande in Sicherheit leben zu lassen? Wie es übrigens in vielen muslimischen Ländern funktioniert, unterstellen sie Muslimen keinen Antisemitismus!

Warum ich auf der anderen, der angeblich antisemitischen Seite bin? Nun, z.B. deswegen:

Amnesty Report 2015: Israel und besetzte palästinensische Gebiete

(Amnesty ist bekanntermaßen nicht in iranischem Auftrag unterwegs, im Gegenteil sehr kritisch gegenüber Iran)

 „Nach Meinung der internationalen Gemeinschaft sind diese Siedlungen ungesetzlich“

Häuserzerstörung von Nicht-Juden (das trifft auch Christen)

UN-Resolutionen zu Israel und Palästina

besonders interessant, die nicht eingehaltenen. Und die vielen Verurteilungen Israels ohne jede Konsequenz. Man vergleiche die jahrzehntelangen Sanktionen gegen Iran wegen nicht vorhandener Atomwaffen.

Hier eine ganz ausführliche Linksammlung: Palästina-Spezial

Und hier eine ähnliche Fragestellung wie meine:

Wer demonstriert eigentlich gegen wen beim Quds-Tag

 

Ich wünsche allen meinen muslimischen Geschwistern ein gesegnetes Id-ul-Fitr!

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Qudstag – Widerstand gegen jede Unterdrückung von Völkern

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Qudstag – Widerstand gegen jede Unterdrückung von Völkern

Bismillahir rahmanir rahim

Der Monat Ramadan vergeht so schnell – und ich bin fast nicht zum Schreiben gekommen, jedenfalls nicht hier. Ein wenig bei „Mariams Aussichten“. Es überfordert mich schlicht, mich politischen Themen zu widmen, kaum bin ich angefangen, haben mich die Ereignisse, meistens die Schrecknisse überholt.

Heute ist die erste mögliche Nacht der Bestimmung, eine großartige Nacht, die wir Muslime besonders begehen. Es ist auch eine traurige Nacht, denn in ihr wurde auf unseren ersten Imam, Ali a.s., ein Attentat verübt (in der zweiten dieser Nächte ist er an den Folgen verstorben). Das Attentat geschah in der Moschee, als sich unser Imam a.s. in der Niederwerfung im Gebet befand. Der Attentäter gehörte zu den „Chawaridsch“, die eine gewisse Ähnlichkeit mit den heutigen Mördern von IS, Al Nusra und wie sie alle heißen aufweisen. Auch dass sie sich untereinander bekämpfen, ist eine Ähnlichkeit. Ob die damaligen Chawaridsch aber schon eine solche Erbarmungslosigkeit aufwiesen wie die heutigen weiß ich nicht.

Ähnlich erbarmungslos wie die alten und neuen Chawaridsch sind die Zionisten, die einer rassistischen Lehre von der Überlegenheit ihrer „Rasse“ anhängen und noch nicht gelernt haben, dass Gott keine Rassen geschaffen hat. Im letzten Monat Ramadan haben sie Gaza zerbombt, in diesem Jahr haben sie sich ein wenig zurückgehalten, denn, alhamdulillah, die internationale Boykottbewegung funktioniert.

Leider, leider geht es noch immer so vielen Menschen im besetzten Palästina schlecht, ihre Häuser werden zerstört, ihre Olivenbäume abgeholzt, sie werden vertrieben, inhaftiert, gefoltert. Da aber Israel inzwischen eine „Zwei-Staaten-Lösung“ unmöglich gemacht hat, gibt es Hoffnung auf ein einiges, versöhntes Land mit gleichen Rechten für alle. Bis dahin müssen aber noch viele Menschen zur Vernunft kommen.

Am nächsten Samstag ist erst einmal Quds-Tag in Berlin und das ist eigentlich der Grund, warum ich heute einen kurzen Beitrag schreibe. Juden, Christen, Muslime und Andersgläubige werden zusammen dafür demonstrieren, dass Palästina befreit wird.

Hier der Aufruf:

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Für ein freies Palästina und ein gleichberechtigtes Zusammenleben aller Religionsgemeinschaften!

Der Quds-Tag (Jerusalem-Tag) ist der Tag des Widerstandes der Unterdrückten gegen die Unterdrücker.

Die Bedeutung des Quds-Tages ist die gesamte freiheitliche Weltgemeinschaft zum gewaltfreien Widerstand gegen jede Unterdrückung von Völkern aufzurufen.

Mit dem Quds-Tag vollzog sich eine entscheidende Wende in der Unterscheidung zwischen dem Judentum und dem Zionismus. Antisemitismus-Vorwürfe werden nicht zuletzt dadurch entkräf- tet, dass auch jüdische Gegner des Zionismus an den weltweiten Quds-Demonstrationen teilnehmen.

Imam Khomeini, der Initiator des Quds-Tages, hat voraus gesehen, dass das Ziel der Zionisten nicht allein auf die Besetzung Palästinas beschränkt bleiben wird.

Es ist besonders beunruhigend, dass seit dem 11. September zur US-Strategie ein Terrormanagement gehört, das durch Interventi- onen in Ländern wie Afghanistan, Irak und Jemen große Teile der islamischen Welt ins Chaos gestürzt hat. Nach dem erfolglosen Versuch, die legitime Regierung in Syrien zu stürzen, haben die USA mit Hilfe ihrer Verbündeten, allen voran Saudi-Arabien, Israel und die Türkei, die IS-Terroristen sowohl mit finanziellen Mitteln als auch mit Kriegsmaterial unterstützt. In diesen Tagen wird Jemen durch Saudi-Arabien aus der Luft bombardiert und gleichzeitig sterben Menschen durch Autobomben.

Die erzeugte Zwietracht in der islamischen Welt ist genau das, was die Zionisten immer verfolgt haben.

Gemeinsam bringen wir eine Stimme gegen das Unrecht auf die Strasse!

Friede sei mit uns allen!

Qudstag Demonstration am Samstag, 11. Juli 2015, 14:30 Uhr