Bismillah

Ich distanziere mich in allerForm vom Terrorismus, egal in welcher Verkleidung dieser auftaucht: als Terror von irregeleiteten Muslimen, als Terror von Nationalisten, als Terror von Separatisten (hier speziell die PKK die meiner Schwiegerfamilie (Kurden) und anderen Menschenin der Türkei  so viel Leid zufügt), als Terror von Ausländer- und Muslimhassern, als Terror irgendwelcher religiöser Couleur, als Staatsterror wohlhabender Länder gegen andere Staaten aus wirtschaftlichen oder Machtinteressen oder gar gegen die eigene Bevölkerung. Ich distanziere mich von unserer Bundesregierung und jeglichen Oppositionellen, die Terror gegen unterdrückte Menschen unterstützen, sei es verbal oder durch Waffenverkäufe und geheimdienstliche Unterstützung. Ich distanziere mich von einer Regierung, die Sanktionen gegen ein Land unterstützt, das niemandem etwas getan hat und sein Recht in Anspruch nimmt. Ich distanziere mich von einer Regierung, die den Eingriff in innere Angelegenheiten anderer Länder mittels Militäreinsatz und anderer unterstützerischer Maßnahmen fördert, unter dem Deckmantel angeblicher „Befreiung“ und die Kriege aus irgendeinem Grund außer zur Selbstverteidigung führt (und dazu gehört keine Selbstverteidigung am Hindukusch). Ich distanziere mich von einer Regierung die „bedingungslos“ ein Staatwesen unterstützt das ein rassistisches Regime ist und die ursprünglichen Bewohner seines Gebietes vertreibt, einsperrt, unterdrückt und ermordet und sich dabei weder von internationalen Resolutionen noch vom Völkerrecht bremsen lässt.

Und sollte ich irgendein Beispiel von Terror und Unterdrückung vergessen haben, schließe ich das hiermit in meine Distanzierung ein.

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  1. „Von Erdogan selber bin ich auch ziemlich enttäuscht, nachdem es ja nach türkischer Emanzipation aussah, ist das ja jetzt wohl zunichte gemacht.“
    Mir geht es genauso mit der Entäuschung, mit den Doppelstandards, auf der einen Seite Terroristen bekämpfen und auf der anderen Seite Terroristen trainieren und beherbergen…
    Aber es gibt noch Leute die sich wehren, mehr als bei uns.
    Antakya Barış Ve Suriye Halkı İle Dayanışma Mitingi – 01.09.2012

    Aber es gibt sie auch hier:
    Demo in Frankfurt „Hände Weg von Syrien “ / Frankfurt „Elini Suriye’den Çek!“ Mitingi 01.09.2012

  2. Zitat „Und der fiktive kurdische Staat ist ja wohl eher ein Wunsch der USA. Möglichst viel Spaltung ist deren Ziel.“

    Bei allem Respekt: ist die TR nicht seit einem halben Jahrhundert NATO Mitglied? Hat die USA nicht über ein Dutzend Stützpunkte in der TR, darunter INCIRLIK und das Raketenabwechsschild in KÜRECIK um Israel vor Iran zu beschützen? Agiert die TR in der Syrien-Frage nicht als Handlanger in der Syrien-Frage als Nebenkriegsschauplatz gegen den Iran? Erhält die TR Kampfflugzeuge (F-16) und Kampfhubschrauber (Apache) und unbemannte Drohnen (Heron made in Israel) oder ist dies alles nur Einbildung? Tayyip Erdogan kann in Davos gegen Peres seine Sprüche klopfen wie er will, aber dieses Hurenkind Erdogan hat Ariel Sharon die Hand gereicht, dem Mann, der in Sabra und Shatilla die Palästinenser massakriert hat !

    • Moment mal, Erdogans Mutter hat damit nun wohl nichts zu tun, oder? Bitte mal auf die Wortwahl achten! Von Erdogan selber bin ich auch ziemlich enttäuscht, nachdem es ja nach türkischer Emanzipation aussah, ist das ja jetzt wohl zunichte gemacht.
      Das ändert aber alles nichts daran, dass die Zerlegung des „Broader Middle East“ in Kleinstaaten ein Ziel der USA ist. Und ebensowenig daran, dass die PKK seit Jahrzehnten im Terror-, Drogen- und Menschenhandelsgeschäft tätig ist und ihre eigenen Landsleute schikaniert. Und das sind keine Märchen, sondern Erfahrungen meiner Familie.
      Auch die kurdischen Separatisten sind instrumentalisiert.

      • Was ist verdammt nochmal das Problem eine autonome kurdische Region einzurichten und Volksabstimmungen abzuhalten ob die Kurden in der Türkei leben wollen oder nicht?
        Was soll eine türkische Emanzipation bringen? Ein neues Sivas, ein neues Dersim oder was?
        Man überlege einfach mal wenn man die Situation der Kurden auf Europa überträgt.
        Beispiel Deutschland:

        Frankreich wollte in der Vergangenheit seine Grenzen bis zum Rhein ausdehnen.
        Gehen wir mal von einer Zersplitterung nach dem zweiten Weltkrieg aus:
        Es gäbe ein riesiges Frankreich mit einer starken deutschen, rheinländischen Minderheit die schikaniert werden würde (Verbot der Sprache etc.)
        Im Osten reicht Polen bis an die Elbe, im Norden Dänemark.

        Oder Polen: Zerstückelt zwischen Russland, Preußen und Österreich zwischen 1772 bis 1918.
        Leute, macht doch einfach mal die Augen auf. Die Kurden haben einen eigenen Staat verdient. Es kann doch nicht angehen dass ein 30 Millionen Volk keinen eigenen Staat hat.

      • Ja meinetwegen frage man sie….werden dann diejenigen zwangsenteignet oder zwangseingebürgert, die nicht nach Kurdistan wollen? Haben wir ein Glück, dass unser Dorf gerade noch diesseits von Diyabakir liegt…
        Warum eigentlich immer die Meinung, dass verschiedene „Völker“ nicht in einem Staat zusammenleben könnten, ohne dass ein Teil der Bevölkerung unterdrückt würde? Kein Vertrauen in die Menschheit.

      • Die dort bleiben wollen bekommen natürlich genauso Minderheitenrechte für sich. Geht doch heute in Europa auch mit der deutschen Minderheit in Polen z. B.

        Es ist keine so einfach Meinung sondern der türkische Staat hat von Anbeginn seiner Existenz dafür gesorgt dass die Kurden unterdrückt worden sind. Wie erwähnt Dersim z.B. Und viele mehr. Die PKK ist ein Kind dieses Terrors. Genauso wie die ETA in Spanien während der größten Repressionen gegen die Basken entstanden ist.

        Ich verstehe nicht dass sie ständig auf die Unterdrückung der Palästinenser hinweisen aber z.B. nicht mal zur Kenntnis nehmen dass Arabisch Amtssprache in Israel ist (bei 20% der Bevölkerung) Und das es Araber gibt die gern in Israel leben. Wie kommt das denn?
        Können Sie mir das erklären?

        Warum ist Kurdisch nicht Amtssprache in der Türkei? Allein in Istanbul leben doch bestimmt 2- 3 Millionen zugewanderte Kurden.

      • Ja und wenn sie Kurdisch als Amtssprache wollten, hätten sie natürlich meine Unterstützung. Heute wäre es möglich, darüber zu reden. Praktisch wäre das wohl kaum durchsetzbar, weil es „das“ Kurdisch nicht gibt. Das moderne Türkisch ist ja in vieler Hinsicht vereinfacht worden und eignet sich deshalb auch ganz gut für alle.

        Man kann nicht die PKK einfach zu einem „Kind des Terrors“ erklären. Falls sie mal kurz den Charakter einer Widerstandsbewegung hatte, hat sie das schon seit den 80er Jahren abgelegt und sich zu einer kriminellen Vereinigung entwickelt. Die ja vom Drogen- und Menschenhandel und Schutzgelderpressung mal ganz abgesehen, wie sich jetzt herausstellt auch eine unheilige Allianz mit den türkischen Militärs eingegangen war, zur gegenseitigen Erhaltung der Existenzberechtigung.
        Die Menschen im kurdischen Südosten der TR leiden unter der PKK , mindestens genauso wie sie unter der Unterdrückung durch das Militär gelitten haben.
        Nun entwickelt sich in der TR trotz allem vieles zum Vorteil – weshalb sollte man sich da separieren? Ich kenne dort unten niemanden, der das will.
        Und gerade als Frau nicht. Im kurdischen Nordirak werden noch immer 80% der Mädchen genital verstümmelt. Das jedenfalls hat die Türkei im Griff. Bis vor nicht allzu vielen Jahren ging ein großer Teil der Mädchen im Südosten nicht in die Schule. Auch das hat sich geändert. Warum sollte man ein funktionierendes Staatswesen verlassen wollen, wenn es einem kulturelle Freiheit gewährt? Und die ist ja jetzt gegeben.
        Nix gegen ein Referendum unter Kurden. Aber wer will denn das?

      • „Das moderne Türkisch ist ja in vieler Hinsicht vereinfacht worden und eignet sich deshalb auch ganz gut für alle.“

        Was ist denn das für eine alberne Begründung? Was haben die Kurden davon dass die türkische Sprache „vereinfacht“ wurde? Genauso viel was ich davon hätte wenn jemand die ungarische Sprache vereinfacht.
        Diese Sprachen gehören nicht einmal zu einer Sprachfamilie.
        Man kann übrigens einen kurdischen Dialekt nehmen und zu einer Standardsprache ausbauen. Genug Sprachwissenschaftler gäbe es dafür.
        Hat in Deutschland funktioniert. Auch in Italien (Toskana-Dialekt -> ital. Standardsprache).

        Übrigens: Diese Verstümmelungen kommen hauptsächlich bei den Schafiten vor.
        Vielleicht sollten das die anderen Rechtsschulen mal aberkennen (dahingehend den Konsens aufkündigen).

      • Albern? Na dann soll sich doch mal jemand daranmachen, das Kurdisch zur Amtssprache zu vereinheitlichen. Bis jetzt scheint kein Bedarf zu bestehen. Und die Kinder wachsen dort zweisprachig auf, ist doch prima. Dass die Generationen bis in die 90er Geburtsjahre hinein nicht gut Türkisch sprechen, liegt daran dass viele nicht zur Schule gingen, vor allem die Mädchen. Aber das ändert sich ja jetzt, auch durch Druck der Regierung, die das inzwischen kontrolliert. Wenn die Mädchen auch registriert werden, was in manchen Ecken immer noch ein Problem ist.
        Die türkische Zentralregierung hat -zig Jahre da viel versäumt, es kam ganz gut, die Leute dumm zu halten. Was man auch immer der AKP-Regierung vorwerfen kann: daran arbeiten sie hart. Und wenn die Mädchen nicht in die Schule gehen, mit 15 verheiratet werden oder das Kindergeld nicht die Mütter erreicht, dann ist das nicht Schuld der Regierung. Genausowenig wie versickertes Geld für Infrastruktur.
        Die kurdischen Schulen, die so vehement gefordert wurden, werden jetzt kaum genutzt, weil die Eltern ihre Kinder dann doch lieber in die türkischen Schulen schicken. Macht ja auch Sinn.

        Rückständigkeit ist auch ein Problem der Strukturen im kurdischen Südosten. Aber das ändert sich auch im Bewußtsein der Leute. Wir haben mehrere Familien, in denen die Eltern Analphabeten sind und die Mädchen jetzt Begabtenförderung erhalten. Die Ausstattung der Schulen hat sich in den letzten 10 Jahren rasant verbessert, da müssen wir uns in Deutschland manches mal schämen, wenn man sich die Gegebenheiten hier anschaut. Kindergeld, medizinische Versorgung und und und…warum sollten die Leute den Wunsch haben, diesen Staat zu verlassen, in dem es gerade aufwärts geht? Vor 10 Jahren lebte fast unser ganzes Dorf in Lehmhäusern (nichts gegen Lehm als Baustoff, aber die waren in schlechtem Zustand), zum größten Teil ohne fließendes Wasser. Heute haben bis auf ganz wenige Ausnahmen alle gebaut und sind bis zur Waschmaschine und Internet ausgestattet (immerhin in jedem dritten Haushalt das Internet und schneller als auf dem bayrischen Dorf). Und da es keinerlei Probleme gibt mit kurdischer Sprache (darf auf dem Amt und vor Gericht gesprochen werden), Musik und was man sich so wünscht, vermissen die Leute auch nichts. Gibt noch einiges zu tun an der Infrastruktur, aber das bewegt sich vorwärts.

        Kleinstaaterei nützt den Leuten gar nichts.

        Ich finde auch vieles an der kurdischen Gesellschaft positiv, nicht dass man denkt, ich wüsste das nicht zu schätzen. Der Familienzusammenhalt ist prima, die Fürsorge für Nachbarn und Arme. Auch das System der Großfamilie einschließlich dem großen „Familienchef“ hat seine Vorteile, sofern man da einen guten gewählt hat.

        Die sunnitischen Rechtsschulen sind übrigens einheitlich gegen FGM. Auch die Schafiítische. Das muss sich nur in den Dörfern auch durchsetzen und dafür wird anscheinend nicht genug getan. In der Türkei ist das mit solchen Strafen belegt, dass das Problem sozusagen an der irakisch-türkischen Grenze endet (Ausnahmen wird es wohl geben, aber nicht 80% betroffene Mädchen). Es geht also, wenn man will, die kurdische Regierung im Irak scheint sich aber nicht wesentlich darum zu kümmern, wenn man den Organisationen glaubt, die dagegen kämpfen.

  3. Meryem nun muss ich mich bei Dir entschuldigen, denn meine Frage war nicht an Dich gerichtet sondern an ciya. Entschuldige bitte wenn ich mich so missverständlich geäußert habe.

  4. selam alekum

    mag sein,dass PKK so und so ist aber die sind nicht schimmer als der Staat!!
    was wünscht du denn für die Kurden in der Türkei Syrien Iran Irak?
    Tut mir leid aber ich habe durch dein text erkannt ,dass du bisschen nationalistisch wirkst!

    • Wa aleikum salam,
      ich bin ganz Nationalimus-unverdächtig, weil ich nicht mal Türkin bin. Und meine türkische Familie ist gemischt, türkisch-kurdisch. Was sie möchten und was ich für alle möchte, egal welcher Volkszugehörigkeit ist ein Leben in Freiheit und Gerechtigkeit ohne Unterdrückung, egal durch wen. Die Einschätzung dass „der Staat“ schlimmer ist, als die PKK ist jedenfalls für die heutige Zeit falsch – es sei denn, man nimmt die ganzen schmutzigen Verstrickungen von staatlichen und Terrororganisationen als staatliche Haltung dazu. Das würde ich nicht behaupten, dass der türkische Staat grundsätzlich mit dem Terror zusammenarbeitet. Wenn sich die Kurden mehrheitlich für einen eigenen Staat entscheiden würden – dann könnte man darüber reden, wie der aussehen soll. Ich kenne keine Kurden, die das wollen. Kulturelle Freiheit ja – ansonsten ist man unter dem türkischen Dach ganz zufrieden. Und der fiktive kurdische Staat ist ja wohl eher ein Wunsch der USA. Möglichst viel Spaltung ist deren Ziel. Wassalam

    • Warum fragst Du nicht erst mal warum sie diese Meinung hat, bevor Du ihr „falsch“ antwortest. Ist das nicht eigendlich die Voraussetzung jeder vernünftigen Kommunikation.

      • ok, da hast Du recht, allerdings kann ciya das dann ja auch mal begründen. Türkisch nationalistisch kann ich schlecht sein, ich bin sowieso jemand der von Nationalismus nichts hält. Vermutlich liegst an meiner Anti-PKK-Haltung, aber die habe ich ja nun schon diverse Male leidenschaftlich erläutert.

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