„Von der Landkarte löschen“ – Beispiel für die Qualität unserer (Springer)Medien

„Von der Landkarte löschen“ – Beispiel für die Qualität unserer (Springer)Medien

Bismillah

Manche Medien sind sich einfach für nichts zu schade. Altbekannte und gerügte Lügen wieder und wieder verbreiten. Wenn man mit Dreck wirft, wird schon irgenwas hängenbleiben. Beispiel:

Hamburger Abendblatt am 20.1.:

Rivalen Ahmadinedschad und Chamenei
Im Iran tobt ein erbitterter Kampf um die Macht

20.01.2012, 06:30 UhrThomas Frankenfeld

Die Führungskräfte von Staat und Religion im Iran zeigen nach außen Geschlossenheit, doch sie sind erbitterte Gegner im Kampf um die Macht.

Hamburg. Nach dem Mord an dem iranischen Nuklearwissenschaftler Mostafa Ahmadi Roshan hat Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad umfassenden Schutz für alle wichtigen Mitglieder der iranischen Atomindustrie angeordnet. Professor Roshan, Vizedirektor der Urananreicherungsanlage in Natans, war am 11. Januar in Teheran ums Leben gekommen – unbekannte Attentäter auf einem Motorrad hatten eine magnetische Bombe an seinen Wagen geheftet. Er war mindestens der vierte namhafte Nuklearexperte, der bislang im Iran einem Attentat zum Opfer gefallen ist.
Das Mullah-Regime geht davon aus, dass der israelische Geheimdienst Mossad, unterstützt von den USA, hinter den Morden steht. Der Westen verdächtigt den Iran, an der Entwicklung der Atombombe zu arbeiten. Und Ahmadinedschad hat immerhin gefordert, Israel „von der Landkarte zu löschen“.
Eigentlich ist hier eine Beschwerde bei Presserat fällig, erfahrungsgemäß finden die aber tausend Ausreden, so etwas nicht zu rügen. Für die, die diese Lüge immer noch glauben:

Jonathan Steele über das angebliche Zitat des iranischen Präsidenten

‘Wipe off the Map’ als Fälschung bestätigt

Von Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann

Wir haben uns mehrfach mit den verfälschenden Übersetzungen in Zusammenhang mit Äußerungen des iranischen Staatspräsidenten Mahmud Ahmadinedschad befaßt und gezeigt, daß es dabei um psychologische Kriegsführung und das zu schaffende Feindbild Iran geht. Nun hat die Debatte über die Fälschungen auch die englischsprachigen Mainstream-Medien erfaßt.Jonathan Steele schreibt am 2.6.2006 in ‘The Guardian’:>>Es ist 50 Jahre her seit dem berühmten falschen Zitat des Kalten Krieges. Bei einem Empfang des Kreml für westliche Botschafter im Jahre 1956 kündigte der Sowjetische Führer Nikita Chruschtschow an: „Wir werden Euch begraben.“ (We will bury you) Diese vier Wörter wurden von den amerikanischen Falken als Beweis für die aggressiven sowjetischen Absichten aufgefaßt… Chruschtschow sagte tatsächlich: „Ob Sie es mögen oder nicht, die Geschichte ist auf unserer Seite. Wir werden Euch begraben.“ Es war eine harmlose Prahlerei über den eventuellen Sieg des Sozialismus im ideologischen Wettbewerb mit dem Kapitalismus. Er hat nicht über Krieg gesprochen…

Nun haben wir eine ähnlich propagandistische Entstellung einer Äußerung vom Präsidenten des Iran. Fragen Sie irgendwelche Leute in Washington, London oder Tel Aviv, ob sie einen von Mahmud Ahmadinedschad geäußerten Satz zitieren können. Die Chancen stehen gut, daß sie sagen, er wolle Israel dem Erdboden gleichmachen (‘wipe off the map’ – wörtlich übersetzt: ‘von der Landkarte tilgen’).

Wieder sind es vier kurze Wörter… Doch die Formulierung ist falsch, ganz einfach und simpel. Ahmadinedschad hat sie nicht ausgesprochen. Farsi Sprechende haben dargelegt, daß er falsch übersetzt worden ist. Der iranische Präsident hat eine frühere Äußerung des ersten islamischen Führers, des späteren Ayatollah Khomeini, zitiert, daß „das Besatzungsregime von Jerusalem von den Seiten der Geschichte verschwinden müsse“ (this regime occupying Jerusalem must vanish from the page of time), so wie das Schah-Regime im Iran verschwinden mußte.Er hat keine militärische Drohung ausgesprochen. Er hat dazu aufgerufen, die Besatzung von Jerusalem zu einem Zeitpunkt in der Zukunft zu beenden… Aber der propagandistische Schaden war entstanden, und die westlichen Falken brachten den iranischen Präsidenten in Beziehung zu Hitler, als ob er die Juden ausrotten wolle. Bei der jüngsten jährlichen Zusammenkunft des ‘American Israel Public Affairs Committee’, einer machtvollen Lobby-Gruppe, schalteten riesige Bildschirme zwischen zwei Bildern hin und her – Ahmadinedschad mit dem falschen Zitat ‘wiping off the map’ und ein sich ereifernden Hitler.<<

weiter bei der Neuen Rheinischen Zeitung: http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=1747
Das ist nun wirklich ein alter Hut und es ist empörend, dass es immer noch deutsche Medien gibt, die diesen Müll wieder hervorkehren. Besonders schlimm finde ich allerdings, dass die Morde an iranischen Wissenschaftlern damit unterschwellig gerechtfertigt werden.
Der weitere Artikel des Hamburger Abendblattes ist ein Wust aus Spekulationen über iranische Innenpolitik, der vor allem davon zeugt, dass die Redaktion keine Ahnung hat und auch keine Lust sich zu informieren, wie der Iran von innen funktioniert. Ein bisschen amüsant dazu, dass auch Frau Clinton entsprechend zitiert wird:
Und US-Außenministerin Hillary Clinton meinte: „Wir sind nicht ganz sicher, wer eigentlich die Entscheidungen im Iran trifft.“
Frau Clinton, ich empfehle Ihnen diese Artikel, da ist alles leicht verständlich erklärt:
Vielleicht sollten Sie auch mal hierauf hören:
Und weil es gerade so schön passt: Präsident Ahmadinejads angebliche Holocaust-Leugnungen sind ja ebensolche Presseenten. Gefährliche Enten, denn sie dienen der Kriegshetze. Ich hab mir vor einer Weile mal die Mühe gemacht, alle Ahmadinejad-Reden daraufhin zu überprüfen. Die Reden sind öffentlich zugänglich auf seiner website: http://www.president.ir/en/ und auf Seiten der iranischen Medien natürlich. Was ich gefunden habe ist natürlich massive Zionismus-Kritik mit für uns ungewohnter scharfer Rhetorik. Das macht die Kritik darum aber nicht falsch.  Das was als „Leugnung“ des Holocausts bezeichnet wird, sind rhetorische Fragen im Sinne von: „Wenn der Holocaust stattgefunden hat, warum darf dazu nicht weiter geforscht werden?“. An anderer Stelle sagt Ahmadinejad ganz klar, dass der Holocaust eine historische Tatsache ist, fragt aber: „was können die Palästinenser dafür?“
Zwei berechtigte Fragen: warum wehrt man sich gegen weitere Forschung zum Holocaust? Könnten unangenehme Dinge zutage kommen, schlimmer als es für uns Deutsche sowieso schon ist? Oder können vielleicht Verstrickungen aufgedeckt werden, die für andere unangenehme wären? Die jüdische Zeitschrift „Der Israelist“ hat hin und wieder interessante Informationen: http://www.derisraelit.org/
Zum o.g. Artikel im Hamburger Abendblatt kann man übrigens keine Kommentare schreiben. Die wissen schon warum. Auch bei einem anderen Springer-Medium mag man keine kritischen Kommentare:
Die Welt|
Leitartikel
Autor: Richard Herzinger| 18.01.2012
Abwarten hilft nicht
Im Atomstreit mit Teheran deutet vieles auf einen Showdown noch in diesem Jahr hin. Angesichts eines immer aggressiveren iranischen Regimes darf sich der Westen nicht von einer harten Gangart abbringen lassen

Das Regime der Islamischen Republik Iran bleibt bei seinem sattsam bekannten Doppelspiel. Einerseits provoziert es den Westen mit wüsten Drohungen wie der, im Falle weiterer internationaler Sanktionen wegen seines Atomprogramms die Straße von Hormus für den internationalen Schiffsverkehr zu sperren. Andererseits will es nun wieder Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde ins Land lassen und erklärt sich – allerdings unverbindlich – zu neuen Gesprächen über seine nukleare Produktion bereit.

Seit vielen Jahren sind die islamistischen Theokraten in Teheran mit dieser Art von plumpen Verwirrungsmanövern durchgekommen. Auch jetzt setzen sie darauf, die Ausweitung von Strafmaßnahmen insbesondere durch die EU in einer Kombination aus Einschüchterung und scheinbarem Einlenken zu hintertreiben und hinauszuzögern, um weitere Zeit für die Entwicklung ihrer nuklearen Kapazität zu gewinnen. Dabei ist es ihr Ziel, unbeschadet den point of no return zu erreichen: den Zustand, in dem die Welt davon ausgehen muss, dass der Iran innerhalb kurzer Zeit eine Atombombe bauen könnte. Ob es dies tatsächlich tun würde, wäre dann fast zweitrangig. Schon mit der bloßen Möglichkeit, den letzten Schritt in die Atombewaffnung zu gehen, wäre das iranische Regime in der Lage, seine Kontrahenten innerhalb und außerhalb des Nahen Ostens in ähnlicher Weise zu erpressen, wie das im asiatischen Raum bereits Nordkorea praktiziert.

Der US-Administration unter Barack Obama und selbst den meisten europäischen Regierungen, die sich zu lange an die Hoffnung auf Vernunft und Einsichtsfähigkeit „gemäßigter Kreise“ im Teheraner Herrschaftsapparat geklammert haben, wird nun langsam klar, wie nahe der Tag schon sein könnte, an dem dieser Albtraum Wirklichkeit wird. Entgegen der Kalkulation des iranischen Regimes, das dem vermeintlichen Weichling Obama ein solches Wagnis nicht zutraute, scheint Washington mittlerweile entschlossen zu sein, von der militärischen Option Gebrauch zu machen, sollte Teheran nicht durch andere Mittel dazu gebracht werden, überprüfbar von seinen Atomwaffenplänen abzurücken. Mit einer solchen spektakulären Kehrtwende aber ist realistischerweise nicht zu rechnen.

Vieles deutet somit auf einen Showdown noch im Laufe dieses Jahres hin. Dementsprechend mischen sich in die iranischen Reaktionen Anflüge von Panik. Bereits von den bisher verhängten Sanktionen ist das Regime schwerer angeschlagen, als es das jemals zugeben würde. Die von den USA bereits beschlossenen und von der EU geplanten erweiterten Strafmaßnahmen aber würden nunmehr unmittelbar die Ölproduktion und den Ölexport des Iran, also die Lebensader der iranischen Wirtschaft beeinträchtigen – und damit das Regime in seinen Grundfesten erschüttern.

weiter : http://www.welt.de/print/die_welt/debatte/article13820581/Abwarten-hilft-nicht.html

Herr Herzinger mit dem „showdown“ meinen sie sicherlich einen Angriff auf Iran. Nur sind wir hier nicht im Hollywood-Western und die Cowboys nicht die Guten.  Kriege brechen auch nicht aus, sondern werden gemacht, von Leuten, die sie als „showdown“ verharmlosen.
Es ist allerdings interessant, dass die Kommentare bei der „Welt“ selber zensiert werden, aber beim kleinen Bruder „Welt-kompakt“ durchgehen. So wie dieser von mir z.B.:
Dieser Artikel ist eines der übelsten Beispiele von Kriegshetze und einer Weltsicht, die nicht nur westlich gepräft ist, sondern auch die Fehler, wenn man nicht Verbrechen sagen will, des Westens völlig ausblendet. Er ist auch entlarvend, was das eigentliche Ziel ist: der Sturz des iranischen Systems, das immer ein Dorn im Auge war, seit in den 50er Jahren Iran das erste mal die Kontrolle über seine Ressourcen zurückerobert hat – woraufhin ja auch sein demokratisch gewählter Regierungschef ermordet wurde. Iran nun Destruktivität in Irak, Afghanistan und Pakistan vorzuwerfen, tut direkt weh. Irak hat unter westlicher Unterstützung 8 Jahre  Krieg gegen Iran geführt, mit widerlichsten Waffen – Iran hat darauf nicht mit den gleichen Mitteln reagiert. Und für die 1,4 Millionen Toten im Irak seit amerikanischer Machtübernahme, kann man Iran wohl auch kaum verantwortlich machen. Taliban und AlQaida sind auch Kinder der amerikanischen Politik – und da wirft man Iran Provokation vor, nur wenn es seine hoheitlichen Rechte über die Straße von Hormus in Anspruch nehmen will? Dazu werden alle Kompromisse im „Atomstreit“ denen Iran zugestimmt hat, von den USA zum Scheitern gebracht. Und dann sollen wir die westliche Politik als friedensstiftend anerkennen? Ob uns nun das iranische System gefällt oder nicht, Iran ist ein souveränes Land mit verbrieften Rechten, auch aus dem NPT, dessen Verpflichtungen Iran erfüllt – darüber hinaus kann man rechtmäßig nichts verlangen. Imperialistische Politik braucht allerdings kein Gesetz – dass allerdings unsere Regierung (und unsere Medien) eine solche Politik bedingungslos unterstützen, ist eine Schande für unser demokratisches Europa.
Pressefreiheit? Warum gibt es bei uns praktisch keine kritischen Stimmen zur Regierungspolitik, die nicht die eines souveränen Staates ist?

Starke Frauen im Islam (Teil 8): Bint al-Huda

Starke Frauen im Islam (Teil 8): Bint al-Huda

Bismillah

Diese lockere Artikelreihe habe ich schon lange nicht mehr fortgesetzt, aber jetzt habe ich ein wenig über Amina Haidar al-Sadr (http://www.eslam.de/begriffe/b/bintulhuda_sadr.htm) gelesen, die auch Bint al Huda genannt wird und Schwester von Muhammad Baqir al-Sadr war (http://www.eslam.de/begriffe/s/sadr_muhammad_baqir.htm) – der von Saddam Hussain ermordet wurde, wie wahrscheinlich auch seine Schwester. Von Ayatollah Sadr lese ich gerade „Unsere Wirtschaft“, aber damit werde ich noch länger zu tun haben. Jedenfalls waren er und seine Schwester Verfechter eines politischen Islam, der die Gesellschaft gestalten will und Anhänger Ayatollah Chomeinis. Ayatollah Sadr hat ebenfalls Bücher über eine islamische Regierung verfasst und auch in seinem Werk über die Wirtschaft stellt er immer wieder dar, dass man den Islam nicht in Bestandteile wie politisch oder privat zerlegen kann.

Aber zu seiner Schwester. Sie war zwei Jahre jünger als ihr Bruder und wurde 1938 im Irak in eine Familie von gelehrten Sayyids (direkte Abkommen des Propheten Muhammeds, s.a.s.) geboren. Wie ihr Bruder studierte sie Islam – und als Mittel zur Vermittlung ihres Wissens wählte sie die Schriftstellerei. Sie schrieb für die Zeitschrift al-Adwaa, die von den religiösen Gelehrten in Najaf herausgegeben wurde. Ihr Anliegen war die Vermittlung islamischen Wissens an Frauen und gleichzeitig deren Motivation, den Islam zu praktizieren, sich entsprechend zu kleiden, aber selbstbewußt ihre Interessen zu vertreten und sich nicht wegen falscher Traditionen unterdrücken zu lassen.

Ihre Bücher und Erzählungen sind auf Deutsch praktisch nicht zu bekommen, ein Büchlein habe ich jetzt aber gelesen, „Begegnung im Krankenhaus“, herausgegeben vom Verlag m-haditec:

Eine Geschichte über zwei junge Frauen, die sich anfreunden – die eine Ärztin, die eine Studentin der Ingenieurwissenschaften und ihre Gespräche über den Islam. Dazu die Fragen um die Wahl des richtigen Ehepartners, um Traditionen die im Widerspruch zum Islam stehen und um familiäre Verbindungen und Zusammenhalt. Bint-ul-Huda hat ihre Geschichten in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts veröffentlicht – wir stellen uns gemeinhin wohl nicht vor, dass es im Irak damals schon so viel gebildete junge Frauen gab. Es geht aber darum, Islam und Bildung zu vereinbaren, so drehen sich auch viele Gespräche der beiden jungen Frauen um Naturwissenschaft und Gottesbeweise. Manches von ihrem damaligen Stand der Wissenschaft ist heute längst überholt und liest sich darum ein bisschen „altbacken“. Die Kernaussagen des Buches ändern sich damit aber nicht und die Konflikte der jungen muslimischen Frauen sind heute noch zu einem großen Teil die gleichen – allerdings ist es heute und hier noch viel schwieriger den Islam zu leben. Einerseits. Andererseits ist die Verfolgung die die Muslime im Irak unter Saddam Hussain erleiden mussten nicht mit unseren kleinen Problemen hier zu vergleichen.

Geschichten von Bint-ul-Huda auf Englisch kann man im Netz finden:

Two women and a man: http://www.al-islam.org/bintalhuda/twowomenandaman/

Eine eifersüchtige Schwester möchte die Verlobung ihrer Schwester zerstören, unterschlägt Briefe und schreibt selber an den Verlobten ihrer Schwester indem sie sich für diese ausgibt und versucht, diese als Ungläubige darzustellen. Statt dass der Verlobte seine Verlobung löst, beginnt ein Schriftwechsel über den Glauben, der die eifersüchtige kleine Schwester zum Islam zurückführt und am Ende ein Happy-End für alle Beteiligten bringt.

Eine Kurzgeschichte über eine Mutter, die ihre Kinder in vermeintlicherFreiheit erzogen hat, und ihre und die Rückkehr ihrer Tochter zum Islam. Bemerkenswert, dass die Tochter sich von ihrem trinkenden Mann scheiden lässt und selbstverständlich das Sorgerecht für ihr Kind erstreitet: http://www.al-islam.org/bintalhuda/shortstories/3.htm

Und dieses habe ich gerade noch entdeckt – das ist aber länger und ich muss es selbst noch lesen: Virtue Prevails:  http://www.al-islam.org/bintalhuda/virtueprevails/

Hier habe ich bisher nur ein wenig hineingelesen: Friendly letters http://www.al-islam.org/bintalhuda/friendlyletters/ Briefwechsel zwischen Freundinnen, der sie im Islam weiterbringt.

Einige dieser Geschichten und noch andere gibt es auch im m-haditec Verlag auf Deutsch:

Die Sprache Bint-ul-Hudas mag uns heute naiv und altbacken vorkommen – mir geht es jedenfalls manchmal so. Wenn ich allerdings an Kinder- und Jugendbücher aus dieser Zeit denke, die ich selber als Kind gelesen habe, waren die von der Sprache (und auch von der Moral, und das ganz ohne Bezug zum Islam) nicht viel anders. Natürlich verändert sich Sprache und das ist ja auch richtig so. Aber ich frage mich gerade, ob wir denn alle so abgebrüht geworden sind, das wir von so ganz einfachen Geschichten ein bisschen peinlich berührt werden? Ich bin natürlich auch kein junges Mädchen mehr, :-) , mich interessiert wirklich, wie junge Frauen diese Geschichten heute sehen. Dieser Eindruck von der Sprache betrifft aber nur den Teil in dem es um persönliche Gefühle und Erleben geht. Sehr sachlich und ausführlich sind jedoch die langen Abschnitte, in denen es um Gotteserkenntnis geht. Hier wird kein blinder Glaube gepredigt, sondern der Verstand angesprochen und zum Weiterlernen angeregt. Ihre Bücher sind sicher in erster Linie an junge Mädchen und Frauen gerichtet, die ihren Weg im Leben noch finden müssen. Aber diese Anregungen über Gott und den Islam nachzudenken, die sind in jedem Alter interessant.

Ich weiß nicht, wie Bint-al-Hudas schriftstellerische Aktivitäten zu ihren Lebzeiten aufgenommen wurden – anscheinend hat sie gute Resonanz bei den Gelehrten gefunden, sonst hätte man diese wohl nicht gedruckt. Ich kann mir vorstellen, dass sie in so mancher Familie wiederum nicht gerne gesehen waren. Entweder, weil sie den Finger in die Wunde des nicht praktizierten Islams gelegt hat, oder auch in traditionellen Familien, in denen Töchter die sich ihrer selber und ihrer Rechte bewußt waren, nicht gerade die bequemsten waren. Denn Bint-al-Huda spricht zwar klare Worte über islamisches Verhalten, besonders auch über islamische Kleidung, sie verurteilt aber auch jede Form von Unterdrückung durch nichtislamische Traditionen. So ist es für sie wichtig darauf hinzuweisen, dass die Frauen ihren Ehemann selber wählen dürfen. Natürlich dürfen Verwandte und Freunde Vorschläge machen, aber es darf keinen Zwang geben und es sollen der Glaube und nicht der Status die Partnerwahl bestimmen – auch heute noch ein Thema in muslimischen Familien. Wie oft gibt es Konflikte, weil der gewünschte Partner die falsche Nationalität hat, den Eltern die Familie zu arm ist usw. Bint al-Huda ermutigt, sich in diesen Dingen nicht von nichtislamischen Kriterien leiten zu lassen und sie ist eine absolute Verfechterin der Bildung für Frauen, diese sollen studieren, auch arbeiten und sich gesellschaftlich engagieren.

Jetzt mag der eine oder andere sagen, warum ich diese hervorragende Schwester nicht einfach unter „Literatur“ besprochen habe, sondern in der „Starke Frauen“ Reihe. Nun, das eine ist, dass ich es schon stark finde, sich als Muslima so hervorzutun, das ist nämlich in der islamischen Welt nicht immer einfach, wie viele meiner Schwestern wissen. Aber das andere ist – und ich weiß jetzt nicht, ob man einen Teil des Lebens von Bint-al-Huda stärker gewichten kann als den anderen – dass sie eine Revolutionärin in der Tradition unserer verehrten Zainab bint Ali, a.s., war. Als ihr Bruder das erste mal vom Saddam Regime verhaftet wurde, hielt sie in Najaf am Grab Imam Alis, a.s., eine Rede in der sie zum Widerstand aufrief:

Wegen ihres Widerstandes gegen das Regime von Saddam Hussain wurde auch Bint al-Huda verhaftet, gefoltert und getötet, wie ihr Bruder im April 1980. Ihr Leichnam wurde nie freigegeben, so dass ihr Grab unbekannt ist.

Für mich verkörpert sie das, was uns ihre Vorfahren wie Fatima a.s, Zainab, a.s., Um Kulthum, a.s. und andere uns vorgelebt haben in modernerer Zeit: Selbstbewußtsein als muslimische Frau, Furchtlosigkeit, Solidarität, Standhaftigkeit und Wissensdurst – und Weisheit. Eines unserer großen Vorbilder.

Über den Widerstand der Geschwister gegen Saddam: http://www.eslam.de/begriffe/s/sadr_muhammad_baqir.htm  Ich hab eine Gänsehaut bekommen, als es um die verbotenen Ashura-Gedenkfeiern ging und darum, wie die Pilger auf dem Weg von Najaf nach Kerbela vom Militär attackiert wurden. Inschallah darf  ich im Dezember diese Strecke mitgehen:

Zum haditec-Verlag: http://m-haditec-shop.de/index.php?page=index

Und wer noch nicht meine Artikel über meine Irak-Reise im letzten Jahr gelesen hat und ein bisschen einen Eindruck bekommen möchte, wo Bint al-Huda gelebt und gewirkt hat, kann das hier tun:

http://meryemdeutschemuslima.wordpress.com/2011/03/01/irak-reise-ziyarat-2011-teil-1/

Fundbüro: First Call for Global March to Jerusalem from Europe

Fundbüro: First Call for Global March to Jerusalem from Europe

Global March to Jerusalem 30 March 2012

01/11/2011
First call
International Committee of the Global March towards Jerusalem
On 30 March 2012, from all continents we will converge and gather along the Palestinian borders with Jordan, Egypt, Syria and Lebanon, with the participation of delegations joining us from every country in the world in a peaceful march towards Palestine.

Since the Zionist occupation of 78% of Palestine in 1948, and the subsequent occupation of Jerusalem and the rest of Palestine in 1967, we have witnessed growing efforts to Judaize Jerusalem and colonize Palestine. These crimes against humanity are done under the political protection and full support of successive American administrations and enforced by its veto at the United Nations.

The goal of the Zionists is to force Palestinian residents out of Jerusalem and the rest of Palestine through acts of state terrorism, economic pressures, legal restrictions, and outright expulsions. The Holy city of Jerusalem is falsely called “the eternal capital of Israel” by Netanyahu and other Zionist leaders who clearly state that Jerusalem is non-negotiable. Such statements and related actions by the Zionists are absolutely inconsistent with all of the relevant United Nations resolutions on Jerusalem and contrary to the principles of international law.

The dominant position within the Israeli political, military and religious leadership is that Israel has a right to occupy all of historic Palestine. The “ultimate solution” as envisaged by the Zionists is to complete the ethnic cleansing of all Palestinians from historic Palestine and in the meantime apply a system of apartheid.

And yet Jerusalem is our common universal heritage including being revered by followers of all monotheistic religions. This remarkable and historic city of great antiquity is also venerated across the world for enhancing the heritage of all of humanity.

The city of Jerusalem has always been a beacon of emancipation and hope to the downtrodden. It has symbolized the unity and equality of all of God’s creation and the message of love, mercy and compassion. Millions of people who love Jerusalem are concerned for the safety and sanctity of the Al Aqsa Mosque, the Dome of the Rock Mosque, the Church of the Holy Sepulchre and other sacred properties under the Zionist plan to change and dismantle the structure of the society of Jerusalem, obliterating its Arab identity and changing the character of the city.

Jerusalem and all of Palestine need to be liberated, redeemed and restored as a land of freedom and coexistence by people of the world from all religious and cultural backgrounds.

As part of this movement and at the invitation of Palestinians, we decided to organize a Global March to Jerusalem (GMJ) aimed at raising awareness of the mortal threat to Jerusalem and all of Palestine by the hands of Zionists and helping us move closer to the day of freedom.

On 30 March 2012, from all continents we will converge and gather along the Palestinian borders with Jordan, Egypt, Syria and Lebanon, with the participation of delegations joining us from every country in the world in a peaceful march towards Palestine.

Therefore, we ask all people of good conscience to join us.

http://gm2j.com/main/

Gedanken zu Arbain

Gedanken zu Arbain

Bismillah

Arbain (Arbaeen) – der 40. Tag nach dem Martyrium Imam Hussains, a.s. in Kerbela war schon gestern. Da war ich aber krank und konnte nicht online kommen.

Die Kerbelas unserer Zeit ereignen sich weiterhin – Gaza – überhaupt Palästina, Bahrain, Somalia,Irak, Lybien, Aghanistan…..Iran würde mancher gerne zu einem Kerbela machen. Ein Kerbela im Sinne eines militärischen Sieges natürlich – dass man sich dabei auch die Rolle des moralischen Verlierers anzieht, fällt den imperialistischen Diktatoren nicht auf. Dafür haben sie ja auch keine Sensoren, das was man ein Gewissen nennt ist dort ausgeschaltet.

Seit wir im Dezember die Jahrestage der Ereignisse in Kerbela begangen haben, haben sich die Kriegsdrohungen Richtung Iran verschärft. Ohne irgendeinen Grund natürlich – außer dem, dass Obama vor Wut in die Tischkante beißt, weil Iran einfach nicht Unterwerfung signalisiert. „Medienberichten zufolge“ hat er jetzt auf „geheimen Kanälen“ mit Ayatollah Chamenei Kontakt aufgenommen und diesen vor einem Überschreiten der „roten Linie“ gewarnt. Wie aus einer Meldung, basierend auf angeblichen „Berichten aus gut informierten Kreisen“ eine weltweite Nachricht wird, war mal wieder amüsant anzusehen. Ob diese irgendeinen Gehalt hat, bezweifle ich – denn Obama möchte Ayatollah Chameneis Antwort bestimmt nicht hören oder lesen.

Es geht – natürlich aktuell und vorgeblich – um eine mögliche Sperrung der Straße von Hormus. Was genau beim Übertreten der „roten Linie“ Plan der USA wäre, haben uns die „gut informierten“ Kreise noch nicht verraten, wir können uns alle möglichen Kriegsszenarios ausmalen.

Einmal mehr drohen die USA und ihre Verbündeten, einschließlich unserer Regierung, mit dem Bruch internationalen Rechts und unsere Medien widersprechen dem nicht, sondern verfolgen nur gebannt die „Provokationen“ Irans. Dass niemand außer Iran und Oman bestimmen darf, wer diese Wasserstraße von Hormus nutzt, spielt keine Rolle. Ebensowenig wie das Recht Irans auf sein Atomprogramm. Auch die USA wissen, dass sie im Unrecht sind und betonen daher nur noch ihre „militärische Überlegenheit“. Von der moralischen Überlegenheit, mit der sie noch bis vor kurzem die Welt von ihrem kranken „demokratischem“ System überzeugen wollten, ist wohl keine Rede mehr. So werden denn auch überwiegend wirtschaftliche Folgen des Konfliktes berichtet, von Menschenleben die er kosten wird, ist keine Rede. Dass bis zum offenen Angriff, erst einmal versucht wird iranische Atomaktivitäten über Mordanschläge zu verhindern, löst auch keinen Protest aus.

So waren die Yazids jeder Zeit, aber sie haben nie überlebt.

Aber hin zum Arbain von heute. Weil es mir gesundheitlich gerade schlecht geht, kam ich mir erstmal besonders hilf- und nutzlos vor. Bis mir eingefallen ist, dass meine Schwäche nur eine relative ist – letztlich sind auch die größten Helden schwach und abhängig von Gott. Womit ich ihre Hingabe und Leistung nicht schmälern will, sondern nur sagen, dass in aller Schwäche jeder die Möglichkeit hat, etwas für das Richtige und Wahre zu tun und dass Allah uns nicht von unseren Verpflichtungen frei spricht, wenn wir uns nicht zum Heldentum eignen. Beten kann ich immer, kann jeder. Und wir Muslime müssen uns wappnen – ich könnte auch „rüsten“ schreiben, aber dann schlägt der Staatstrojaner auf meinem Rechner Kapriolen. Nein, militärisch rüsten können wir uns hier nicht, das bleibt Ländern wie Iran überlassen. Vielleicht gehen auch ein paar junge Brüder dorthin, um dort ihre Pflicht zu erfüllen, Allah möge sie stärken und behüten.

Wappnen im Sinne von bereit halten, vorbereiten, sich stärken, das können und müssen wir aber. Viel besser, als wir es bisher geschafft haben – wären wir sonst bei den Kerbelas unserer Zeit nicht noch viel lauter gewesen? Ein paar Demonstrationen im Gaza-Krieg und das war´s? Und sind wir bereit, Unannehmlichkeiten zu ertragen, wenn sich tatsächlich ein Teil der Welt gegen den Imperialismus erhebt – schließlich sitzen wir bisher auf der Seite derjenigen, die von den Vorteilen dieses Imperialismus profitieren, auch wenn unser Leben auch nicht einfach ist?  Wir sind satt, haben es warm und haben Zugang zu allerlei Komfort wie Autos, Handys und Co.

Was wir tun können ist: beten, informieren, standhaft sein – immer und überall wo gehetzt wird, die Wahrheit sagen. Und natürlich auch dort, wo vernünftig diskutiert wird. Keine Angst vor nichts und niemandem haben, außer vor Allah (und das ist wieder ein Vorteil der Schwäche durch Krankheit: wer sowieso damit rechnet zu sterben, dem kann man so leicht keine Angst machen). Was wir nicht tun dürfen, ist auf die Provokationen hereinzufallen, indem wir uns in der Wortwahl vergreifen, oder zu irgendwelchen illegalen Mitteln. Noch können wir nutzen, was uns an Meinungs- und Redefreiheit zugestanden wird. Was später sein wird, wissen wir nicht.

Und was wir tun müssen ist auch, für die Einheit der Muslime zu arbeiten. Ein Bestandteil der imperialistischen Politik ist ja gerade wieder verstärkt, einen Sunni-Shia-Konflikt zu konstruieren. Das kann man auf allen Ebenen beobachten. In der Türkei finde ich gerade spannend, wie die USA mit einer „Charme-Offensive“ versuchen, die Stimmung zu ihren Gunsten zu drehen. Charme besteht hier darin, dass sie Waffen im Anti-Terror-Kampf liefern, die sie bisher verweigert hatten. Trotzdem scheint es ihnen nicht zu gelingen, einen Keil zwischen die Türkei und Iran zu treiben, denn diese Länder reden doch tatsächlich miteinander. Wobei ich die Türkei immer noch als Wackelkandidat empfinde, was eine klare Linie gegen imperialistische Politik angeht, aber immerhin, nach Jahrzehnten getreuer Gefolgschaft haben sie sich eine eigene Außenpolitik gestaltet.

Wenn es um die Einheit im eigenen Land geht, muss ich sagen, dass ich über manche jungen Geschwister entsetzt bin, die gegen Muslime anderer Konfessionen pöbeln. So schafft man sich keine Freunde und Verbündeten. Und wenn die Salafis/Wahabis Stunk machen, dann kann man das ignorieren, die sind doch auch nur Marionetten der US-Politik. Wir sollten lieber mit ernsthaften Leuten reden. Und gutwillige Menschen gibt es auch unter Nichtmuslimen, vom Engagement mancher können wir uns eine dicke Scheibe abschneiden. Also geht es auch nicht nur um die Einheit unter Muslimen, sondern um die Einheit aller guter Menschen. Imam Mahdi, a.s., kommt nicht nur zu uns Muslimen zurück, sondern für die ganze Menschheit und Allahs Barmherzigkeit gilt für die ganze Welt.

Ja, was bleibt mir zu sagen, außer dass ich den festen Vorsatz habe mich zu verbessern, mutiger zu sein, mehr zu beten für Imam Mahdis, a.s., Rückkehr und ansonsten freundlich aber bestimmt meine Haltung zu vertreten, egal wo ich diskutiere. Inhaltlich sage ich jetzt nichts zur aktuellen Situation, hänge aber noch ein paar links an. Inschallah erleben wir bald eine bessere Welt, gestaltet mit der Hilfe unserers Imams, a.s. – und mit der Hilfe Jesu´s,a.s., auf dessen Rückkehr wir ebenfalls warten.

Wie man die Welt auch ganz anders sehen kann:

http://www.raceforiran.com/an-iranian-perspective-on-the-middle-east-and-its-prospects

Irak-ein Beispiel, wie ein Sunni-Shia Konflikt konstruiert wird:

http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2012/jan/08/iraq-conflict-sectarian

Kurz zusammengefasst zu Atomprogramm und aktueller Lage:

http://meryemdeutschemuslima.wordpress.com/2012/01/11/westerwelle-auf-kriegskurs-deutsche-politik-zum-schamen/

Zum Recht in der Straße von Hormus:

http://iranicum.com/2012/01/iran-usa-golf-marine-drohung/2213.html

Amerikanische Stimmen gegen amerikanische Regierungspolitik:

http://irananders.de/home/news/article/streitschrift-iran-politik-ist-zu-ueberdenken.html

http://irananders.de/home/news/article/iran-und-al-qaida-wie-viel-substanz-haben-die-vorwuerfe.html

Iranisches Atomprogramm rauf und runter:

http://tehrantimes.com/index.php/politics/4362-iran-provides-20-answers-to-clarify-ambiguities-about-its-nuclear-program

http://irananders.de/analysen/news-analysen/article/irans-nukleare-ambitionen-und-ihre-unklarheiten.html

Weekly Photo-Challenge von wordpress: Peaceful

Weekly Photo-Challenge von wordpress: Peaceful

Bismillah

„Peaceful“ heißt das Thema des wöchentlichen Photo-Wettbewerbes von wordpress. Wirklich ein schönes Thema in Zeiten des Kriegsgeschreis. Also hab ich mal in der Fotokiste geschaut. Natürlich habe ich viele schöne Naturbilder gefunden. Aber friedlich sollen es ja auch die Menschen haben.

hier geht´s zur Photo-Challenge: http://dailypost.wordpress.com/2012/01/13/weekly-photo-challenge-peaceful/