Verfasst von: meryemdeutschemuslima | 22. November 2009

Pixelige Liebeserklärung

Leider ein bisschen zu groß das Bild, wenn man es von außerhalb hochlädt…aber direkt vom Rechner werden die Bilder immer so entstellt. Das tutorial dazu ist hier, allerdings bin ich mit dem Filter absolut nicht zurechtgekommen, der lief bei mir einfach nicht. Also hab ich da improvisiert.

Verfasst von: meryemdeutschemuslima | 21. November 2009

Gaza Freedom March 2010

Verfasst von: meryemdeutschemuslima | 21. November 2009

Buchbesprechung: Totenverse von Zoe Ferraris

Sehnsüchtig habe ich schon auf das neue Buch von Zoe Ferraris gewartet, die Fortsetzung ihres Krimis Die letzte Sure. Jetzt ist es endlich auf Deutsch erschienen.

Am Anfang war ich etwas enttäuscht und wollte es schon wieder weglegen, weil ich den Eindruck hatte dass die Autorin von ihrer grundsätzlich respektvollen Haltung dem Islam gegenüber abweicht. So geht es in dem Buch u.a. auch um angeblich erfolgte Fälschungen des Korans und es werden darin Behauptungen aufgestellt wie dass der Koran ursprünglich in Aramäisch niedergeschrieben wurde und das Arabische schon eine Übersetzung ist, grammatikalische und logische Fehler enthält.

Wenngleich sich im Laufe des Buches herausstellt, dass die Fälschungen von einem fragwürdigen Forscher mit Identitätskrise vorgenommen wurden, bleiben doch die anderen Behauptungen unkommentiert stehen und das ist für Muslime schon starker Tobak. Mir scheint, Zoe Ferraris ist da auf die „Syrisch-Aramäische“ Lesart des Korans hereingefallen.

Ich habe aber beim Lesen durchgehalten und das hat sich gelohnt, denn ansonsten ist das Buch wiederum respektvoll gegenüber der saudischen und islamischen  Kultur, ohne zu verleugnen welche Widersprüche und Ungerechtigkeiten in dieser Gesellschaft auftreten. Es wird eine Bandbreite des Lebens in diesem Land gezeigt, die man von außen sonst nicht wahrnehmen kann. Zoe Ferraris hat weiterhin guten Kontakt zur Familie ihres beduinisch-palästinensischen Ex-Mannes und bekommt dadurch viel mit, was sich auch in Saudi-Arabien verändert.

So beschreibt das Buch, wie Frauen zunehmend versuchen berufstätig zu sein unter den Bedingungen der strikten Geschlechtertrennung, wie sie Mannschaftssport betreiben, der verboten wurde. Welche Konflikte es unter den Ehefrauen eines Mannes geben kann und in welcher Art die Polizei dort eingreift, oder auch nicht. Welche Veränderungen die neuen Techniken ermöglichen – Stichwort: „Bluetooth-Niqab“ (Niqab ist die Gesichtsverschleierung) und wie im ersten Band auch die Schwierigkeiten, auch für Männer, einen passende/n Ehepartner/in zu finden.

Dazu faszinierende Schilderungen aus der Wüste und über das Überleben in einem Sandsturm.

Die eigentliche Geschichte schildert, wie Katya, die junge forensische Laborantin und Nayir, der beduinische Wüstenführer, mit dem sie bereits beim letzten Fall zusammengearbeitet hat, versuchen den grausamen Mord an einer jungen Frau aufzuklären, die sich durch ihre Leidenschaft, Filmaufnahmen zu machen viele Feinde geschaffen hat. Es gibt Spuren in die Richtung ihres amerikanischen Liebhabers und dessen Umfeld, zu dem der dubiose „Koranforscher“ gehört, aber auch Verdacht in Richtung ihres Bruders, der ein Dessousgeschäft betreibt. Im Laufe der Ermittlungen gibt es weitere Todesopfer und am Ende werden wir Zeuge der Hinrichtung eines Täters.

Gleichzeitig entwickelt sich die Liebesgeschichte zwischen Katya und Nayir mit allen Ängsten und Widersprüchen – nicht umsonst haben sie sich acht Monate nicht gesehen, bis sie dieser Fall wieder zusammenführt. Nayir, konservativ, streng gläubig und von Schuldgefühlen geplagt, dass er bereits viel zu viel Zeit mit Katya verbracht hat – sie wiederum mit Leidenschaft in ihrem Beruf tätig und dabei um ihren Platz ringend, der auch bedeutet, dass sie in einer neuen Position mit Männern zusammenarbeitet. Vor allem ihr Vorgesetzter Obama, der dabei einen Gegenentwurf zu Nayir darstellt, weil er trotz seiner Position als Polizist auch mal über Gesetze hinwegsehend eingreift, wo er es nötig findet und der mit Hilfe von Katyas Einsatz gegen alle Regeln am Ende ein Geständnis erwirkt, spielt dabei eine interessante Rolle. Auch er hat übrigens häusliche Probleme mit seiner berufstätigen Ehefrau, die  über ihre Belastungsgrenzen hinweg versucht, es allen recht zu machen.

Nayir und Katya werden in all dem Geschehen von ihren widersprüchlichen Gefühlen geplagt, ist es doch deutlich, dass sie trotz aller Sympathie sehr unterschiedliche Einstellungen zum Leben haben.

Ich verrate weiter nichts über den Ausgang sowohl des Falles, als auch über den vorläufigen der Liebesgeschichte.

Das Buch hat mir dann doch sehr gut gefallen, wenn man über die anfänglich erwähnten Dinge hinwegsieht. Zoe Ferraris ist eben trotz aller Einblicke in die islamische Welt keine Muslima und auch keine Islamwissenschaftlerin, deshalb kann man ihr diese Aussagen verzeihen finde ich. Kritischen Blick auf die wahabitische Kultur Saudi-Arabiens kann ich dagegen nur befürworten und da nimmt sie auch kein Blatt vor den Mund.

Also, ich wünsche viel Spaß mit dem Buch!

Verfasst von: meryemdeutschemuslima | 21. November 2009

Hass

Noch etwas aus dem Fundbüro:

In der Neuen Rheinischen Zeitung beschreibt Dagmar Schatz, Muslima und Sanitätsärztin bei der Bundeswehr, den Hass der Islamophoben und die Machenschaften der Medien, die diesen fördern. Unter anderem werden Sabine Schiffer vom Institut für Medienverantwortung und der Juraprofessor Mathias Rohe, der sich mit dem Vergleich von Scharia und europäischem Recht befasst bedroht.

Eine mail an ihn:

„Sie schmieriger Dhimmi, Sie sind also auch einer von jenen verbrecherischen Hochverrätern, die Deutschland an den faschistoiden, totalitären und zutiefst imperialistischen Islam verraten und verkaufen wollen.“ Der anonyme Schreiber fährt fort: „Ich werde mich unglaublich bereichert fühlen, wenn Ihresgleichen, am Halse aufgehangen, am Baukran baumelt. Und wenn Ihnen dann die Visage blau anläuft, die Zunge aus dem Maul hängt, Ihr Schließmuskel versagt und Sie ein letztes Mal unter sich machen, dann, ja dann, werde ich bereichert sein. Ein Einheimischer.“

Die „politisch Inkorrekten“ gründen jetzt ja auch Gruppen für den Einsatz vor Ort, z.B. indem sie ihren „Besuch“ im Institut für Medienverantwortung ankündigen. Man glaubt es kaum, wenn man die Leute sieht, was in ihren Köpfen vorgeht:

Fotos von „PI“ via Neue Rheinische Zeitung


Verfasst von: meryemdeutschemuslima | 19. November 2009

Fundbüro: Wer ist gefährlicher, Iran oder Deutschland?

Aus dem Muslim-Markt

Von Yavuz Özoguz

Will man bei internationalen Konflikten ernsthaft versuchen, einen Weg zu einer friedlichen Koexistenz einzuschlagen, dann ist es nötig, den Konflikt von beiden Seiten zu betrachten. Das aber wird in Deutschland von der Hofberichterstattung verhindert, weil man dann zu erstaunlichen Schlüssen kommen könnte.

Gemäß Hofberichterstattung in Deutschland – mehr noch als in allen anderen westlichen Staaten, wird der Eindruck erweckt, als wenn der Iran vor hat, Atomwaffen zu bauen, um damit Israel und sogar Europa zu bedrohen. Kaum jemand aber wagt sich einmal an eine halbwegs sachliche Betrachtung der aktuellen Ausgangssituation aus beiden Seiten, um zu erkennen, wer die eigentliche Bedrohung darstellt. Das soll hier im Folgenden am Beispiel der Gegenüberstellung Deutschland und Iran erfolgen. Deutschland wird hier nicht nur deshalb ausgewählt, weil es die Heimat des Autors dieser Gegenüberstellung ist, sondern auch deshalb, weil die amtierende Herrschaft sich heutzutage zum Flaggenträger der westlichen Feindschaft gegen den Islam, die Muslime und insbesondere die Islamische Republik Iran aufgeschwungen hat; warum auch immer. Die durch Politiker und ihre Hofberichterstattung erhobenen Vorwürfe gegen die Islamische Republik Iran sollen mit für jeden nachprüfbaren Fakten gegenüber gestellt werden.

Der Hauptvorwurf der Merkel-Regierung gegen die Islamische Republik Iran besteht darin, sie würden Atomwaffen anstreben und damit den Westen bedrohen. Tatsache ist, dass bis heute keine einzige Atomwaffe auf iranischem Boden stationiert wurde. Tatsache ist, dass Iran bis heute technisch gar nicht in der Lage ist, Atomwaffen herzustellen. Tatsache ist auch, dass das Geistliche Oberhaupt in einem religiösen Dekret (Fatwa) bereits vor mehreren Jahren den Besitz von Atomwaffen für mit dem Islam nicht vereinbar erklärt hat, was die höchste Stufe der Ächtung darstellt. Jetzt aber wechsle man einmal die Seiten und betrachte die Vorwürfe aus iranischer Seite in Richtung Deutschland. Deutschland hat auf seinem eigenen Grund und Boden zahlreiche Atomwaffen stationiert, die unter Kontrolle der USA stehen und ohne jegliche Erlaubnis von Deutschland von hier aus gegen die ganze Welt abgefeuert werden können; auch gegen den Iran. Deutschland hat keinerlei Bestrebungen, diese Stationierung (die im Fall eines Unfalls auch eine enorme Gefahr für Bundesbürger darstellen würde) zu beenden. Und in Deutschland gibt es kein Gesetz oder dem religiösen Dekret im Iran vergleichbare Äußerung von regierenden Spitzenpolitikern zur Ächtung von Atomwaffen der eigenen Verbündeten! Gleichzeitig betrachtete sich Deutschland als Hauptverbündeter Israels, das über mehrere Hundert Atomwaffen verfügt, nicht dem Atomwaffensperrvertrag beigetreten ist und von niemanden überprüft wird.

Dem Iran wird in diesem Zusammenhang vorgeworfen, den Kreislauf der Urananreicherung schließen zu wollen, um selbständig Brennelemente für die eigenen Kernkraftwerke liefern zu können, und somit die Gefahr bestehe, dass man bei erheblich größerem Aufwand und Anreicherungsgrad auch Atombomben herstellen könnte. Deutschland hat den Uran-Kreislauf seit Jahrzehnten geschlossen, verfügt über hinreichend Brennelemente und auch das Know-how und die Technik, um innerhalb kürzester Zeit eigene Atomwaffen herstellen zu können.

Dem Iran wird vorgeworfen, an der Entwicklung von Raketen zu arbeiten, die eines Tages auch Deutschland bedrohen könnten. Deutschland hat auf eigenem Boden zahlreiche Raketen stationiert, die mit Atomwaffen bestückt sind und bereits heute den Iran erreichen können. Diejenigen, die die Kontrolle über jene Raketen ausüben, drohen tagtäglich dem Iran mit Sanktionen bis hin zu militärischen “Maßnahmen“. Während von den Betreibern der Raketen auf deutschem Boden der Iran militärisch bedroht wird, hat der Iran noch nie irgendein europäisches Land bedroht!

Dem Iran wird vorgeworfen, Israel “vernichten“ zu wollen. Unabhängig davon, in wie weit jener Vorwurf auf Übersetzungsverfälschungen und Propaganda beruht, hat der Iran noch nie Israel angegriffen und hat das auch nie angekündigt. Hingegen hat Israel mit vollster Unterstützung Deutschlands erst jüngst einen Vernichtungsfeldzug gegen den Gaza-Streifen durchgeführt, wobei 1400 Zivilisten ermordet wurden. Gleichzeitig wird den Palästinensern jegliche Luft zum Atmen genommen, sie werden seit Jahrzehnten unter Besatzung gehalten und ihre Land Stück für Stück vernichtet bzw. annektiert! Iranische Soldaten haben Palästinensern noch nie geholfen, aber deutsche Soldaten helfen aktiv Israel und befinden sich vor deren Küste!

Iran wird vorgeworfen, die libanesische Hizbullah mit Waffen zu versorgen. Der Libanon hat aber seit seiner Staatsgründung Israel noch nie angegriffen, während Israel den Libanon schon mehrfach angegriffen und große Teile des Landes Jahre lang besetzt gehalten hat, inklusive Massaker, wie das in Sabra und Schatille. Sämtliche theoretische Waffenlieferungen des Iran an die Hizbullah können nicht ein Bruchteil der Waffenlieferungen ausmachen, die allein Deutschland (auch ohne die USA) auf Kosten des deutschen Steuerzahlers an Israel verschickt. Mögliche iranische Waffen an die Hizbullah können schlimmstenfalls den Libanesen dienen, in einer militärischen Auseinandersetzung mit Israel die eigene Bevölkerung zu schützen und Israel in geringen Teilen zu bedrohen. Keine einzige Waffe, die Iran auch nur theoretisch an die Hizbullah liefert, könnte jemals Deutschland bedrohen. Die U-Boote aber, die Deutschland an Israel liefert, bedrohen den Iran; sogar mit Atomwaffen!

Iran hat keine Soldaten in der Welt stationiert. In keinem einzigen Nachbarland Deutschlands befinden sich iranische Soldaten. Hingegen sind in einem Nachbarland des Iran deutsche Soldaten stationiert, die dort aktiv Krieg führen (wie inzwischen auch die eigene Politik einräumt). Iran ist in keinem Militärbündnis, das sich Rohstoffvorkommen in der Nähe Deutschlands gewaltsam aneignet. Deutschland ist engster Verbündeter jenes Imperiums, das die Rohstoffvorkommen mehrerer Nachbarstaaten des Iran plündert (und es vor der Islamischen Revolution auch im Iran getan hat).

Der Iran unterstützt nicht den Drogenanbau in der Nähe Deutschlands. Deutsche Soldaten aber kämpfen an der Seite jener Soldaten, die den Rekordanbau von Drogen im Nachbarland Afghanistans sicher stellen und den Iran mit kostenlosen Drogen überschwemmen, um die iranische Jugend zu “destabilisieren“.

Weder der Iran noch Verbündete des Iran schützen Verbrecherregime und schlimmste Diktatoren in der Nähe Deutschlands. Deutschland und seine Verbündeten aber stärken fast alle Diktatoren in der Umgebung des Iran.

Die Islamische Republik Iran hat noch nie Massenvernichtungswaffen gegen irgendein Land der Erde eingesetzt, nicht einmal bei dem von Saddam mit Unterstützung der gesamten Westlichen Welt geführten Krieg gegen die noch junge Islamische Republik Iran. Aber Iran ist Opfer von Giftgaseinsätzen, welche Saddam von der Westlichen Welt erhalten hat (u.a. von Deutschland), wofür sich die Westliche Welt nie entschuldigt hat.

Iran hat noch nie zivile Flugzeuge anderer Staaten beschossen. Aber als ein vollbesetztes iranisches Passagierflugzeug vom engsten Verbündeten Deutschlands abgeschossen wurde und später der Kommandant des Massakers sogar dafür ausgezeichnet wurde, hat sich kein deutscher Regierungspolitiker jemals davon distanziert.

Im iranischen Parlament werden keine Destabilisierungsmaßnahmen gegen westliche Staaten beschlossen, noch unterstützt der Iran irgendwelche Parteien oder Gruppierungen, die das System Deutschlands gewaltsam verändern wollen. Deutschland hingegen ist engster Verbündeter eines Staates, dass jahrjährlich offiziell Millionenbeträge zur Destabilisierung des Iran bereitstellt und deutsche Politiker haben auch schon unverblümt zum Umsturz im Iran aufgerufen.

Dem Leser dürfte Verständlich sein, dass obige Auflistung noch sehr lange fortgesetzt werden könnte.

Sicher, allein aus deutscher Sicht betrachtet, bei völliger Ausklammerung der iranischen Sicht, und bei Hinnahme der eigenen Propaganda könnte der Iran als Bedrohung empfunden werden. Aber auf Basis einer sachlichen Abwägung müsste unter gleichen Voraussetzungen jeder Bürger der Islamischen Republik Iran die Bundesrepublik Deutschland als viel größere Bedrohung wahrnehmen! Sie tun es aber nicht! Und hier stellt sich sofort folgende Frage: Warum?

Zum einen spielt hier sicherlich die Religion eine große Rolle, dass man sich im Iran vor nichts fürchtet und die einzige Furcht, die man in sich entwickeln will, die Gottesehrfurcht ist (übrigens auch bei iranischen Christen). Ein weiterer Aspekt aber dürfte darin liegen, dass nach wie vor die meisten Iraner Deutschland als unfreies Land betrachten, das nicht unabhängig entscheiden kann und von Politikern geführt wird, die Interessen anderer Staaten den Interessen der eigenen Bürger vorziehen. In wie weit diese Einschätzung tatsächlich zutrifft und in wie weit die deutsche Bevölkerung die aggressive Politik der Bundesregierung nicht mitträgt bzw. eine gewisse Mitschuld zu verantworten hat, sei dahingestellt.

Würde man in solch einer extremen Schieflage der tatsächlichen Bedrohungssituation Friedensforscher fragen, wie eine Konfliktlösung zumindest angedacht werden kann, käme sicherlich der Vorschlag nach vertrauensbildenden Maßnahmen auf. Und es ist üblich, dass bei asymmetrischen Bedrohungslagen die militärisch größere Bedrohung die größeren Schritte zur Vertrauensbildung unternehmen muss. Derzeit geschieht aber genau das Gegenteil: Als in der UN Vollversammlung die absolute Mehrheit von über 110 Staaten dieser Erde eine genauere Untersuchung des Gaza-Massakers (auf beiden Seiten) forderte, hat Deutschland dies zusammen mit Israel und den USA abgelehnt. Und obwohl die ablehnenden Staaten in einer totalen internationalen Isolation standen, titelte die deutsche Hofberichterstattung, dass Israel unzufrieden wäre mit über 110 Staaten; welche eine Verkehrung der Umstände?!

Entspannungspolitik setzt voraus, dass der beidseitige Wille zur Entspannung vorhanden ist. Deutschland, als einer der Vorreiter des ungezügelten Kapitalismus, sieht sich ideologisch wie wirtschaftlich in einer Sackgasse, aus der zumindest kurzzeitig nur ein Entrinnen möglich ist mit noch mehr Unterdrückung der Welt, noch mehr Ausbeutung mittels Finanzmärkte, noch mehr Spekulation, noch mehr unnatürlichem Wachstum usw.. Man kann es drehen und wenden, wie man will, man kann es analytisch auseinanderdividieren oder politisch fachsimpeln; letztendlich führt es immer wieder zu dem gleichen vereinfacht darstellbaren Schluss: Das System, welches die Bundesrepublik Deutschland zur Zeit vertritt, hat entweder die Wahl, einen Systemwechsel (weg vom Kapitalismus) durchzuführen, oder muss in die nächsten Kriege mit einsteigen. Das System der Islamischen Republik Iran kann auch ohne Kapitalismus in der Welt, ohne Ausbeutung von anderen Ländern, ohne Armut in Afrika, ohne Wachstum und Zinsen überleben, ja sogar besser gedeihen. Das heutige System der Bundesrepublik Deutschland ist dazu aber nicht in der Lage. Vor dieser Ausgangssituation stellt sich erneut die Frage: Wer ist gefährlicher, Iran oder Deutschland?

Was die Bürger beider Länder angeht, so ist wohl festzustellen, dass sie sich (fast) alle Frieden wünschen. Aber mit dem Wunsch alleine ist es nicht getan. Wer Frieden will, muss sich friedvoll für ein System einsetzen, dass auch friedvoll existieren kann.

Verfasst von: meryemdeutschemuslima | 18. November 2009

Eine virtuelle Pilgerfahrt, Teil 2: Das Eilen

Bismillah

Das „Eilen“ zwischen den Hügeln von Safa und Marwa ist ein weiterer Ritus der Pilgerfahrt, bzw. der kleinen Pilgerfahrt und wird nach dem Gebet der Umkreisung an der Abrahamsstätte durchgeführt. Es geht zurück auf Prophet Abraham, a.s., und seine Ehefrau Hagar (Hadschar).

Ich habe davon schon ein bisschen erzählt in der Geschichte des Brunnens Zamzam. Die Überlieferungen zu der Art und Weise, wie Hadschar an den Ort Mekka kam sind ein bisschen unterschiedlich, z.B. gibt es bei eslam.de eine etwas unterschiedliche Variante zu der Art, wie Hadschar an den Ort gelangt ist, an dem später die Stadt Mekka entstehen sollte.

Entscheidend ist jedenfalls, dass Hadschar an diesem öden Ort mit ihrem Baby Ismael alleine zurückblieb, es war eine wüste Stelle ohne Wasser oder Pflanzen, die Nahrung liefern konnten. Bald begann der kleine Ismael zu weinen vor Durst und Hadschar lief eilig zwischen den Hügeln hin und her und hielt nach einer Wasserquelle Ausschau. Beim siebten Mal entdeckte sie schließlich, dass direkt zu Füßen ihres Sohnes eine Quelle entsprungen war.

Heute gibt es überdachte Gänge zwischen den Hügeln, um die Millionen Pilger ungefährdet dieses Ritual durchführen zu lassen, aber der Sinn darin ist weiterhin, dieses Gefühl wiederzuerleben, dass Hadschar gehabt haben muss: zwischen Hoffen und Bangen und letztlich die Erkenntnis, dass alles von Allah dem Erhabenen abhängt, wie sehr wir uns auch bemühen.

Nachdem diese Quelle Zamzam entdeckt worden war, begann Mekka zu entstehen und zu wachsen. Dort wo Abraham, a.s., einst die erste Gebetsstätte errichtete, entstand später die Kaaba. So wurde wahr, worum Abraham, a.s. gebetet hatte:

„Mein Herr, mache dies zu einer Stadt des Friedens und versorge mit Früchten die unter ihren Bewohnern, die an Allah und an den Jüngsten Tag glauben“ (Heiliger Qur’an 2:126)

Hadschar blieb an diesem Ort wohnen und ihr Grab ist das einzige, das innerhalb des heiligen Bezirkes um die Kaaba liegt.

Ein kurzer Eindruck von den überdachten Gängen heute. Allerdings außerhalb der Pilgerzeit, dann ist es dort viel voller.

Hier ein etwas längerer Film einer von einer Umrah in 2009. Den finde ich sehr ergreifend, weil man die Lobpreisungen hört, die die Pilger sprechen und ein paar süße kleine Kinder zu sehen sind, die das große Glück haben, schon so jung mit ihren Eltern nach Mekka zu reisen.


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