Islamische Tagung deutschsprachiger Muslime 2012 – 1 -

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Islamische Tagung deutschsprachiger Muslime 2012  – 1 -

Bismillah i rahmani rahim

Hier nun die ernsthaften Berichte, :-)

Hier ein schönes Video eines Teilnehmers,  mit Stimmungsbildern, viel besser als ich es kann:

Ich bin mit einer dicken Erkältung zurückgekehrt und darum fällt es mir gerade etwas schwer zu formulieren. Aber ich fang einfach mal mit dem ersten Vortrag der Tagung an. Norbert Müller, deutscher Muslim und Jurist aus Hamburg sprach über

“Der heilige Quran und die Verfassungsordnung”

Er bezog sich hierbei angesichts der vielen österreichischen Teilnehmer der Tagung ausdrücklich nicht nur auf das deutsche Grundgesetz.

Von Seiten westlicher Islamkritiker, deren “Integrationsdebatte” eher  ein Ausgrenzungsdiskurs ist, wird die Vereinbarkeit des Islams, bzw. seiner Grundlage, des Qurans, mit westlichen Verfassungsordnungen angezweifelt – vermehrt seit den Ereignissen von 9/11, seither wird ja die Konstruktion des Feindbildes “Islam” verstärkt betrieben.

Gleichzeitig gibt es auch unter Muslimen Minderheitsmeinungen, die Verfassungen, die allgemeine Erklärung der Menschenrechte und Integration ausdrücklich ablehnen, sie als “Bida”, d.h. als unerlaubte Neuerung ansehen und für die Errichtung eines “Kalifates” eintreten.

Dabei, so erläuterte Norbert Müller, sieht man auch an den Staaten des “arabischen Frühlings” oder in der Türkei, dass sich unter demokratischen Gegebenheiten der Islam besser entfalten kann. Aber sowieso steht der Islam nicht im Widerspruch zur Demokratie, so Müller, ist doch das Prinzip der “Schura”, also der Beratung und der Partizipation aller gesellschaftlichen Gruppen dem Islam von Beginn an zu eigen gewesen. Die Muslime sind also ausdrücklich zur Beteiligung an der Gestaltung der Gesellschaft aufgerufen. Der Islam lehnt Despotie ausdrücklich ab und der heilige Quran ist ein Buch, das in allen Zeiten und unter allen Gegebenheiten Antworten auf gesellschaftliche Herausforderungen geben kann.

Die Rechtsstaatlichkeit als Prinzip einer freiheitlichen Gesellschaftsordnung und als Schutz vor Willkür wurde im ersten islamischen Staat unter Regierung des Propheten Muhammed, s.a.s., eingeführt. Auch schützt der Islam ausdrücklich die Integrität des einzelnen Menschen, indem er das Recht über Leben und Tod ausdrücklich Gott zuschreibt. So dürfen Muslime nur in Ausnahmefällen andere Menschen töten.

Der heilige Quran sagt dazu:

Aus diesem Grunde haben Wir den Kindern Israels angeordnet, dass wer einen Menschen tötet, ohne dass dieser einen Mord begangen oder Unheil im Lande angerichtet hat, wie einer sein soll, der die ganze Menschheit ermordet hat. Und wer ein Leben erhält, soll sein, als hätte er die ganze Menschheit am Leben erhalten. (…) (5: 32)

Der Islam gibt das Recht auf Widerstand gegen Unterdrückung, wie es auch das Grundgesetz in Artikel 20 gestattet. Auch sonst sind die Interessen die der Islam vertritt allgemeine Interessen wie die gesellschaftliche Gerechtigkeit und Bekämpfung von Armut.

Norbert Müller ging in seinem Vortrag noch auf die gegen die Religionsfreiheit gerichteten Strömungen der sogenannten “Islamkritik” ein, die den Islam als “feindselige Ideologie” darstellen. Islamfeindlichkeit hat seit 2001 zu über 200 Angriffen gegen Menschen geführt, etwas das gerne heruntergespielt wird.

In Hamburg ist die “Schura Hamburg” (http://www.schurahamburg.de/) als Rat der islamischen Glaubensgemeinschaften mit dem Senat in Verhandlungen zum Abschluß eines Staatsvertrages, der dazu führen soll, dass es islamischen Religionsunterricht, die Anerkennung islamischer Feiertage und kein Verbot von islamischer Bekleidung im öffentlichen Dienst geben soll.

Die Schura engagiert sich auch sonst politisch, indem sie zur Teilnahme an Demonstrationen aufruft, wie der am kommenden 2. Juni gegen einen Naziaufmarsch und vor Wahlen Parteivertreter zu Diskussionen über Themen einlädt, die für Muslime relevant sind.

Grundsatzerklärungen zum Islam in der deutschen Gesellschaft gibt es z.B. vom Zentralrat der Muslime in Deutschland als “Islamische Charta”: http://zentralrat.de/3035.php

oder auch bei der “Schura Hamburg”: http://www.schurahamburg.de/index.php?option=com_content&view=article&id=46&Itemid=60

Und hier noch ein Video von mir, eine der wunderschönen Koranrezitationen von Weltmeister Hassan Sadeghi auf der Tagung:

s. auch: http://meryemdeutschemuslima.wordpress.com/2012/05/26/schon-wieder-islamisten-treffen-in-hamburg/

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3 Antworten »

  1. @Anisah: Ja, dieses “Event” gibt es schon sehr lange. Früher haben wir es im Winter gemacht, aber das ist etwas schwierig, wegen Eis und Schnee auf den Straßen, außerdem kann man mit den Kindern nicht rausgehen, und dann wrden sie hibbelig.
    daher haben wir uns auf Pfingsten geeinigt, wegen des (meist) besseren Wetters und der wärmeren Temperaturen. Außerdem platzt die Moschee bei unseren Treffen eh schon aus allen Nähten, und wenn man das ein wenig nach draußen verlagern kann, wenigstens die Essensausgabe, bringt das eine gewisse räumliche Entlastung.
    Es ist jedenfalls immer wieder ein Aufladen der spirituellen Batterien….

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