Bismillah
Manche Leute sind um ihre Freunde zu beneiden. Bundespräsident Wulff zum Beispiel, hat gute Freunde, die ihm in einer finanziellen Notlage zur Seite gesprungen sind. Dagegen kann man nicht viel einwenden, finde ich, zumal es sich um Freunde handelt, die er nicht erst in seinen politischen Zeiten gefunden hat. In seinem Freundeskreis finden sich aber auch sehr unappetitliche Gestalten wie der Herr Maschmeyer – dass Herr Wulff solche Freunde hat, die mit schmierigen Geschäftspraktiken reich geworden sind, das finde ich das eigentliche Problem. Wenn er sich von Herrn Maschmeyer für dessen PR-Strategie benutzen lässt um in einer Reihe mit Veronica Ferres diesen von einem “Drücker” zu einem seriösen Geschäftsmann zu verwandeln – schlimm. Wenn Wulff einen solchen Menschen wirklich mag – noch schlimmer.
Und wenn Herr Wulff bemängelt, dass er als Aufsichtsrat von VW ja praktisch mit keiner Bank Geschäfte machen könne, die ihn nicht in den Verdacht bringen, bestechlich zu sein – nun, ich finde schon immer, dass Abgeordnete, Minister- und Staatspräsidenten nicht in Aufsichtsräte gehören. Es gibt wohl kaum einen Politiker der ihm da Vorwürfe machen kann, wer macht in der Branche keine Nebengeschäfte? Und die sind dann natürlich in ihren Parlamenten immer völlig unabhängig und vertreten nicht die Interessen der Firmen, an denen sie so schön nebenher verdienen. Und dass zwischen dem Abschluss und der Auszahlung eines Hypothekendarlehens einige Zeit vergeht, das weiß auch jeder, der schon mal ein Haus finanziert hat. Verlogen, wenn jetzt aus solchen Details dem Bundespräsidenten ein Strick gedreht wird – diejenigen die am lautesten schreien, sollen mal in ihre eigenen Schubladen schauen.
Aber egal, ich bin sowieso völlig illusionslos, was unsere Politiker angeht.
Die guten Nachbarn: damit meine ich die Türkei und Iran, die wider alle Versuche, Konflikte zu konstruieren ihre nachbarschaftlichen Beziehungen pflegen. Außenminister Davutoğlu ist heute zu ganz normalen Gesprächen nach Iran gereist (http://www.todayszaman.com/news-267563-fm-ahmet-davutoglu-departs-for-talks-with-sanction-dizzy-iran.html) – bei denen natürlich auch Streitthemen, wie der NATO-Raketenschirm oder Syrien zur Sprache kommen. Aber auch wenn die USA meinen, dass jedes Land nach seiner Pfeife tanzt – die Türkei geht ihren eigenen Weg, Iran tut das seit über 30 Jahren. Auch wenn die Wege unterschiedlich sind, von anderen Ländern lassen sich die beiden nicht beeinflussen. So nimmt auch das Handelsvolumen zwischen Türkei und Iran zu – glauben denn die USA, dass sie Länder wie die Türkei, China, Korea, Pakistan, Indien von Geschäften mit Iran abbringen können? Wollen sie alle Länder abstrafen, die mit Iran Handel treiben? Mit wem wollen sie dann noch Handel treiben?
Der Besuch wird inschallah auch dazu beitragen, den inszenierten Sunniten-Schiiten Konflikt zu deeskalieren. Iran fördert schon immer die Gemeinsamkeiten, nicht die Unterschiede zwischen den Rechtsschulen und Ayatollah Chamenei warnt davor, auf die imperialistische Taktik der Spaltung hereinzufallen.
Die US-Regierung äußerte heute, dass Iran Angst hätte, das wäre der Grund, warum sie auf ihre militärische Macht aufmerksam machen. Natürlich kann Iran militärisch mit den USA nicht Schritt halten, da braucht man sich nur das “Verteidigungs”budget der USA anschauen. Trotzdem ist Iran bislang unbesiegt – es hat ja auch noch kein anderes Land angegriffen, ganz im Gegensatz zu den USA die aus ihren diversen imperialistischen Kriegen überall beschädigt herausgehen. So verschuldet wie die USA sind, werden sie wohl kaum noch ein Abenteuer wagen, auch wenn natürlich die Kriegshetze den Rüstungsgeschäften förderlich ist. Dass die Rüstungsunternehmen so viele Steuern zahlen, dass die USA sich saniert, das glaube ich dann doch nicht. Bezahlen tun die amerikanischen Bürger, für die kein Cent mehr übrig ist, außer gerade noch Lebensmittelgutscheinen.
Die USA stellen sich außenpolitisch ins Unrecht und sind im Inneren ruiniert. Und wer wird hier jetzt aus Angst laut? Israel, dass doch angeblich um seine Existenz fürchten muss, weil die Iraner es zerstören wollten, ist jedenfalls durch die Angriffspläne der USA gegen Iran gefährdet – nicht weil Iran irgend etwas tun würde, wenn die Palästinenser nicht geschlossen um Hilfe bitten. Im Gegenteil, Israel ist durch die amerikanische Strategie gefährdet:
Washington (Press TV) – Ein ehemaliger Offizier des US-Geheimdienstes CIA und politischer Aktivist hat speziell zu den militärischen Drohungen der USA gegenüber Iran gesagt: “Ein Angriff auf Iran ist gleichbedeutend mit dem Ende der Existenz Israels. “
Raymond McGovern, ein ehemaliger Offizier des US-Geheimdienstes CIA und politischer Aktivist, sagte in einem Interview mit Press TV in den USA: “Die Vorstellung, dass eine zunehmende Feindseligkeit gegen Iran größere Sicherheit für Israel bedeutet, wird als “größter Fehler des Jahrhunderts” bekannt werden.”
Weiter sagte er in diesem Interview: “Wenn die derzeitige Rhetorik fortgesetzt wird, und im Persischen Golf oder in der Straße von Hormuz etwas passiert, dass zu größerer Feindseligkeit führt, werden diese Umstände möglicherweise nicht nur zu einem regionalen Krieg sondern zur Auslöschung Israels führen.” (http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/201106-angriff-auf-iran-ende-israels)
Wäre ich bösartig, könnte ich nun fragen, ob die USA auf diese Weise das Problem erledigen wollen, das Israel inzwischen für sie darstellt. Genauso wie ich mich natürlich frage, ob nicht steigende Ölpreise auch ihre Vorteile für Regierungen haben – für unsere bspw., die am hohen Benzinpreis mittels Steuern ordentlich mitverdient.
Letztlich wird es beim Kriegsgetrommel wohl bleiben und statt eines großen schmutzigen Krieges, wird der “kleine” schmutzige Krieg im Untergrund und in der Öffentlichkeit weitergeführt werden. Terroranschläge gegen iranische Wissenschaftler, Spionageaktivitäten und haltlose Beschuldigungen zur Rufschädigung Irans, das werden wohl die Mittel der US/israelischen Wahl bleiben.
Schade, dass die EU keinerlei Selbstbewußtsein besitzt und wie ein treuer Dackel hinterhertrottet. Kein Rückgrat in der ganzen EU-Politik in Sicht.
Ich möchte noch etwas über aktuelle türkische Ereignisse schreiben, aber für heute muss es genug sein. Inschallah in den nächsten Tagen, ich komme gerade nicht so viel hierher, wie ich möchte.