Archiv für den Monat November 2011

Muharram-Überlegungen zweiter Teil: Muawiya in der Mongolei?

Muharram-Überlegungen zweiter Teil: Muawiya in der Mongolei?

Bismillah

Saudi-Arabien ist natürlich nicht das einzige Land, in dem Yazidismus heute zu Hause ist und was die Nachfolge von Muawiya angeht, gibt es mindestens ein Volk das sich viel schlauer anstellt als das saudische Königshaus. Die Saudis scheinen mir nicht sehr einfallsreich, wenn es darum geht, ihren Einfluss auszuweiten.

Gedankenspiel:

Stellen wir uns mal vor, Gruppen aus dem Rheinland, die sich als neuerstarkte original germanische Bewegung sehen, blühen dort auf und vertreten in der Folge eine Re-Germanisierung der ganzen Bundesrepublik Deutschland. Zu diesem Zweck vertreiben sie Bürger, die sie zu anderen Ethnien zählen – nein, das ist kein gutes Phantasiebild, zu real….

Also ein anderes:

In der Türkei gibt es Zusammenschlüsse von Gruppen, die sich auf ihre Abstammung aus den Turkvölkern berufen und dafür plädieren, die ehemalige Heimat, so Mongolei und drumherum, wieder für sich in Anspruch zu nehmen. Was in diesem Fall weniger Städtebau als Nomadendasein bedeutet. Einige kleine Abordnungen von türkischen Volkszugehörigen verlassen die Türkei und versuchen sich dort heimisch zu machen, sie haben dort auch keine größeren Probleme mit den jetzt dort lebenden Mongolen, weil das Land sehr dünn besiedelt ist. Da passiert etwas Schreckliches: in der Türkei erstarken wider Erwarten die kurdischen Terroristen, die im Parlament zunächst ihre verdeckten Mitglieder agieren lassen, schließlich aber die Regierung an sich reißen und mit massiven Repressionen bis hin zu mehreren Massakern gegen die Türken vorgehen. Andere Volksgruppen reagieren eingeschüchtert und kommen den Türken nicht zu Hilfe. Nachdem ein großer Teil der türkischen Bevölkerung ausgerottet ist, versuchen die Überlebenden zu fliehen. Ein Teil wendet sich nach Europa, weil sich dort seit vielen Jahren Türken niedergelassen haben und etabliert sind. Andere gehen in die USA oder in Länder des ehemaligen osmanischen Reiches, wo sie zwar aufgenommen, aber nicht gerade geliebt sind. Da ertönt der Ruf der in die Mongolei ausgewanderten Türken, doch auch in die angestammte Heimat zurückzukehren und ein großer Teil der Überlebenden macht sich dorthin auf. Jetzt ist die türkische Gemeinschaft dort erstarkt, aber noch immer in der Minderheit. Da wenden sich türkische Vertreter an die UN, ihnen doch dieses Land zuzusprechen, schließlich seien sie dort hergekommen und deshalb die eigentlichen Herrscher. Die UN kommt diesem Ansinnen nach, mit der Auflage, dass sich die Türken und die Mongolen über eine Aufteilung des Landes einigen. Die Mongolen werden nicht gefragt, ob ihnen das recht ist.

Die Auflage, Verhandlungen mit den Mongolen zu führen, ignorieren die Türken. In den folgenden Jahrzehnten drängen sie die Mongolen mehr und mehr ins Abseits, obwohl diese zahlenmäßig noch immer in der Überzahl sind. Das erreichen die Türken, indem sie sich gewaltsam Zugang zu den Bodenschätzen sichern und diese vermarkten, auch erhalten sie aus Europa, wo viele Türken seßhaft geworden sind, unentwegt Waffen und Geld im Überfluss. So reißen sie nach und nach die wenigen Städte an sich und gründen neue in den Steppengebieten, die allerdings nur mit höchster staatlicher Unterstützung zu erhalten sind, da es an Ressourcen und Verdienstmöglichkeiten dort mangelt. Den Mongolen wird auch die Beweglichkeit im Land erschwert, indem das wichtige Eisenbahn- und Straßennetz nur den Türken nutzbar gemacht wird. Volle Bürgerrechte haben nur Türken, Mongolen erhalten bei Wohlverhalten ein Aufenthaltsrecht, viele sind aber auch vertrieben worden, davon sind große Gruppen in das autonome mongolische Gebiet Chinas geflüchtet, das daraufhin Angriffsziel der Türken wurde und in mehrere Kriege verwickelt. Sonderbarerweise schreitet das mächtige China nicht ein, obwohl doch die Mongolei in der Entwicklung noch weit zurückliegt.

Die mongolische Bevölkerung, zunächst völlig überrumpelt von der Entwicklung, fängt an sich zu wehren, ist aber militärisch kaum ausgestattet. Trotzdem schlagen die Türken erbarmungslos zurück, wenn es militärische Angriffe gegeben hat. Die Mongolen rufen die UN um Hilfe an, diese rügt auch die Türken und erstellt diverse Resolutionen, die diese ignorieren. Trotzdem steigt die Unterstützung für die Türken aus dem Ausland stetig, sowohl mit Waffen, mit Geld und mit moralischer Zustimmung. Schließlich haben die Türken ja nur ihr Heimatland wieder in Anspruch genommen und das auch noch in einer Zeit höchster Not. Und sie haben schließlich die Mongolei vorangebracht und zu einem modernen Industriestaat entwickelt, mit der Ausbeutung von Bodenschätzen und einer hoch entwickelten Waffenindustrie.

Sechzig Jahre nach der Machtübernahme durch die Türken, sind die zahlenmäßig überlegenen Mongolen völlig entrechtet und wirtschaftlich am Abgrund. Industriell können sie nichts leisten und was die Ressourcen für die traditionell wirtschaftlich bedeutende Viehzucht angeht, sind sie von den fruchtbarsten Gebieten völlig abgeschlossen………usw.

Das kommt uns sicherlich allen bekannt vor.

Ein klarer Fall von äußerst geschicktem Muawiyanismus, oder? Und wir wissen sicherlich alle, auf wen dieses Gedankenspiel Bezug nimmt. Dass ich nicht direkt auf Israel hingewiesen habe, hat den Grund dass ich zeigen wollte, das meiner Meinung nach die Ideologie und die Strategie Israels auch überall anders zum Ausdruck kommen könnte. Nur sind es nun mal die Zionisten, die das so unrühmlich umgesetzt haben. Yazids Einfluss sehe ich weniger. Jedenfalls prassen die Zionisten nicht so offensichtlich wie die saudischen Prinzen, allerdings haben sie ihre Freude daran, sowohl die eigene palästinensische Bevölkerung zu malträtieren, als auch, sich die schönsten und ressourcenreichsten Gebiete zu sichern. Und dort wo es wenig Ressourcen gibt, schaffen sie diese heran, wie z.B. das Wasser aus dem Jordan, zu dem die Bewohner des Westjordanlandes keinen Zugang mehr haben und auf mildtätige Zuteilungen der Zionisten angewiesen sind. Aber der Haupteinfluss ist der eines Muawiya, vor allem was die unglaublich geschickte Instrumentalisierung der westlichen Welt angeht. Das Brechen von Verträgen – das hat auch Muawiya schon mit Imam Ali, a.s. gemacht, ebenso den Ressourcenklau. Den Islam hat er dazu nur am Rande benutzt, so wie im obigen Phantasiespiel auch ein ideologischer Hintergrund nur eine kleine Rolle spielt und nur zur Unterstreichung des historischen Anspruches auf das Land dienen soll. Ein wirklich ideologisches oder moralisches Konzept steckt nicht dahinter, ebenso wie der Zionismus dem Judentum kaum zuzurechnen ist. Gute Informationsquelle zum Thema “Zionismus versus Judentum” ist die Zeitschrift “Der Israelit” (http://www.derisraelit.org/).

Die Zionisten wären aber nichts ohne die Unterstützung die sie erfahren, sowohl moralisch als auch vor allem militärisch und finanziell. Und die Mongolen, Verzeihung, die Palästinenser wären nicht in ihrer bedrängten, verzweifelten Lage, wenn nicht ein großer Teil der Welt ungerührt zusehen würde, was ihnen geschieht. Sonderbar auch, dass das mächtige China die arabischen Länder sich so haben einschüchtern lassen, dass sie sich trotz ihrer fraglos vorhandenen Übermacht nicht von Anfang an gegen die Etablierung dieses menschenverachtenden Systems gewehrt haben. Und was können eigentlich die Mongolen die Palästinenser dafür, dass sich in einer anderen Weltgegend ein Völkermord an den Türken Juden ereignet hat? Und warum erkennt das gebeutelte türkische  jüdische Volk nicht, dass es anderen genau das antut, was ihm selber widerfahren ist? Wohl auch eine Folge geschickten Taktierens ihrer muawiyanischen Regierung, die ihnen ein Übermenschentum einredet und es ihnen weitgehend bequem macht.

Ich finde es unglaublich, und das ist gänzlich von religiöser Geschwisterlichkeit den Palästinensern frei, denn das konnte ich auch schon als Nichtmuslima klar erkennen, dass hier ein Volk seines eigenen Grund und Bodens beraubt wird. Wir kennen wohl alle die Landkarte mit der zunehmenden “jüdischen” Färbung und den kleinen Apartheid-Inselchen, die mal ein souveräner Staat Palästina werden sollen – aber selbst das wird von den Zionisten noch verhindert. Befürworter der “Ein-Staat-für-alle” Lösung der Palästina Probleme nehmen das gelassen hin, weil diese Zweistaatenlösung sowieso unmöglich geworden ist. Und, wie es Samir Abbed-Rabbo (http://meryemdeutschemuslima.wordpress.com/2011/09/14/zionisten-die-zweite-zwei-staaten-ein-staat-vortrag-von-samir-abbed-rabbo/) so schön sagt, würde diese die falsche Meinung unterstreichen, das Juden, Muslime und Christen nicht friedlich zusammenleben könnten.

Also: ganz unabhängig von religiöser Verbundenheit mit den Palästinensern – schließlich werden dort auch Christen und oppositionelle Juden unterdrückt – ist es unsere Pflicht, gegen Rassismus aufzustehen. Egal wo in der Welt solche Ungerechtigkeit herrscht. Dass uns natürlich die Unterdrückung der palästinensischen Geschwister besonders ins Auge und Herz sticht, liegt natürlich auch daran, dass dieses Land auch eine religiöse Heimat ist, aller drei monotheistischen Religionen natürlich. Was es besonders unverschämt macht, dass unter dem Deckmantel der Religion dort ein rassistischer Staat errichtet wurde.

Ich weiß ehrlich auch nicht, was man tun kann, außer immer wieder die Unterstützer des Zionismus mit der Nase auf die offensichtliche Ungerechtigkeit zu stoßen. Und natürlich, so gut es geht den Palästinensern, sei es in Gaza, in der Westbank oder den Flüchtlingen, beizustehen, materiell, spirituell und politisch. Und keine Angst dabei zu haben – so wie es uns die Iraner vormachen, die sich kein Sück darum scheren, dass man sie zu antisemitischen Teufeln erklärt, weil sie es wagen, die Wahrheit zu sagen. Inschallah setzt sich diese dann doch irgendwann durch. Israel isoliert sich zunehmend, auch seit die arabischen Völker sich gegen die Herrscher auflehnen, die es sich als amerikanische Marionetten gemütlich gemacht haben. Und selbst die allergrößten Unterstützer Israels sind langsam genervt davon, dass  das Land penetrant gegen jegliche Abmachung verstößt. Vielleicht wird es finanzkrisengebeutelten Staaten auch zu teuer ständig U-Boot- und andere Geschenke zu machen.

Aber es ist viel mehr Solidarität und lautstarke Unterstützung der Palästinenser nötig, damit sich etwas ändert. Und das gilt im Übrigen für alle Länder der Welt, in denen unterdrückerische Systeme herrschen. Aber wir Muslime haben noch viel zu viel Angst vor Dingen, die nicht Gott sind. Imam Hussain, a.s. hat uns das nicht vorgemacht!

P.S.: ich hoffe die Türken sind mir nicht böse, dass ich sie hier beispielhaft verwendet habe, ich traue ihnen weder ein solches Vorgehen zu, noch erwarte ich, dass sich die Türkei so entwickelt wie ich es in meinem Beispiel geschildert habe (Gott bewahre!)

Wo Muawiya und Yazid heute zu Hause sind

Wo Muawiya und Yazid heute zu Hause sind

Bismillah

Also, wenn ich jetzt anläßlich des Muharrams mir so Gedanken mache, wer heute auf der Welt die Politik eines Muawiyas oder Yazids vertritt, dann fange ich natürlich in der islamischen Welt an, schließlich will frau ja selbstkritisch sein. Aber ich bin mir auf einmal gar nicht mehr so sicher, wer schlimmer ist? Ein Muawiya, oder ein Yazid? Yazid, Sohn Muawiyas, war fraglos der grausamere – aber war er so raffiniert wie sein Vater, der ja schließlich den Boden für die Taten seines Sohnes bereitet hat? Beide haben behauptet Muslime zu sein, jedenfalls haben sie ja als “Kalif” fungiert, was bedeutet, dass sie sich als Stellvertreter Gottes auf Erden betrachtet haben. Muawiya hat sich dabei noch darum bemüht, seinem Amt eine Legitimation zu schaffen, indem er z.B. ein Amt für die Fälschung von Hadithen (Überlieferungen des Propheten Muhammed, s.a.s.) einrichten ließ. Es ist eine Quelle der Auseinandersetzungen zwischen Sunniten und Shiiten, dass aus diesen Hadithen viele Einzug in die “sahih” Werke der Sunniten gehalten haben, auch wenn sie absurde Geschichten über den Propheten, s.a.s., erzählen, wie dass er ein halbes Gebet vergessen hätte, oder wenn sie erfundene Lobhudeleien auf die Gefährten, die den Umayyaden an die Macht verholfen haben oder die Umayyaden, sprich Muawiya selber, erzählen.

So geschickt war Yazid nicht mehr. Vielleicht war er weniger intelligent als sein Vater, vielleicht glaubte er es auch nicht mehr nötig zu haben, auch nur den Anschein von Frömmigkeit zu wahren. In seiner Terrorherrschaft hat er es allerdings so übertrieben, dass nach dem Massaker von Kerbela, wachgerüttelt durch die Reden Zainabs, a.s., seine Untertanen aufgewacht sind und sein eigener Sohn sich schließlich gegen ihn gestellt hat – was dieser wiederum mit seinem Leben bezahlen musste.

Die Herrschaft der Umayyadendynastie in Damaskus war danach nur eine kurze, ca. 90 Jahre – in denen allerdings Eroberungskriege geführt wurden und so verloren sie zwar die Macht in Arabien, regierten aber jahrhundertelang in Cordoba.

Also blanken Terror hat Yazid ausgeübt – wobei er immer noch behauptete Anführer der Muslime zu sein und auch seine Soldaten, die Imam Hussain, a.s., in Kerbela gegenüber standen, sahen sich als Muslime an. Den Boden für den Terror hat aber schon sein Vater Muawiya bereitet – und dem 2. sunnitischen Kalifen nach dem Tod von Muhammed, s.a.s., Umar, kann man den Vorwurf machen, dass er diesen Muawiya mächtig gemacht hat, indem er ihn in Damaskus als Gouverneur regieren ließ. Sein Nachfolger Uthman, hat dann die Umayyaden endgültig in den Sattel gehoben, allerdings hat er sich selbst bei seinen eigenen Verbündeten so unbeliebt gemacht, dass diese ihn ermordet haben. Eine entscheidende Ungerechtigkeit Uthmans, nämlich die Veränderung des Umgangs mit den Staatsfinanzen, führte zu sozialer Ungerechtigkeit, die mit dem Islam ausgeglichen worden war. Imam Ali, a.s., ließ dann auch als eine seiner ersten Amtshandlungen den gehorteten Staatsschatz an alle Muslime verteilen.

Welche Parallelen haben wir heute? Nicht schwer zu finden, wenn wir nach Saudi-Arabien schauen, ein Land, dass ebenfalls von einer Dynastie regiert wird, die auch in den Sattel gehoben wurde und zwar von den Briten – als nützliche Idioten im Kampf gegen das osmanische Reich  zunächst, die es sich aber sehr bequem eingerichtet haben. In ihrem Fall erfolgte der offensichtlichste Terror wohl in ihren Anfangszeiten, während sie heute eher subtil vorgehen – na subtil ist vielleicht doch nicht ganz passend, wenn man bedenkt, wie sie in Bahrain gegen Shiiten vorgehen. Sagen wir mal so: der offensichtliche Terror ist ins Ausland verlagert. Die Unterdrückung der eigenen Opposition, insbesondere der shiitischen im eigenen Land, geschieht nicht im Verborgenen, aber so weit es geht wird sie aus den Nachrichten herausgehalten. Saudi-Arabien ist das Land das bei seinen Militärausgaben an fünfter Stelle weltweit steht – entsprechend ist auch das Unterdrückungspotential das im eigenen Land ausgeübt werden kann.

Eine Schwester, die gerade zum Hadsch gewesen ist, fuhr mit ihrem Mann, der nicht als Shiite zu erkennen war in einem Taxi, in dem der Fahrer sich heftig über die Shiiten aufregte und sagte, die nach Bahrain entsandten Soldaten hätten “mit ihrem Blut unterschrieben” die Shiiten dort allesamt umzubringen. Das ist heute. Dass S.A. im ersten Golfkrieg auch den Irak gegen Iran unterstützte, bekanntermaßen ein grausamer Krieg mit Einsatz von Giftgas von irakischer Seite, ist auch noch nicht so lange her.

Die sonderbare Islamauslegung der saudischen Wahabiten erklärt sowieso fast alle, die nicht dieser Auslegung folgen zu Ungläubigen, mit denen man machen kann, was man will (dass der iranische Präsident Ahmadinejad zur Pilgerfahrt eingeladen wurde, ist wohl ein kleines politisches Wunder). Wer sonst als Shiite zur Pilgerfahrt geht, muss jederzeit mit Schlägen oder Verhaftung rechnen. Die saudischen Sicherheitskräfte wissen sehr wohl,  welchen Stellen Shiiten besondere Aufmerksamkeit schenken und welche Gebetsbücher sie haben (die dann auch mal zerrissen werden).

Während sie von den Gläubigen aber eine puristische Glaubens- und Lebenshaltung verlangen, sind sie für sich selber recht großzügig, sowohl was das Materielle angeht, als auch mit den religiösen Gesetzen. “wikileaks” hat uns dazu nette Erkenntnisse über “Sex,drugs and Rockn´Roll” bei Partys von saudischen Prinzen gebracht, wer aber wikileaks nicht so recht glauben will, kann auch in die türkische Boulevardpresse schauen, die sich immer freut, wenn sie saudische Prinzen und Prinzessinen leicht bekleidet erwischt. Einen Prinzen hat es sogar in ein englisches Gefängnis verschlagen, nachdem er seinen Diener umgebracht hatte (und vermutlich vorher sexuell mißhandelt), ein anderer wurde von einer Münchnerin der Vergewaltigung angeklagt. Man darf solches Verhalten nicht verallgemeinern, aber dass ein System, dass dem erweiterten Familienkreis des Herrschers (ca. 7000 Prinzen) ein Leben in unvorstellbarem Luxus zugesteht, nicht gerade zu Bescheidenheit und respektvollem Umgang mit weniger gut Gestellten fördert, liegt auf der Hand.

So gibt es denn auch im superreichen S.A. Armut:

und wer aus anderen Ländern hier Arbeit sucht, kann auch schlimme Dinge erleben, wie die ganzen Berichte über mißhandelte Hausangestellte zeigen.

Es gibt in anderen Ländern solche und schlimmere Zustände, aber an ein Land, bzw. dessen Herrscher, die sich anmaßen Wächter des wahren Islam zu sein, kann man wohl andere Maßstäbe anlegen!

Also, die Yazidsche Lebensweise finden wir hier auf jeden Fall.

Aber weiterhin ist der Terror nicht nur intern zu finden. In Afghanistan konnten die Taliban nur mit saudischer Hilfe erstarken, die sich einen wahabitischen Gegenentwurf zur Islamischen Republik Iran erhofften. Es ist jetzt nur schwierig, sich mit den amerikanischen Verbündeten zu einigen, wo der Terror a là Taliban gelegen kommt und wo nicht. Im Irak sind die Terroranschläge von Wahabiten immer noch an der Tagesordnung, im Moment eher wieder zunehmend. Etwas dass es zu Zeiten des Diktators Saddam nicht gegeben hat und hier zeigt sich der saudische Einfluss und die Terrorfinanzierung.

Ich würde die “offizielle” Haltung der Saudis eher als die von Muawiyas bezeichnen. Die interne Dekadenz, einschließlich Mißachtung und Mißhandlung von Menschen, die nicht “zur Familie” gehören, Unterdrückung von Opposition im Inneren und der ins Ausland verlagerte blutige Terror, das ist wohl eher Yazids Handschrift. Beide arbeiten ganz gut zusammen.

Soweit für heute. Ich habe ein Problem mit dem Einfügen von links, diese lassen sich nicht mehr in den Text einbinden wie gewöhnlich – auch die wp-Hilfe hat mir da noch nicht weitergeholfen, ich mache alles brav nach Gebrauchsanweisung, aber es funktioniert z.Zt. nicht. Weil ich es aber so blöd finde, die ganzen langen links in Klammern einzufügen, mache ich hier jetzt einen Anhang mit Erläuterungen oder Quellenangaben. Inschallah hab ich das Problem bald mal wieder im Griff.

Persönlichkeiten:

Muawiya: http://www.eslam.de/begriffe/m/muawiya.htm

Yazid: http://www.eslam.de/begriffe/y/yazid_ibn_muawiya.htm

auch hier:

Die Geschichte des Islam von Dilek Zaptcioglu, bei google-Buch in Auszügen zu finden

derzeitiger saudischer König: http://de.wikipedia.org/wiki/Abdullah_ibn_Abd_al-Aziz

Geschichte S.A.:

Saudi-Arabien: Politik, Geschichte, Religion  von Guido Walter Steinberg, ebenfalls bei google-Buch in Auszügen

“Wasser predigen und Wein trinken”  im Königshaus:

http://www.jpost.com/MiddleEast/Article.aspx?id=198583

http://www.sueddeutsche.de/panorama/mordprozess-in-london-saudischer-prinz-zeigt-keine-reue-1.1013852

http://www.abna.ir/data.asp?lang=7&Id=265822

http://www.private-banking-magazin.de/saudischer-prinz-alwaleed-hat-das-weltweit-groesste-gefolge-1317377983/

http://www.welt.de/politik/specials/wikileaks/article13199210/Saudi-Arabien-alimentiert-7000-geldgierige-Prinzen.html

Armut in S.A.

http://diepresse.com/home/panorama/welt/671071/Saudiarabien_Wachsende-Armut-im-Erdoelparadies

http://www.taz.de/!73647/

Unterdrückung von Shiiten in S.A.:

http://www.sueddeutsche.de/politik/schiiten-sorgen-fuer-unruhen-in-saudi-arabien-riad-kuendigt-politik-der-eisernen-faust-an-1.1155983

http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-73985-4.html (Bilderstrecke)

http://www.abna.ir/data.asp?lang=7&id=279586

Terrorexport:

http://www.zeit.de/politik/ausland/2011-08/afghanistan-taliban  (Interview mit Reinhard Erös von der Kinderhilfe Afghanistan, eine ganz tolle Initiative – in meiner linkliste)

http://www.abna.ir/data.asp?lang=7&id=277432

Also das sind alles nur Beispiele ohne den geringsten Anspruch auf Vollständigkeit. Die links geben auch nicht unbedingt meine persönliche Meinung wieder, was die Bewertung von Ereignissen angeht und sollen nur einen kleinen Überblick bieten.

Das saudische Königshaus als  “Hüter des Islams”? Schaut nach Iran, dort sind die Sunniten respektiert, die Angehörigen anderer monotheistischer Religionen genießen Religionsfreiheit (verboten ist aggressives Missionieren und natürlich staatsfeindliche Tätigkeiten die mit Religion nichts zu tun haben).

Wir Muslime müssen viel lauter sein, angesichts dieser Verbrechen!

Wird inschallah fortgesetzt – Muawiyanisches und Yazidisches Verhalten gibt es auch unter dem Mäntelchen anderer Religionen.

Möge Allah  bald Imam Mehdi, a.s., wieder aus der Verborgenheit zurückkehren lassen, damit wir Gerechtigkeit auf der ganzen Welt erleben können.

  Allahhumma salli ala muhammad wa aali muhammad


Konvention des Europarates gegen häusliche Gewalt und Gewalt gegen Frauen – die Türkei hat sie als erstes Land ratifiziert.

Konvention des Europarates gegen häusliche Gewalt und Gewalt gegen Frauen – die Türkei hat sie als erstes Land ratifiziert.

Bismillah

Manchmal gehen wichtige Dinge an mir vorbei. Ich las gerade in der zaman (http://www.todayszaman.com/columnist-264071-woman-beaters.html) dass der Europarat eine Konvention zur Prävention und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt herausgebracht hat, die am 25.11., am Internationalen Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen, von der Türkei als erstem Mitgliedsland ratifiziert wurde. Die Konvention richtet sich auch gegen Zwangsehen, genitale Verstümmelung, erzwungene Abtreibungen und Sterilisationen, sowie gegen sexuelle Belästigung und Stalking.

In Istanbul gab es eine Männerdemo zum Thema:

Am Internationalen Tag gegen Gewalt gegenüber Frauen stellte sich die Türkei an die Spitze der Gewaltgegner – und ratifizierte als erstes Land eine Konvention des Europarates, die diese Gewalt bekämpfen will. Da müssen mindestens 200 männliche Abgeordnete mitgestimmt haben, denn im türkischen Parlament sitzen nur neun Prozent Frauen.

Metin Uca, Fernsehmoderator, auf einer Männerdemo in Istanbul:

“In einer Zeit, in der Gewalt gegen Frauen als normal gilt und legitim, ist es gut, wenn Männer zeigen, dass da nicht jeder dahintersteht. Ich meine, das ist entscheidend.”

Findet eine Passantin gut:

“Ich bin stolz auf diese Männer. Nicht auf alle Männer. Ich bin stolz auf die, die so denken.”

Gewalt gegen Frauen ist noch immer die häufigste Menschenrechtsverletzung – und jene, die am wenigsten verfolgt wird. In der Türkei zum Beispiel wurden seit Anfang des Jahres mehr als 100 Frauen im Kreise ihrer Familie umgebracht.

Nach UNO-Schätzung erlebt mehr als die Hälfte aller Frauen weltweit mindestens einmal in ihrem Leben sexuelle oder physische Gewalt. In Europa passiert das jeder sechsten Frau über 16, und zwar zuhause.

http://de.euronews.net/2011/11/25/gewalt-gegen-frauen-tuerkei-offensiv-gegen-tabu/

In der Türkei hat es alleine in diesem Jahr 100 Todesfälle durch häusliche Gewalt gegeben, das ist wirklich erschreckend. Aber wir wissen alle, dass auch in Deutschland Gewalt gegen Frauen verbreitet und alltäglich ist.

Der o.g. Kolumnist der daily zaman, Berk Çektir, schreibt noch etwas Wichtiges, nämlich dass die Duldung von Gewalt gegen Frauen nicht auf Grund des Islams geschieht, sondern weil man den Islam vernachlässigt hat:

We have to confess that our society has made mistakes in its handling of this matter and failed to follow Islamic traditions under which human rights are strictly governed and protected.

Ich bin mal wieder stolz auf “meine” Türken.

Hier gehts zur Presseerklärung des Europarates:

http://www.coe.int/lportal/web/coe-portal/press/newsroom?p_p_id=newsroom&_newsroom_articleId=719157&_newsroom_groupId=10226&_newsroom_tabs=newsroom-topnews&pager.offset=0

hier habe ich einen download-link für den Vertragstext gefunden:

http://www.giselawurm.at/europarat/

Muharram 1433

Muharram 1433

Bismillah

Schon wieder ist ein (Mond)jahr um und schon wieder jähren sich die Ereignisse von Kerbela. Für mich ist es dieses Jahr noch viel näher, weil ich dort gewesen bin. Ich hab Kufa gesehen und Kerbela – ich bin auf dem Schlachtfeld gelaufen, ich hab die Gräber von Imam Hussain, a.s. und seinen Söhnen und von Abbas a.s. gesehen, die Stelle von der Zainab a.s. zusehen musste, wie ihr Bruder ermordet wurde und die Stelle wo ihre Zelte gestanden haben und wo die Überlebenden dann gedemütigt und von wo sie verschleppt wurden.

Das ist ja auch der Sinn so einer Reise, die Verbindung zu stärken. Am ersten Muharram, also heute, haben Imam Hussain, a.s. und seine Gefährten Kerbela erreicht. Was heißt erreicht – ihr Ziel war ja ein anderes, man muss wohl eher “abgedrängt” sagen, denn das wurden sie – in die Enge getrieben und auch vom Fluss abgeschnitten, was in den nächsten Tagen dazu geführt hat, dass alle, auch die Kleinsten schrecklichen Durst leiden mussten.

Was ich hier in den nächsten Tagen schreiben will, weiß ich noch nicht so recht. Ich habe ja in den letzten Jahren ein paar Artikel zu den Persönlichkeiten und Ereignissen geschrieben, im letzten Jahr habe ich “Die Reise der Tränen” vorgelesen – wer es noch einmal lesen will, der kann sich hier mit: Muharram, Ashura, Kerbela durch die Suchfunktion bedienen.

Mag sein, dass mir etwas einfällt zu den Yazids dieser Zeit – andere entrechten und sie selbst der lebenswichtigsten Dinge berauben wie Wasser – das ist immer noch nichts Seltenes in der Welt. Ich brauch da aber noch ein bisschen Bedenkzeit. Erst einmal finde ich diesen Artikel von Bruder Yavuz Özoguz sehr gut, zur heutigen Bedeutung von Kerbela und auch zur Adventszeit, die die Christen ja heute begonnen haben:

http://www.muslim-markt.de/forum/messages/3417.htm

Ich wünsche allen meinen Geschwistern gesegnete und andächtige Nächte in Vorbereitung auf Ashura, allen Muslimen ein gesegnetes neues Jahr und den Christen eine besinnliche Adventszeit.

 

Von der Todesstrafe verschonter Terror-Chef Öcalan verhängt aus dem Knast Todesurteile

Von der Todesstrafe verschonter Terror-Chef Öcalan verhängt aus dem Knast Todesurteile
Von der Todesstrafe verschonter Terror-Chef Öcalan verhängt aus dem Knast Todesurteile

Bismillah

Abdullah Öcalan, “APO”, Held der terroristischen PKK wurde 1999 in der Türkei wegen Hochverrat, Bildung einer terroristischen Vereinigung, Sprengstoffanschlägen, Raub und Mord zu Tode verurteilt. Die Strafe wurde nicht vollstreckt und 2002, als die Türkei die Todesstrafe in Friedenszeiten abschaffte, in lebenslängliche Haft umgewandelt. Das Urteil gegen Öcalan war das letzte in der Türkei verhängte Todesurteil.

(Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte rügte in 2005 das Gericht wegen Verfahrensfehlern, stellte jedoch die Richtigkeit des Urteils nicht in Frage)

Öcalan sitzt seit seiner Verhaftung 1999 auf der türkischen Gefängnisinsel İmralı. 10 Jahre lang in Einzelhaft, seit 2009 in Gesellschaft. Einsam war er aber auch vorher keineswegs, denn seine Anwälte hielten regen Kontakt zu ihm. Im letzten Jahr ist die Besuchsfrequenz erheblich angestiegen, was die Polizei zu Ermittlungen anregte. Vor 2 Tagen wurden dann u.a. 48 Anwälte festgenommen (4 weitere sind flüchtig), denen anhand von Abhörprotokollen, entschlüsselten emails, Videoaufzeichneungen und Dokumenten, nachgewiesen wurde, dass sie nach den Besuchen bei Öcalan seine Anweisungen an die terroristische PKK in den Kandil Bergen übermittelt haben, auch Tötungsbefehle: 132 Menschen seien auf seine Anweisung hin ermordet, 471 verletzt worden sein.

Während dieser Besuche sollen so Anweisungen an die PKK übermittelt worden, in der insgesamt über 130 Terroranschläge, Forderungen und Maßnahmen von Öcalan angefordert worden seien. Darunter Terroranschläge gegen Sicherheitskräfte und Zivilisten, Anweisungen an die städtische KCK, um städtische Einrichtungen, Banken, staatlich geförderte Internate für Schüler oder Industrieanlagen in Brand zu legen, bestimmte kurdischstämmige Politiker aus der ehemaligen Partei DTP oder BDP an die Spitze des Demokratischen Gesellschaftskongresses (Demokratik Toplum Kongresi, DTK) zu bringen, Maßnahmen für eine Revolte oder Bürgerkrieg einzuleiten und die kurdischstämmige Gesellschaft miteinzubeziehen, Bürgerwehren zu bilden, den Demokratischen Föderalismus auszurufen, sowie an die BDP die Anweisung zu erteilen, das Parlament zu boykottieren. (turkishpress)

Mir war schon immer unerklärlich, wieso ein seit langem Verurteilter ein- bis mehrmals die Woche Besuch von seinen Anwälten erhalten muss. Dass da noch eine Steigerung zugelassen wurde, wundert mich noch mehr. Andererseits kommen dadurch dass die Besucher überwacht wurden, jetzt natürlich Beweise für das zutage, dass sich ohnehin jeder gedacht hat: dass die BDP eine Marionette der PKK ist, welche kriminellen Machenschaften die KCK so betreibt (bei einigen der verhafteten Rechtsanwälte wurden Fotos gefunden, die sie bei “Besuchen” in Kandil in Uniform und bewaffnet zeigen) und dass Öcalan sich keineswegs geändert hat, sondern seine Verbrechen sogar noch fortsetzt. Auch gegen ihn ist eine weitere Strafanzeige einer Privatperson wegen Anstiftung zum Mord ergangen.

Die BDP droht jetzt Ministerpräsident Erdoğan: “Diese Unterdrückungsmaßnahme wird mehrfach heimgezahlt” . Warum ist diese Partei nicht schon wie ihre Vorgänger verboten worden? Molotov-Cocktails an Jugendliche verteilen hätte schon längst reichen sollen.

Es gibt immer noch deutsche Stimmen, gerne aus grüner/linker Richtung, die den türkischen Anti-Terror-Kampf als Unterdrückung bezeichnen. Auch glauben hier immer noch Leute, dass “die Kurden” gerne einen autonomen Staat hätten. In Wirklichkeit ist kulturelle Autonomie längst gegeben und  die PKK und ihre legalen und illegalen Ableger terrorisieren ihre eigenen Leute – wie immer schon, schließlich hat Öcalan schon zu aktiven Zeiten auch gerne unliebsame Kurden ermorden lassen.

Quellen: bei  http://www.turkishpress.de/

Mehr von mir dazu u.a. hier:

http://meryemdeutschemuslima.wordpress.com/2011/11/06/erdbeben-und-andere-kurdische-katastrophen-die-turkei-feiert-das-opferfest-betrubt/

http://meryemdeutschemuslima.wordpress.com/2011/10/20/turkische-bodenoffensive-mehr-als-vergeltung/

http://meryemdeutschemuslima.wordpress.com/2011/06/29/warum-lassen-die-turken-gewahlte-abgeordnete-nicht-ins-parlament/

u.v.m., einfach mal PKK in die Suchfunktion eingeben.