Bismillah
Die Geschichte von Maria K.:
Maria K.., eine attraktive Frau mit großen wunderschönen Augen, ist aus ihrer Religion ausgetreten. Sie hat über ihre schlimmen Erfahrungen ein Buch geschrieben, das ich hier vorstellen will. Sie wuchs in einer Atmosphäre auf, in der die Frau als minderwertig angesehen wurde, ja den Frauen wurde sogar die pauschale Verantwortung für das menschliche Leid zugeschoben. Durch den Sündenfall Evas, die wiederum Adam verführte, sei das Böse und das Unglück in die Welt gekommen. Als Kind musste Maria jeden Sonntag in die Kirche gehen, wo sie dem gesundheitsschädlichen Rauch eines psychotropen Baumharzes ausgesetzt wurde und in einem Ritual, “Kommunion” genannt, angeblich Blut und Fleisch (in Wirklichkeit Brot und Wein, die vom Priester verwandelt wurden)des gekreuzigten Jesus, der in dieser Religion als einer von drei Bestandteilen Gottes verehrt wird, zu sich nehmen. Zur Vorbereitung auf dieses quasi kannibalische Ritual, musste sie in einem dunklen Holzkasten einem Priester ihre “Sünden” beichten, woraufhin dieser sie, angeblich im Namen Gottes, davon freigesprochen hat, wenn sie eine bestimmte Menge Gebete aufsagte. Damit sie an diesem barbarischen Ritual teilnehmen konnte, musste sie an einem weiteren Unterricht, gehalten durch den Priester, teilnehmen, bis sie in einer Feierlichkeit mit 8 Jahren für reif genug befunden wurde, jeden Sonntag ohne vorhergehendes Frühstück, einen Schluck Wein zu sich zu nehmen.
Man erklärte ihr, dass Jesus, als Sohn Gottes auf die Erde gekommen sei und Gottes heiliger Geist in seine Gefährten eingezogen, so dass diese nach dem Tod Jesu´die Berechtigung zur Gründung der Kirche erhalten hatten, welcher Maria angehörte.
Als sie älter wurde, sagte man Maria, dass sie zwar heiraten dürfe, aber nur einen Mann ihrer eigenen Konfession. Wolle sie einen Christen einer anderen Konfession heiraten, müsse sie sich verpflichten, alle ihre Kinder in ihrer Konfession erziehen zu lassen. Allerdings seien Christen anderer Konfessionen zur Hölle verdammt, wenn sie den katholischen Glauben nicht annähmen, sondern bei ihrer Konfession blieben. So käme sie also nicht mit ihrem Ehepartner ins Paradies, sollte dieser andersgläubig sein. Am sonntäglichen Blut-und-Fleisch-Ritual dürfe aber ein Ehepartner einer anderen Konfession nicht teilnehmen.
Ferner klärte man sie auf, dass eine Ehe für immer Bestand haben müsse, egal welche Konflikte es geben könnte. Ließe sie sich nach nichtkirchlichem Recht scheiden und lebe dann mit einem anderen Partner zusammen, würde sie von der Kirche ausgestoßen und verdammt. Die Priester dieser Kirche verzeihen also nicht nur angeblich im Namen Gottes Sünden, sondern bestrafen auch. Man sagte ihr auch, dass sie in ihrer Ehe Sexualität nur zur Zeugung von Kindern ausüben dürfte und auf keinen Fall die Empfängnis von Kindern verhindern.
In der Ehe sei der Mann das Familienoberhaupt und habe zu entscheiden, auch soll die Frau in der Öffentlichkeit nicht reden, wenn sie etwas wissen will, soll sie ihren Mann zu Hause fragen, so der Kirchenvater Paulus. In der Schöpfungsgeschichte stehe, dass der Mann über die Frau herrsche. Schließlich stehe in der Bibel, das die Frau die Dienerin des Mannes sei. Deshalb haben auch Heilige der katholischen Kirche wie Thomas von Aquin gesagt: “Die Frau ist ein misslungener Mann. (…) Der wesentliche Wert der Frau liegt in der Gebärfähigkeit und in ihrem hauswirtschaftlichen Nutzen. (…) Mädchen entstehen durch schadhaften Samen”
Maria wollte dieser Unterdrückung nicht mehr ausgesetzt sein und hat ihre Kirche verlassen. Das bedeutet, dass die katholische Kirche sie praktisch als verdammt erklärt. Im ersten Aufruhr nach ihrem Kirchenaustritt hat sie sich für den “Playboy” fast nackt fotografieren lassen. Darüber kann sie heute nur noch den Kopf schütteln. Jetzt ist sie glückliche Anhängerin einer Religion, die Gott nicht vermenschlicht und ihn als liebenden und verzeihenden Gott erkennt. Sie gehört einer Religion an, die Frauen als genauso wertvoll wie Männer achtet und ihnen die Möglichkeit gibt, bei schwerwiegenden ehelichen Konflikten geschieden zu werden. Ihre Beziehung zu Gott ist eine direkte, keine menschliche Instanz maßt sich an, zu entscheiden, ob ihre Sünden vergeben werden oder nicht.
Ist das, was Maria beschreibt, wirklich die christliche Religion?
Oder ist sie vielleicht nur Opfer einer besonders strengen Sekte geworden, oder ist die Unterdrückung und Entwertung die sie erfahren hat, im christlichen Glauben systemimmanent? Geschichtlich betrachtet, hat ihre Konfession schon immer viel Druck auf ihre Mitglieder ausgeübt. Die Priester waren ja durch die Beichte stets über die Vergehen ihrer Schäfchen informiert und haben dieses Wissen ausgenutzt. Auch hat die Kirche ungeheure Reichtümer angesammelt und hat ein Oberhaupt, dem im religiösen Fragen Unfehlbarkeit zugeschrieben wird und der nicht abgewählt werden kann. In früheren Jahrhunderten war die Kirche aber noch viel menschenfeindlicher als sie es heute ist.
Durch innerkirchliche Machtkämpfe hat sich die christliche Kirche gespalten. Die orthodoxen Kirchen, gemeinhin im Osten Europas angesiedelt, unterscheiden sich in ihrer Theologie nicht so sehr von der katholischen Kirche, die evangelische Kirche allerdings, hat durch die Reformation vor knapp 500 Jahren, einiges geändert, u.a. dass ihre Priester heiraten dürfen und dass Laien mehr Zugang zum theologischen Wissen zugestanden wird, z.B. durch die Übersetzung der Bibel. Den Kontakt zwischen Mensch und Gott sieht die evangelische Kirche auch direkter, d.h. nicht nur durch Mittelmänner möglich. Beim Abendmahl, dass auch die Evangelischen feiern, muss nicht Wein getrunken, sondern darf auch Traubensaft gereicht werden. Dafür haben aber manche Entwicklungen in den reformierten Kirchen eigenartige Auswüchse hervorgebracht, wie die Puritaner, die ein Menschenbild haben, dass die Menschen als grundsätzlich verdorben betrachtet. Da gehen sie weit über die anderen Kirchen hinaus. Auch einige Sekten, wie die Zeugen Jehovas üben Druck auf ihre Mitglieder aus und verstoßen diese aus der Gemeinschaft, wenn sie sich nicht unterwerfen.
Auch das Frauenbild ist in anderen christlichen Konfessionen nicht besser, Martin Luther der große Reformator, hat gesagt:
“Ob sie (die Frau) sich aber auch müde und zuletzt zu Tode tragen, dass schadet nichts, lass sie nur zu Tode tragen, sie sind darum da. (…) Will die Frau nicht, so komme die Magd.”
Mit Andersgläubigen sollen sich die Christen nicht abgeben: “Wenn jemand zu euch kommt und bringt diese Lehre nicht, so nehmt ihn nicht ins Haus und grüßt ihn nicht. Denn wer ihn grüßt, der hat teil an seinen bösen Werken”
Dazu kommt noch die Gewaltfrage: in früheren Jahrhunderten rief die katholische Kirche zu “Kreuzzügen” auf, um andersgläubige Länder (zurück) zu erobern. Heutzutage kommt der Aufruf zur Gewalt eher aus protestantischen, nichteuropäischen Kirchen, bzw. ihren Anhängern in Regierungen, die auch heute noch Kriege unter religiöser Begründung anfangen. Berufen wird sich auf die angebliche Aussage Jesu:”Ihr sollt nicht meinen, daß ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.”
Eine Vielzahl weiterer aufklärender Bibelzitate findet man hier: Die Bibel, ein Buch für Perverse
Insgesamt stellt sich also das Christentum nicht als besonders menschenfreundlich oder friedlich heraus. Das liegt womöglich an der eigenartigen Gedankenkonstruktion von der Dreiheit Gottes, als Gott, Mensch (Jesus) und heiligem Geist, die Verwirrung stiftet und dafür sorgt, dass die Gläubigen nicht wissen wie sie Kontakt zu Gott aufnehmen sollen und ob ihnen nun ihre Sünden durch Jesus´angeblichen Tod am Kreuz vergeben werden, ob sie die Vergebung durch gute Taten erringen können, oder ob sie ganz von göttlicher Gnade abhängig sind. Diese sog. “Trinität” wurde ihnen nicht von Jesus, den sie doch als Gottes Sohn betrachten, gelehrt, sondern Kirchenleute haben das so beschlossen.Außerdem kennen sie mehrheitlich ihre eigenen Glaubensquellen nicht, da ihre Bibel, die nicht mit dem Injil verwechselt werden darf, von dem der Koran spricht, von Menschen geschrieben wurde und auch ein großer Teil enthaltener Überlieferungen verworfen wurde und verloren gegangen ist.
So mögen wohl Marias Erfahrungen nicht üblich sein, zumal die Kirchen an Einfluss verloren haben. Aber sollten wir nicht viel strenger sein in der Beobachtung der christlichen Kirchen, gerade auch in der, fundamentalistischer Ausprägung, wie es die katholische Kirche ist? Müssen nicht ebenfalls Hassprediger die zur Besetzung anderer Länder aufrufen, verurteilt werden? Sind wir denn blind für die Gefahren, die die christliche Kirche über uns bringt?
Wahrscheinlich habt Ihr Euch jetzt verwundert die Augen gerieben, oder? Ich habe einfach mal umgedreht, was angeblich aus dem Islam Ausgetretene erleben und wie sie sich über ihre Ex-Religion äußern. Der Titel ist fast wortwörtlich aus dem “Pro”-Magazin, einer christlichen, eher dem evangelikalen Zweig zuzurechnender Publikation, in deren letzter Ausgabe eine “schöne Konvertitin” berichtet. Und natürlich lässt sie dabei kein gutes Haar an ihrem früheren Glauben. Was dazu führt, dass der Autor des Artikels bedenklich sein Haupt wiegt und zur Diskussion stellt, ob man nicht endlich dem Islam die Stirn bieten sollte.
Meine Ausführungen über das Christentum oben, sind natürlich völlig laienhaft, überspitzt oder schlicht falsch und auf jeden Fall zusammenhanglos im Internet eingesammelt. Denn genau das tun in der Regel die “Islamkritiker”: theologisch völlig unkundig und der arabischen Sprache nicht mächtig, nehmen sie richtige Zitate aus dem Zusammenhang, oder zitieren gar gleich Erlogenes. Mein Respekt vor unserem gemeinsamen Propheten Jesus, a.s., hat mich gebremst darin, ihn genauso grauenhaft darzustellen, wie es die Islamophoben mit Muhammed, s.a.s., tun.
Warum aber neigen Konvertiten zum Islam nicht dazu, sich derartig zu äußern, wie ich es hier getan habe? Gibt es über das Christentum diese schlechten Dinge nicht zu sagen? Doch es gibt sie, aber im Islam haben wir Respekt vor den anderen Religionen und wir suchen die Gemeinsamkeiten, nicht die Unterschiede und schon gar nicht beschimpfen wir den Andersgläubigen heilige Personen. Auch die Kritik an den Büchern der Religionen ist eine sachliche, denn wir glauben ja an den gemeinsamen Ursprung von Gottes Wort. Vielleicht formt aber ja auch wirklich das Christentum nicht so aggressive Persönlichkeiten und vielleicht gibt es den Menschen auch genug innere Freiheit, dass sie sich ganz sachlich mit dem Islam auseinandersetzen können und dann aus Vernunftgründen konvertieren. Während die Ex-Muslime anscheinend überwiegend schlimme Erfahrungen machen, so dass sie unter lautem Getöse ihre Religion verlassen und verachten. Warum Menschen den Islam so schlimm erleben, das müssen Muslime auch selbstkritisch untersuchen. Dass aber die Medien die wenigen Austritte aus dem Islam so lautstark publizieren, liegt vielleich auch daran, dass es so wenige sind, die gehen und so viele, die in den Islam eintreten. In Deutschland mehrere Tausend im Jahr. Die Zahl der Kirchenaustritte aus der katholischen Kirche betrug in 2010 180.000. Eine Steigerung um 40% wegen der Mißbrauchsskandale, aber in 2009 waren es schon 128 000. Aus der evangelischen Kirche sind 2010 knapp 150 000 Menschen ausgetreten.