Archiv für den Monat September 2011

Fundbüro: Arabischer Frühling in New York

Fundbüro: Arabischer Frühling in New York

Bismillah

Auch die US-Amerikaner können es: den regierenden Kapitalisten zeigen, dass sie deren schmutzigen Geschäfte auf Kosten der Armen nicht mehr mitmachen wollen:

Gefunden bei Heise.de via Muslim-Markt, vielen Dank!

The People vs. Wall Street

Tomasz Konicz 30.09.2011

Brutale Polizeiübergriffe lassen die Proteste gegen die Wall Street in New York und in anderen Städten der USA rasch anschwellen

Der Reizgasangriff wirkte wie ein Faustschlag. Während eines Protestmarsches in der Nähe der New Yorker “Wall Street” wurde am 24. September eine kleine Gruppe von Frauen durch eine erdrückende Übermacht von Polizisten abgedrängt und hinter einer Absperrung eingepfercht. Während die irritierten Frauen erschrocken etliche brutale Verhaftungen beobachten, die jenseits ihrer Absperrung durchgeführt werden, erfolgt wie aus dem Nichts ein Pfeffergasangriff gegen die Demonstrantinnen. Die von dem Polizisten Anthony Bologna durchgeführte und offensichtlich unprovozierte Attacke ließ etliche Demonstrantinnen schlicht kollabieren und schreiend vor Schmerzen am Boden winden. Weiter bei Heise.de*

 

*der link zur “occupywallstreet” Seite meldet bei mir eine bösartige site. Ich hab mich noch nicht getraut, dem Virenprogramm zu widersprechen – aber überlege gerade, ob das nicht auch eine interessante Methode ist, die Leute davon fernzuhalten.

Buchbesprechung: Englischer Harem von Anthony McCarten

Buchbesprechung: Englischer Harem von Anthony McCarten

Bismillah

Ich habe dieses Buch in der Hörbuch-Version “gelesen”. Da ist es gekürzt, ich kann jetzt natürlich nicht sagen, ob was Wesentliches fehlt – an ein paar Stellen blieb ich doch vorübergehend etwas verwirrt, aber schließlich haben sich alle Rätsel gelöst. Der Vorleser, Rufus Beck, hat mir gut gefallen, er liest humor- und liebevoll und trotzdem kommen auch die traurigen und dramatischen Szenen glaubwürdig rüber.

Tracy Pringle, eine junge Frau aus der gerade-noch-unteren-Mittelschicht lebt mit ihren Eltern in einem heruntergekommenen Sozialwohnungshochhaus im 23. Stock. Diese Tatsache ist nicht ganz unwichtig, denn der Zustand dieses Wohnhauses, samt seines Fahrstuhls spielt einige Rolle in diesem Buch. Tracys Mutter ist Kindergärtnerin, ihr Vater nach einem Arbeitsunfall Frührentner und Gelegenheitshausmeister. Tracy ist eine verträumte junge Frau, die sich ihr Leben durch ihre Phantasie bunter macht – sie verliert ihren Job an der Supermarktkasse durch ihre Tagträume.

Wild entschlossen, sich nicht unterkriegen zu lassen geht sie  im Sexy-Outfit auf Arbeitssuche. Ein iranisch-vegetarisches Restaurant sucht laut Aushang eine Kellnerin, und da Tracy der Meinung ist, sie könne alles lernen, spaziert sie hinein und verwirrt den Inhaber, Sam, einen iranischen Immigranten. Erst weist er sie ab, aber am nächsten Tag versucht sie es noch mal, da kommt ihr Yvette, die Frau des Chefs zur Hilfe und Tracy ergattert den Job. Ihrer Phantasie kommt die orientalische Atmosphäre gerade recht und da sie ein phantastisches Gedächtnis hat, hat sie auch schnell die Speisekarte auswendig gelernt. Weil sie nun sowieso gerade in ein ganz anderes Leben eintaucht, trennt sich Tracy auch gleich noch von ihrem prolligen und untreuen Freund Ricky, was in der Folge noch Konsequenzen hat.

Sam ist ein charmanter, manchmal aufbrausender, mittelalter, kleiner und etwas übergewichtiger Mann, der seine Eltern in Iran enttäuscht hat, weil er das Familienunternehmen – eine Fleischproduktionsfirma – nicht fortführen wollte. Er wurde stattdessen Gastronom und auch noch ein vegetarischer. Mit der islamischen Regierung kam er nicht zurecht und so ist er nach England ausgewandert, wo er jetzt, 20 Jahre später, britischer ist als jeder Brite, wie man ihm nachsagt. Er ist irgendwie immer noch Muslim, wenn auch kein praktizierender, singt in einem anglikanischen Kirchenchor und verschmäht auch den Alkohol nicht. Auf Tracy wirkt er anfangs einschüchternd, auch wenn seine Frau Yvette ihr Mut macht, er sei gar nicht so. Das bestätigt sich dann, als Tracy ihre Scheu ablegt und beginnt,  alle ihre Fragen an ihn loszuwerden, Ihre Bildungslücken füllen sich durch ihr Interesse und Sam genießt es, dass ihm jemand zuhört. So sind ihre Raucherpausen Gelegenheit, sich und die andere Kultur kennen zu lernen. Tracy ist wissensdurstig und beginnt zu lesen über Iran, Islam und anderes, sie blüht auf und beginnt sogar ein Abendstudium über Islam.

Etwas verwirrt sie allerdings: Sam hat nicht nur eine Frau, sondern sogar zwei! Und von der einen auch noch 4 Kinder! Zwei wunderschöne und selbstbewußte Frauen. Tracy muss dann auch gleich mal über Polygamie nachlesen. Und beide Frauen sind sehr reizend zu ihr, laden sie nach Hause ein, machen Späße, geben Kleidungs- und Schminktipps. Sie ermuntern Tracy, Sam näher kennen zu lernen, was diese noch mehr durcheinander bringt. Tatsächlich kommen sie und Sam sich aber näher und beginnen gemeinsam spazieren zu gehen. Und schließlich erfährt sie auch, dass es um Sams Ehen nicht so bestellt ist, wie es aussieht. Die beiden schließen erst einmal eine Zeitehe und beschließen dann, dauerhaft islamisch zu heiraten, bestätigt von Sams beiden ersten Ehefrauen. Es stellt sich heraus, dass die vier Kinder nicht von Sam, sondern von seinem Bruder sind, und er seine Witwe geheiratet hat. Auch um Yvette gibt es eine tragische Geschichte. Und Sam ist nicht der Frauenheld, nachdem seine Situation aussieht, im Gegenteil, es hat sehr lange gedauert bis er geheiratet hat, genauer gesagt bestehen beide Ehen gerade 4-5 Jahre.

Zuerst sind ihre Eltern sehr angetan von ihrem charmanten Chef, der doch tatsächlich auch der tristen Wohnlage noch seine Reize entlocken kann und ihre Tochter fürsorglich nach Hause begleitet, das bleibt aber nicht so, als sie mitbekommen dass die beiden sich verliebt haben und heiraten wollen, gibt es einen Riesenkrach und der Kontakt bricht ab.

Das Eheleben mit Sam als Hahn im Korb gestaltet sich sehr harmonisch und alle sind glücklich. Leider hält das nicht lange an, denn jemand hat die Familie beim Jugendamt angezeigt und es kommt eine Welle ins Rollen, überwiegend gespeist durch die Phantasien, die in den Köpfen der Behördenmitarbeiter angesichts dieses Arrangements entstehen – womöglich finden dort Sex-Orgien statt und auch die Kinder seien in Gefahr. Anfangs versuchen sie noch, diese Gefahr zu ignorieren, aber die Behörden greifen durch und holen die Kinder aus der Familie. Sie müssen sich trennen, Yvette und Tracy ziehen vorläufig in ein Hotel. Gar nicht hilfreich ist außerdem, dass Sams Eltern zu Besuch sind und bis auf die erste Frau, die Mutter der Kinder, keine der Ehen akzeptieren.

Die Geschichte, die anfangs eher humorvoll und romantisch verlief, entwickelt sich zu einem Drama. Nicht nur wegen der Behörden, sondern auch Tracys Exfreund und ihre Eltern tragen zur Eskalation bei. Sie kommen nicht um ein Gerichtsverfahren herum, was alte Wunden aufreißt, denn Sam stand schon einmal vor Gericht, dazu wird er noch überfallen und schwer verletzt. Ich verrate nicht, wie die Geschichte ausgeht, nur dass das Ende wieder glücklich und überraschend ausfällt.

Mir gefiel das Buch sehr gut, aber was ich bemängeln muss, ist, dass bei einem Roman, der so viel über den Islam beinhaltet, so viele inhaltliche Fehler zu dem Thema nicht enthalten sein dürften. Z.B. sind zur Zeitehe sowohl über deren Schließung, wie zu deren Beendigung wirklich peinliche Fehler enthalten und eine shiitische Familie wird ihre Tochter nicht Aisha nennen. Es wird über den Hijab berichtet und der eher als Verführungsinstrument verstanden – oben Schleier, unten Bauchnabelpiercing. Ich kann nicht nachvollziehen, wieso man zu einem derartig grundlegendem Thema nicht gut recherchiert. Hin und wieder vermischen sich auch Informationen über den Islam, mit solchen über iranische Tradition. Grundsätzlich ist das Buch aber zum Thema Islam sehr wohlwollend.

Insgesamt ist es wirklich eine sehr liebevolle und spannende Geschichte über Liebe und  besondere Beziehungen, Vorurteile, Gewalt und Versöhnung.


Zum Todestag von Imam Dschafar al-Sadiq, a.s., etwas über Fatwas

Zum Todestag von Imam Dschafar al-Sadiq, a.s., etwas über Fatwas
Zum Todestag von Imam Dschafar al-Sadiq, a.s., etwas über Fatwas

Bismillah

Gestern war  nach dem islamischen Kalender der 25. des Monats Schawwal und somit der Todestag unseres 6. Imams Dschafar al-Sadiq, der als Begründer der shiitischen (dschafaritischen) Rechtsschule angesehen wird. Nicht weil er etwas anderes gelehrt hätte, als die Imame, a.s., vor ihm, sondern weil er in einer Zeit eines relativen Machtvakuums lebte und somit mehr Möglichkeiten hatte, Gelehrte auszubilden, als andere vor ihm. Unter anderem war auch Abu Hanifa bei ihm, der später die hanefitische Rechtsschule begründete, eine der vier sunnitischen Schulen. Ein großer Unterschied war zwischen Lehrer und Schüler ein Bestandteil der Methoden zur islamischen Rechtsfindung. Abgesehen von

  1. dem heiligen Quran
  2. der Sunna, dem Vorbild des Propheten, s.a.s., und bei den Shiiten auch dem der lebenden Ahl-u-bait, a.s., der Nachfolger des Propheten
  3. der Übereinstimmung in der islamischen Umma, der islamischen Weltgemeinschaft

gibt es bei den Sunniten noch den Analogieschluß und darin besteht der Unterschied zu den Shiiten, die diesen ablehnen und den Vernunftschluß praktizieren. Dass dieser benötigt wird, liegt daran, dass das derzeit lebende Mitglied der Ahl-u-bait, Imam Mahdi, a.s., in der Verborgenheit lebt. Deshalb, wenn alle anderen Methoden nicht weiterhelfen, wird auf die Vernunft zurückgegriffen, die eine  Basis der Religion ist, denn nichts im Islam ist unvernünftig.

Imam Dschafar al-Sadiq lehnte den Analogie (Vergleich)-Schluß mit folgenden Begründungen ab (so berichtet sein Schüler Abu Hanifa selber):

“der Erste, der gegen Gottes Befehle nach dem Vergleich gegriffen hat, war der Teufel: als Allah ihm befahl, sich vor Adam,a.s., niederzuwerfen, verweigerte der Teufel das mit der Begründung, er sei aus reinem Feuer erschaffen und der Mensch aus Erde. Somit sei er dem Menschen überlegen.”

Ein weiteres Beispiel:

Der Imam, a,s, sagte: “Ya Abu Hanifa, was ist in deinen Augen die größere Sünde: einen Menschen zu Unrecht zu töten, oder Unzucht zu betreiben?”

Ich (Abu Hanifa) antwortete dem Imam, a.s.: “Jemanden zu Unrecht töten”

Der Imam antwortete: “Warum verlangt dann Allah für den Beweis des Mordes zwei Zeugen, für den Beweis der Unzucht vier Zeugen? Ist es somit möglich, diese beiden Taten miteinander zu vergleichen?”

Ich verneinte. Weiter:

Der Imam,a.s., fragte: “Was ist unreiner, Urin oder Sperma?”

Ich antwortete: “Urin”

Der Imam daraufhin: “Warum befiehlt Allah dann, dass wir bei Beschmutzung mit Urin Wudhu (die Teilwaschung) machen müssen und bei der Beschmutzung mit Sperma Ghusl (die Vollkörperreinigung”? Kann man die beiden miteinander vergleichen?”

Ich sagte: “Nein”

Der Imam fragte: “Ist das rituelle Gebet wichtiger, oder das Fasten?”

Ich anwortete: “Das rituelle Gebet”

Der Imam darauf: “Warum ist es dann für die Frau die ihre Periode hat, Pflicht die nicht gefasteten Tage nachzuholen, aber nicht das rituelle Gebet? Besteht die Möglichkeit,diese beiden Dinge miteinander zu vergleichen?”

Ich sagte “Nein”

Imam Sadiq, a.s. fragte: “Ist die Frau (was die körperliche Kraft angeht) schwächer, oder der Mann?”

Ich antwortete: “Die Frau ist schwächer”

Imam Sadiq, a.s.: “Warum hat Gott dann beim Erbe dem Mann zwei Teile zugesprochen und der Frau einen Teil? Kann man diese Dinge miteinander vergleichen?”

Ich antwortete: “Nein, das kann man nicht”

Imam Sadiq, a.s.: “Warum befiehlt Gott, dass man jemandem der 10 Dirham gestohlen hat, die Hand abzuhacken, während jemand der einem anderen die Hand abtrennt, 500000 Dirham Entschädigung zu zahlen hat?* Kann man einen Vergleich aus diesem Beschluss ziehen?”

Ich sagte: “Nein”

Imam Sadiq, a.s. sprach: ” Mir ist zu Ohren gekommen, dass du bei der Deutung des koranischen Verses: Am Tag der Auferstehung werdet ihr über die Gaben Gottes befragt werden, diesen so ausgelegt hast, dass die Gaben Gottes die guten, süßen Speisen und das erfrischende kühle Wasser, das man an einem heißen Tag trinkt, gemeint seien?”

Ich antwortete: “ja, das habe ich so gedeutet und geschrieben”

Imam Sadiq, a.s.: “Wenn dich ein Mann einlädt, dir gute Speisen und Getränke gibt, aber nachher Dankbarkeit von dir verlangt – was würdest du von ihm denken?”

Ich sagte: “dass er ein geiziger Mann ist”

Imam Sadiq, a.s.: “nun: ist Gott geizig, weil er uns am Tag der Auferstehung nach den guten Gaben fragt, die er uns gewährt hat?”

Ich fragte Imam Sadiq, a.s.: “Was ist denn mit den Gaben Gottes gemeint?”

Der Imam, a.s., sagte: ” damit ist die Liebe und das Verhältnis zu uns, den Ahl-u-bait, gemeint”

(*Diese Bestrafung ist von mehreren schwerwiegenden Bedingungen abhängig und darf nicht ohne ordentliche Gerichtsverhandlung verhängt werden. Viele Rechtsgelehrte der heutigen Zeit lehnen auch solche Körperstrafen heutzutage ab.)

Dieses Beispiel sollte auch für die vielen, meistens jungen, Geschwister ein Zeichen sein, die der Meinung sind, selber aus dem Koran Schlußfolgerungen für wichtige Lebensentscheidungen treffen zu können. Mich erschreckt das: meistens noch nicht einmal des Arabischen kundig, geschweige denn wirklich islamisch gebildet, erlassen sie sich ihre eigenen Fatwas (islamische Rechtsurteile) und begründen das auch noch damit, dass der Koran an unsere Vernunft appelliert. Inschallah (so Gott will) ist das obige Beispiel ein Zeichen dafür, wieviel Wissen für die Fähigkeit zum Idschtihad (selbständige islamische Rechtsfindung) notwendig ist und warum Ali und Fatima Normalmuslim diese Kompetenz nicht besitzen. Vernünftig ist in diesem Fall, sich vertrauenswürdige Personen zu suchen, deren Urteilen man folgt. Unvernünftig ist es, sich da auf seine eigene Auslegung des Korans zu verlassen und sich daraufhin etwas zu erlauben, oder zu verbieten.

Frisch konvertiert, habe ich das auch anders gesehen, damals war ich aber noch viel unwissender als jetzt – jetzt weiß ich immerhin, dass ich nichts weiß – während ich mich anfangs voll Begeisterung auf meine Koranübersetzungen gestürzt habe und genauso verglichen habe. Da bin ich inzwischen sehr viel demütiger und ich finde auch, dass ich mehr Freiraum für wirklich wichtige Dinge im Glauben habe, wenn ich bei religiösen Urteilen auf meinen Marja (Vorbild der Nachahmung) vertraue. Shiiten sind dazu verpflichtet, sich einen Marja zu wählen, den den sie für den am meisten Wissenden halten. Man kann dann in seinem religiösen Regelwerk (Risala) nachschlagen, oder auch sein Büro mit einer Frage anschreiben, wenn man keine Antwort findet. D.h., dass man einem lebenden Gelehrten folgen muss – es sei denn, der eigene Marja verstirbt, dann darf man anhand seiner Risala im weiter folgen. Man kann sich dann aber auch einen neuen wählen.

Ich plädiere hier keineswegs dafür, nicht im Koran zu lesen, im Gegenteil. Jedes mal wenn ich mich wieder dem Koran widme, verstehe ich ein bisschen mehr und lerne aus den Geschichten über die Propheten,a.s., die Völker und die Schöpfung. Koran lesen ist wichtig um den Islam ins Herz zu lassen. Nur gehe ich nicht hin und fälle Gerichtsurteile aus dem, was darin steht.

Heute jedenfalls fürchte ich für die Geschwister die so vergnügt ihre eigenen Fatwas erlassen, dass sie sich damit in Gefahr begeben. Abu Hanifa hat übrigens weiterhin den Analogieschluß angewendet, warum auch immer.

Die Zeit die ich nicht damit verplempere, mir laienhaft meine eigene Koranauslegung zu basteln, kann ich viel besser nutzen um in meinem Herzen die Verbindung zu Gott zu verbessern. Imam Dschafar al-Sadiq,a.s., gibt auch dazu Anleitungen:

“Jedem Muslim der uns kennt, obliegt die Pflicht, seine Handlungen an jedem Tag und in jeder Nacht seiner Seele vorzuhalten und seine Seele zur Rechenschaft zu ziehen. Wenn er dann eine gute Tat sieht, macht er mehr davon. Wenn er aber eine schlechte Tat sieht, bittet er um Vergebung, damit er am Tag der Auferstehung nicht erfolglos wird” Quelle

Von Imam Sadiq, a.s., sind auch sehr viele Aussagen zum Umgang mit den Mitmenschen überliefert, mit deren Befolgung die menschliche Gemeinschaft es viel besser hätte. Und weil ich sehr fehlerhaft bin, schließe ich mit einer weiteren Überlieferung:

“Der liebste zu mir unter meinen Brüdern, ist derjenige, der mich auf meine Fehler hinweist”


Zur Biographie von Imam Dschafar Sadiq, a.s.

Irre BILD – ich hab da auch mal ein paar Fragen

Irre BILD – ich hab da auch mal ein paar Fragen

UN Vollversammlung in der BILD-Zeitung

Dutzende Delegierte verließen den Saal bereits, als Ahmadinedschad den Westen und die USA für Weltkriege, Massenmord und Vertreibung verantwortlich machte. ( Wer ist es denn sonst gewesen?Hat nicht Deutschland den Krieg angefangen? Haben nicht die USA die ersten Atombomben abgeworfen?)

Die US-Delegation wie auch zahlreiche Europäer äußerten auf diese Weise ihren Protest.

HASS-REDE

„Einige europäische Länder nutzen jetzt noch, nach sechs Jahrzehnten, den Holocaust als Ausrede, die Zionisten in Israel mit Geld zu versorgen“, sagte Ahmadinedschad laut UN-Übersetzung vor der UN-Vollversammlung.(Ja, womit sollte man sonst begründen, ein rassistisches, Vökerrecht verachtendesBesatzungs-Regime zu unterstützen?Was können die Palästinenser dafür, dass Deutschland die Juden umgebracht hat?)

Bereits in den vergangenen Jahren hatte Ahmadinedschad seine Auftritte vor der Generalversammlung zum verbalen Rundumschlag gegen den Westen genutzt.

IRRES INTERVIEW

Nach seinem Eklat-Auftritt vor der Uno legte der iranische Despot,(  :-) ) dann noch mal nach:

Im Interview mit der Nachrichtenagentur AP bezeichnete Ahmadinedschad die Anschläge auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001 als inszeniert!

Als Ingenieur sei er sich sicher, dass die beiden Wolkenkratzer nicht allein durch den Aufprall der Flugzeuge zum Einsturz gebracht werden konnten. (Da ist er sich mit einer Menge US-Ingenieure einig)

Die irre These des Irren von Teheran: Es soll eine geplante Explosion stattgefunden haben!

Rund um die Ereignisse bestünden offene Fragen, mit denen sich die Welt noch beschäftigen müsse, sagte Ahmadinedschad weiter. (Das denken mindestens 30% der Amerikaner und eine vermutlich noch größere Prozentzahl der Menschen in anderen Ländern auch. Warum sagt man nicht die Wahrheit, dann brauchen wir nicht spekulieren?)

Ein Besuch des Ground Zero war dem iranischen Präsidenten im vergangenen Jahr verweigert worden. In diesem Jahr werde er nicht erneut einen Antrag stellen, sagte er.

Stattdessen schockiert er die Welt mit seinen Wahnsinns-Thesen!

In dem AP-Interview schreckte Irans Präsident zwar davor zurück, der amerikanischen Regierung direkt ein Komplott zu unterstellen. (Ja natürlich. Darum macht Ihr hier auch einen Artikel mit soviel Großdruck)

Er sagte aber: Es gebe in der Welt Zweifel – ob damals alles mit rechten Dingen zugegangen sei.(Mit rechten Dingen geht ein Massenmord wohl nie einher, da sind wir uns doch wohl einig?)

Natürlich kann man von der Zeitung mit den großen Buchstaben keinen ausführlicheren Artikel erwarten, da hat ja nicht soviel Platz. Aber ihre Schwester für Intellektuelle liefert mit mehr Buchstaben auch keinen Inhalt und muss den Applaus für Ahmadinejad klein reden. Was aber bitte, bewegt die “Welt” dazu, den Allmächtigen Gott in Anführungszeichen zu setzen? Vermutlich halten sie Ahmadinejad für irre, weil er sich bei diesem bedankt.  Sie meinen, sich auf Gott zu verlassen ist keine gute Idee.

 Am Ende seiner Rede empfahl Ahmadinedschad der Generalversammlung die Schaffung einer neuen Weltordnung. Im Gegensatz zu seinen wüsten Beschimpfungen vorher fiel ihm dazu nur wenig ein: Erlösung von Tyrannei und Diskriminierung, sagte Irans Präsident, könne nur Allah bringen.

Wer spinnt denn nun?

Eklatinejad stellt peinliche Fragen

Eklatinejad stellt peinliche Fragen

Bismillah

Ich bin ja der Meinung, dass die Medien ihre Berichte über Präsident Ahmadinejads jährlichen Auftritt vor der UNO-Vollversammlung schon vorgeschrieben haben, denn mittlerweile ist es ja schon Tradition, dass bestimmte Ländervertreter dann den Saal verlassen. Mir ist das ein wenig peinlich als Deutsche, aber dass man sich schämen muss für unsere Repräsentanten ist auch nicht neu. Weil ja alle immer rausgehen, wenn der iranische Präsident spricht, lesen oder sehen wir hier auch gar nicht erst, was er gesagt hat und müssen dann bei ausländischen Medien nachlesen. Die Mehrheit der Ländervertreter bleiben ja drin und hören zu, applaudieren sogar. Komisch, oder? Ich hab die Rede noch nicht gelesen, aber hab mal beim Muslim Markt die Fragen geklaut, die zur Flucht führten:

Glauben Sie nicht, das das die hauptsächliche Ursache des Problems in der vorherrschenden internationalen Ordnung gesucht werden muss bzw. der Art, wie die Welt beherrscht wird?

Ich möchte Ihre freundliche Aufmerksamkeit auf folgende Fragen lenken:

Wer hat Dutzende von Millionen von Menschen aus ihrer Heimat in Afrika und anderen Regionen während der dunklen Periode der Sklaverei gewaltsam verschleppt, um sie zu Opfern ihrer materialistischen Habgier zu machen?

Wer hat den Kolonialismus für über vier Jahrhunderte dieser Welt aufgezwungen? Wer hat Länder besetzt und Ressourcen anderer Nationen massiv geplündert, ihre Talente zerstört, und Sprache, Kultur und Identität der Nationen verfremdet?

Wer hat den Ersten und den Zweiten Weltkrieg ausgelöst, der siebzig Millionen an Ermordeten und hunderte Millionen an Verletzten und Heimatlosen verursacht hat? Wer hat die Kriege auf der Koreanischen Halbinsel und in Vietnam entfacht?

Wer hat durch Täuschungsmanöver und Heuchelei die Zionisten unterstützt und über sechzig Jahre Krieg, Vertreibung Terror und Massenmord dem palästinensischen Volk und den Ländern der Region aufgezwungen?

Wer hat über Jahrzehnte Militär-Diktaturen und totalitäre Regime den Nationen in Asien, Afrika und Lateinamerika aufgezwungen und jene Regime unterstützt?

Wer hat die Atombombe gegen hilflose Menschen eingesetzt und hortet Tausende Sprengköpfe in ihren Arsenalen?

Wessen Wirtschaft beruht auf dem Führen von Krieg und dem Verkauf von Waffen?

Wer hat Saddam Husain dazu animiert und ermutigt, einen acht Jahre andauernden Krieg gegen den Iran zu führen, und wer hat ihn dabei unterstützt und ihn ausgestattet einen Giftgaskrieg gegen unsere Städte und unsere Bevölkerung zu führen?

Wer hat die mysteriösen Ereignisse des 11. September dazu missbraucht, um Afghanistan anzugreifen und den Irak, und dabei gleich in zwei Ländern Millionen von Menschen getötet, verletzt und vertrieben, und das mit dem eigentlichen Zeil die Region des mittleren Ostens und die Öl-Ressourcen zu beherrschen?

Wer hat das Breton Woods System abgeschafft und Billionen von Dollars gedruckt ohne Absicherung durch Goldreserven oder gleichwertigen Werte? Solch eine Handlung hat Inflation bewirkt und diente dazu, die wirtschaftlichen Errungenschaften anderer Nationen auszubeuten.

Welches Land der Erde hat Militärausgaben, die jährlich Tausende von Milliarden Dollar übersteigen und höher sind als die Militärhaushalte alle anderen Länder zusammen?

Welche Staaten sind die am meisten verschuldeten in der Welt?

Wer beherrscht die politischen Entscheidungsgremien der Weltwirtschaft?

Wer ist verantwortlich für die Rezession der Weltwirtschaft und zwingt Amerika, Europa und der ganzen Welt Konsequenzen auf?

Welche Regierungen sind problemlos bereit Tausende von Bomben auf andere Länder abwerfen zu lassen, aber grübeln und zögern, um ein wenig Nahrung an die verhungernden Menschen in Somalia und andere Orte zu senden?

Wer dominiert den Sicherheitsrat, der angeblich verantwortlich ist, die Weltsicherheit zu gewährleisten?

Es gibt Dutzende ähnliche Fragen und die Antworten sind klar…

hier auf der Präsidenten Homepage in Englisch, eine deutsche Übersetzung habe ich noch nicht aufgetrieben.

Wahrscheinlich ist bei Springer & Co. die Freude gegen den “Irren aus Teheran” hetzen zu können wieder groß, und da der gemeine BILD-Leser ja auch nicht erfährt, was der böse Iraner gesagt hat, kann man sich da genüßlich ereifern und das Böse außer Landes suchen. Dabei bin ich nicht wirklich einig mit den Muslim-Marktlern darin, dass uns einiges was dort so peinlich gefragt wird nicht betrifft. Dafür hängen wir viel zu sehr mit drin, durch unsere “Volksvertreter” die sich an all den Morden und Rauben beteiligen, diese stillschweigend dulden oder ermutigen.

Bis später.