Archiv für den Monat August 2011

Ein gesegnetes Fest!

Ein gesegnetes Fest!
Ein gesegnetes Fest!

Bismillah

Ich wünsche allen bekannten und unbekannten Geschwistern ein gesegnetes Ramadan-Fest, dass Allah unsere Taten annimmt und wir den Geist des Monats Ramadan mit in das kommende Jahr nehmen! Meryem

Der Zweck heiligt die Mittel

Der Zweck heiligt die Mittel
Der Zweck heiligt die Mittel

Bismillah

Die NATO hat ihren Auftrag in Libyen überschritten, aber egal, Hauptsache erfolgreich? Volker Perthes als Gastkommentator in der “Süddeutschen” findet anscheinend nichts dabei. Man hat es den Rebellen recht gemacht, die arabischen Länder sind auch einverstanden und man erhofft sich doch Zugang zum Öl – allerdings ist der noch nicht so sicher, denn jetzt will man die Libyer doch sich selbst neu organisieren lassen.

Die Nato überschritt damit zweifellos das Mandat des Sicherheitsrats, entsprach aber den Erwartungen nicht nur der Rebellen, sondern auch zahlreicher arabischer Staaten und des vermutlich überwiegenden Teils der arabischen Öffentlichkeit. So wenig man hier den Motiven der USA oder Frankreichs traute, hoffte man doch, dass der Krieg in Libyen rasch beendet und Gaddafi irgendwie verschwinden würde. Wenn dies nur mit Hilfe der Nato geschehen könne, dann – so der Tenor vieler Gesprächspartner – müsse das eben so sein.

Sonst hätte doch alles viel länger gedauert. Darum geht  Militär und Krieg vor Demokratie und Verhandlungen und überhaupt ist Ghaddafi ja ein ganz Schlimmer. In einem kleinen Nebensatz liest man immerhin:

Libyen erlebte, anders als Tunesien und Ägypten, keinen friedlichen Aufstand, sondern die raschest mögliche Eskalation zu einem Krieg, in dem sehr wenig Rücksicht genommen wurde – übrigens auch von den Rebellen nicht. Ende August, nach der Einnahme weiter Teile von Tripolis durch die Rebellen, wurde von insgesamt bis zu 30.000 Kriegstoten gesprochen.

Das macht also nichts, dass man blutrünstige Horden mit unklarer Zielsetzung unterstützt?

Urs 1798 hat mit ihrem scharfen Blick auf Videos und unermüdlicher Recherche haufenweise Lügen unserer Medien aufgedeckt. Wenn sich Deutschland auch nicht an den Bombardements direkt beteiligt hat, so haben wir doch Soldaten zur Zielbestimmung eingesetzt und sind damit schuldig am Tod von Zivilisten. Als Bündnismitglied auch für alle anderen Kriegsverbrechen, Plünderungen und Co.

Das alle Kriegsgründe erlogen waren, hatte ich schon mal zitiert, hier noch mal der link zu Tlaxcala.

Inzwischen wurde Merkel zur mächtigsten Frau der Welt gewählt. Das hat sie mit hartnäckiger Verweigerung im Dienste ihres Volkes tätig zu sein und dafür um so größerer A…kriecherei bei den USA, Israel und ggf. auch bei neuen Ölministern in interessanten Ländern getan. Ali Tarhouni, der dieses Amt jetzt in Libyen einnimmt, ist übrigens gerade rechtzeitig zum “Aufstand” aus seiner Wahlheimat USA zurückgekehrt.

Westerwilly andererseits, soll jetzt gefälligst mal eingestehen, dass seine Weigerung sich an den NATO-Aktionen gegen Libyen zu beteiligen, ein Fehler war, schreibt die SZ in der Printausgabe zum Wochenende. Da windet er sich noch – zu dumm auch, dass er damals vernünftig reagiert hat, das kommt gar nicht gut. Er meinte dann auch, man habe eben andere Maßnahmen als Beteiligung für besser gehalten – vermutlich meint er die Bombenzielsuche. Zu feige ist er zu sagen, dass sich ja gezeigt hat, dass seine Haltung die richtige war, wenn man die völkerrechtlichen Verstöße und Kriegsverbrechen der NATO anschaut. Vielleicht hätte er mit mehr Standhaftigkeit der FDP mal ein neues Profil geben können, aber das war doch wohl eher ein Versehen.

Wirklich erschreckend finde ich, dass es anscheinend nicht die kleinste Reaktion (ich hab jedenfalls nichts gelesen) der UNO dazu gibt, dass ihr Auftrag zu Libyen überschritten wurde (wobei ich den Auftrag an sich schon rechtswidrig fand). Vermutlich haben sie längst akzeptiert, dass Militär über Regierung steht, sei es auch die Weltregierung. Aus einer “Flugverbotszone” wurde eine Luftwaffe für die sogenannten Rebellen. Na wenn schon, Hauptsache Ghaddafi kommt weg.

Wie kann es sein, dass sich kaum ein Stimmchen regt, dass dagegen protestiert, dass unser Land sich an immer neuen Kriegsverbrechen beteiligt? In den 80er Jahren waren Millionen auf der Straße, “nur” weil ein paar Raketen hier stationiert werden sollten, von einem Einsatz war erstmal nicht die Rede. Das war damals richtig so. Heute haben wir Blut an den Händen und der Widerstand ist minimal. Haben uns alle die “Kollateralschäden” so abgestumpft? Eigentlich müssten wir aus diesen und anderen Gründen in allen Städten die zentralen Plätze besetzen.

Und bevor jemand mit dem Finger auf mich zeigt: meine Zeiten auf der Straße sind weitgehend vorbei. Ich kann das gesundheitlich nicht mehr. Darum schreibe ich ja hier, in der Hoffnung dass unser trotz allem sattes und benebeltes Volk aufwacht. Wenigstens ein paar Leute.


guckstu auch hier

 

 

Artikelbild: Urs1798

Interreligiöser Dialog? Alles Käse

Interreligiöser Dialog? Alles Käse

Bismillah

Samstagmorgen, kurz vor neun Uhr an der Bushaltestelle beim Lidl: ein sehr freundlicher, etwas aufgekratzter Hamburger und ich kommen ins Gespräch – unter hanseatischen Migranten sozusagen. Natürlich kommen Kopftuch und Konvertierung zur Sprache, der Hamburger outet sich als Opfer der Neuapostolischen Kirche in der er aufgewachsen ist und will nicht mehr viel von Religion wissen. Einen kurzen Ansatz von mir, auf die Gemeinsamkeiten von Islam und Christentum wehrt er ab und benennt, was das Zusammenleben von Religionen für ihn umfaßt:

” Weißt du, wenn wir beide hier im Lidl am Käseregal stehen und ich nehme meinen Schnittkäse und du deinen, dann streiten wir uns doch auch nicht, welcher besser ist”

Tja, das war wohl eine Aussage zur Toleranz, :-)

Sieg!

Sieg!

Bismillah

Hurra! Schon wieder ein Krieg gewonnen! Schon wieder ein Land befreit! Wir sind die Guten! Darum steht uns jetzt auch das libysche Öl zu. Dass dabei einige Tausend Libyer ihr Leben lassen mussten, die sich weder pro noch contra Ghaddafi oder “Rebellen” positioniert hatten, macht ja nichts. Auch nicht, dass unter den Rebellen verdächtig viele Salafis sind – Umgang mit denen sind wir ja  durch die Saudis, Bin Laden usw. gewohnt und die sind doch irgendwie berechenbarer als der doch etwas exzentrische libysche Ex-Diktator.

Dass die Salafis in Syrien auch mindestens Auslöser der “Proteste” waren macht ja nichts, wir haben ja schließlich auch schon salafitische Dschundollah Terroristen in Iran unterstützt, Hauptsache es geht gegen die Länder die sich nicht unterwerfen.

So langsam sollte es doch gelingen, die alten Kolonien, die wir abgeben mussten, zurück zu erobern. Und das geht ganz einfach, man braucht nicht mal die Tarnkleidung anziehen, sondern kann ganz bequem in Italien am Computer spielen, hoppla, ein Dorf bombardiert. Macht nichts, die haben doch bestimmt noch ein paar Leben übrig? Und die Wahrheit ist mal wieder im Krieg verstorben.

Also hier haben wir den Rebellen geholfen, denn manchmal sind die ja die Guten. Wenn aber in unserem Europa die Leute aufmucken, die keine Zukunft sehen, dann sind das Unruhestifter Dass ich nichts dafür übrig habe, Steine zu schmeißen und Autos anzuzünden, habe ich an anderer Stelle kundgetan. Das sind nicht die Mittel, mit denen man einen Kurswechsel bewirken kann. Ziviler Ungehorsam und friedlicher Protest ist etwas anderes. In Deutschland darf man aber noch nicht mal in der Hauptstadt auf einem Platz rumsitzen. In Deutschland bleiben Demonstrationszüge eben auch an roten Ampeln stehen. Statt dessen sollten wir allesamt Fragen stellen an unsere Regierung und die Repräsentanten unserer “jüdisch-christlichen” Werteordnung….überall, auf der Straße, im Netz, in den Medien – was ist aus unserer Verfassung geworden, hängt die als Klopapier in Merkels WC?

In “meiner” Türkei herrscht auch Krieg. Krieg gegen Terroristen. Eigenartig, dass unsere Medien die PKKler immer noch \”Rebellen\” nennen. Obwohl die PKK hier ja auch auf der Terrorliste steht. Immer wiede lese ich auch vom “Kurdenkonflikt” Welcher Konflikt? Die türkische Bevölkerung, besonders die kurdische, hat einen Konflikt mit den Terroristen, das ist klar. Sonst gibt es diesen Konflikt nur noch in den Köpfen unserer “Linken” – Wenn Arbeiterpartei draufsteht (PKK) muss ja was Gutes drin sein.

Ich habe einen großen Teil meines Pazifismus abgelegt. Denn wenn ein Militäreinsatz berechtigt ist, dann in den kurdischen Gebieten. Die Leute wollen keine PKK-Unterdrückung. Sie wollen nicht, dass ihre Söhne beim Militärdienst getötet werden. Sie wollen, dass auch in ihren Gebieten der Fortschritt ankommt. Sie wollen ihre neue kulturelle Freiheit genießen. Sie wollen Arbeitsplätze, die nicht von der PKK zerbombt werden. Sie wollen freie Wahlen, bei denen sie nicht ihren Wahlzettel mit dem Handy fotografieren müssen, um ihn nachher dem PKK Vertreter des Dorfes vorzulegen. Sie wollen von ihrem bisschen Geld keine Abgaben an die PKK zahlen, sie wollen nicht, dass ihre Mädchen entführt und vergewaltigt werden.Sie wollen nicht, dass die PKK bestimmt, wann sie ihre Geschäfte öffnen und schließen dürfen. Usf.

Die türkische Armee setzt inzwischen Berufssoldaten mit entsprechender Ausbildung ein und keine unerfahrenen Wehrpflichtigen mehr. Das waren die Zeiten, in denen das Militär nicht wirklich interessiert war, Erfolge bei der Terrorbekämpfung zu haben. Letztes Jahr wurde ja noch ein Dutzend Wehrpflichtiger ermordet, weil das Militär keine Unterstützung schickte, obwohl die “Drohne” alles aufgenommen hatte. Vor wenigen Tagen sollte die gleiche Militärstation überfallen werden, aber diesmal wurden die Angreifer bombardiert. Die Zeiten haben sich alhamdulillah geändert. Trotzdem beschrieb ein PKK-Gefangener kürzlich, dass sie jede Woche Informationen über Militäraktionen erhalten hätten, auch die Aufklärungsflüge wurden gemeldet. Die unheiligen Verbindungen von Militär und PKK sind also noch nicht ganz gekappt.

Von Murat Karayilan, dessen Festnahme durch den Iran schließlich doch nicht bestätigt wurde, hat man nichts mehr gehört. So dass offen bleibt, ob er festgenommen, (und) getötet wurde oder noch weiter untergetaucht ist.

Mir gruselt ein bisschen selber vor den “jawohl, macht dem ein Ende” Gedanken in mir. Ein paar Tausend Terroristen in Berghöhlen zu Tode zu bombardieren ist ja keine wirklich schöne Vorstellung. Dazu die Angst, wieviel unschuldige Opfer das erwischen kann, Leute die sowieso unter härtesten Bedingungen im kurdischen Gebirge leben. Die PKKler gehen gerne in Dörfer, wenn es ihnen zu heiß wird, in der Hoffnung sich da hinter den Frauen und Kindern verstecken zu können. Aber ich würde mir so wünschen, dass das Morden ein Ende hat, das in unserem Dorf auch schon Menschenleben gekostet hat. Und dass die Türkei ihren Demokratisierungsweg fortsetzen kann und sich die Regierung nicht von Terror aufhalten lassen muss. Wenn Erdoğan den Terror nicht in den Griff bekommt, verliert er viel Zustimmung in der Bevölkerung, für die der Terror das größte Problem von allen ist. Erdoğan selber ist ja auch während des Wahlkampfes nur knapp einem Anschlag entkommen. Halbherzigkeit ist also nicht angesagt. Warum laufen eigentlich die PKKler nicht reihenweise über und bringen sich in Sicherheit? Ist der innere Druck in der Organisation so groß? Übrigens ist Öcalans Kommandoweg endlich abgeschnitten, die wöchentlichen Besuche seiner Anwälte die seine Anweisungen entgegengenommen und verbreitet haben, gibt es nicht mehr. Gut so, ich hab das nie verstanden, warum man das zulässt.

Nach dem Monat Ramadan wird das türkische Militär viel weniger zurückhaltend sein, hat Erdoğan verbreiten lassen. Ob ich mich darüber jetzt freuen soll, weiß ich also nicht. Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende? -zig Jahre Terror endlich beendet? Das wäre jedenfalls ein Sieg mit dem ich einverstanden wäre.

Freiheit vom Terror für das kurdische Volk!

Mir aus der Seele gesprochen

 

Und noch etwas zu den Türken: Sie haben die 300 Millionen $ gesammelt, die die UNO braucht, um die somalischen Hungernden über die nächsten Monate zu bringen. Jeden Tag laufen Spendenaufrufe im Fernsehen. Ein Krankenhaus wird gebaut und betrieben, die Finanzierung ist gesichert. Klar, auch in Europa wird viel Hilfe mobilisiert, aber können wir mit den Türken mithalten, die doch ein durchschnittlich erheblich niedrigeres Einkommen haben?

Während die Türkei ihren Terror und ihre Mafia ausrottet (auch so ein gruseliges Wort, aber welches nehmen?)  und zu einer Demokratie wird, retten wir die Banken, legalisieren Steuerhinterziehung und bombardieren Zivilisten. Auf wen bin ich wohl stolz?