Irak-Reise – Ziyarat 2011 – Teil 5

Irak-Reise – Ziyarat 2011 – Teil 5

Bismillah

Abschied von Imam Ali, a.s. nehmen tat weh – aber natürlich wollten wir nach Kerbela. Die Atmosphäre bei Imam Ali,a.s. war ganz anders, als dann bei Imam Hussain, a.s.  Für mich kann ich das so beschreiben: In Najaf war es wie ein Nachhausekommen zu einem Vater. Einem dem man vertrauen kann und von dem man lernt. Und die islamische Tugend, geduldig zu sein und standzuhalten, war für mich am meisten spürbar. Schließlich hat Imam Ali, a.s.  viele Jahre auf sein Recht zu regieren verzichtet, aber trotzdem niemals aufgegeben und war als Ratgeber immer verfügbar.

In Kerbela wiederum überkam mich auf der Stelle der Kampfgeist. Bei aller Trauer und allen Tränen um die Märtyrer, fand ich hier eher eine Aufbruchstimmung. Was ich auch passend finde, denn schließlich sind diese tapferen Menschen gestorben, damit der Islam weiterlebt.

Schon die Fahrt fand ich beeindruckend, weil Fahnen, schwarze, grüne, rote den Weg säumten. Hier gehen zu den Gedenktagen Millionen Menschen zu Fuß! Zu Arbain vor ein paar Wochen sollen es 19 Millionen gewesen sein, unvorstellbar! Zum Vergleich: in Mekka kommen zum Hadsch jährlich ca. 4 Millionen Pilger und das bei bester Infrastruktur. Am Wegrand stehen dann Zelte zum Übernachten, Verpflegungsstände, Getränke werden gespendet. Es muss trotzdem ein unvorstellbares Gedrängel sein, denn selbst an den ganz normalen Tagen die wir dort verbracht haben, war es kaum möglich zum Schrein vorzudringen oder einen Gebetsplatz zu finden,wenn man nicht mindestens eine Stunde vor der Gebetszeit dort war.

Von Kerbela aus haben wir keine Ausflüge unternommen und darum mehr Zeit gehabt, einfach in den Harams zu sitzen. Der von Imam Hussain, a.s. und der von Abbas, a.s. liegen sich gegenüber und man kann von einem zum anderen promenieren. Bei Imam Hussain, a.s., liegt die Zainabiya – der Ort, von dem Imam Hussains, a.s., Schwester Zainab, a.s. gesehen hat, wie ihr Bruder geköpft wurde. Man kann die Stelle sehen, an der Abbas, a.s. Wasser für die Kinder im Feldlager holen wollte und ihm dabei beide Hände abgeschlagen wurden. Er wurde nicht bei den anderen Märtyrern begraben, weil er nicht ohne Wasser zurückkommen wollte. Die Stelle wo das Lager der Märtyrer war, kann man auch besichtigen – da habe ich am meisten geweint, kennt man doch diese traurigen Geschichten so gut.

In Kerbela durften wir Frauen ohne männliche Begleiter dann endlich auch mal alleine los, jedenfalls zu den Schreinen – die lagen auch genau vor der Haustür.

EinAusblick aus dem Speisesaal des Hotels auf den Schrein von Abbas, a.s.

Einkaufen ging aber weiterhin nur in Begleitung – in Kerbela gibt es einen großen Basar und wir mussten natürlich viele Geschenke einkaufen.

Auch hier haben wir VIP-Programm gehabt: wir wurden jeden Tag vom Schrein aus verpflegt, zweimal haben wir direkt im Gästehaus gegessen, das zu Saddams Zeiten ein Gefängnis war. Auch die Medienabteilung haben wir gesehen und den Kerbela-Fernsehsender entdeckt. Seit Saddams Sturz ist dort schon so viel geschafft worden. Die Moschee hat auch große Ausbaupläne, innen drin wird gerade viel renoviert.

Es ist schon unbeschreiblich, einfach dort zu sitzen und den Ziyarat-Gebeten und Trauergesängen der Pilger aus aller Welt zuzuhören. Eine unglaubliche Geräuschkulisse.

Hier gibt es Übertragungen einer webcam:

Zainab tv

Wir durften ein paar Bilder machen, nicht direkt vom Schrein aber in der Moschee:

Bei Imam Hussain, a.s. in Kerbela

Inschallah  gibt es einen kleinen Einblick in diese Pracht.

Ich komme jetzt mal zum Schluß mit meinem Bericht. Eine wunderbare Sache muss ich allerdings noch erzählen: unser Reisebegleiter beschenkte uns reichlich mit Erde von Imam Hussains, a.s. Grab und mit Marmorstückchen aus der Stelle wo er, a.s., geköpft wurde, mit getrockeneten Gräsern und mit Tüchern die auf dem Schrein gelegen hatten. Alles Dinge mit viel Segen – in der Erde ist viel Heilkraft und ich werde diese Gaben inschallah immer hüten.

Inschallah werde ich noch eine Diashow einstellen und möglichst viele Bilder. Ich bin immer noch überwältigt und kann kaum beschreiben, was sich in mir bewegt hat in dieser Zeit. Inschallah gibt es mir Kraft für eine lange Zeit – und inschallah kann ich noch einmal, oder viele Male dorthin reisen.

Offizielle website von Imam Hussain, a.s.

2 Antworten »

  1. Salam liebe Schwester kannst du mir bitte den Namen oder die Telefonnummer des Veranstallters geben denn auch ich beabsichtige Ziyarat zu machen, bin schon seit langem auf der suche nach einem Veranstalter mit sitz in Deutschland. Vielen Dank!

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