Bismillah
Tatsächlich hat Alfred Grosser in der Paulskirche seine Rede zum Gedenken an die “Reichspogromnacht gehalten, und tatsächlich hat man ihm zugehört:
Niemand verließ den Saal: Wer bei der Rede des Publizisten Alfred Grosser zum Jahrestag der Reichspogromnacht einen Eklat erwartet hatte, wurde enttäuscht. Seine Israelkritik fiel verhaltener aus als befürchtet. Zentrale Forderung: Anerkennung des Leidens der Anderen.weiter im Spiegel
mir erschließt sich allerdings nicht die Logik dieses Kommentars:
“Auschwitz ist die Grundlage dafür, dass man an den Anderen denkt” mag man für legitim halten; wie sensibel die Erinnerung an das Leid der Palästinenser an einem Gedenktag für die jüdischen Opfer des Naziregimes ist und wie zwingend seine Schlussfolgerungen sind, ist eine andere Frage. Die Gefahr einer Relativierung des beispiellosen Verbrechens an den Juden ist jedenfalls schwer von der Hand zu weisen.
und warum sollte das so sein? Ich glaube zwar nicht, dass es ein Auschwitz geben musste, um Mitgefühl für andere entwickeln zu können, aber wenn man diese Lehre aus diesen schrecklichen Verbrechen zieht – falsch kann das nicht sein. Aber bei vielen Menschen hat es das nicht bewirkt, egal welcher Religion zugehörig.
Herr Grosser war wirklich sehr vorsichtig in seinen Formulierungen, aber das passt auch zum Charakter dieser Gedenkveranstaltung.
Ja, das war eine der erfreulichen gehaltenen Reden dieser Woche. Die Schwarzer-Kelek-Veranstaltung nicht.
Abgesehen von ihren unsäglichen Ausfällen und Beleidigungen muslimischer Frauen und Männer, meint sie, den Islam und übrigens auch die anderen monotheistischen Religionen kritisieren zu müssen:
Lassen sie uns über die Freiheit im Islam sprechen. Die islamische Überlieferung sagt, dass Allah Mohammed in einem Zeitraumvon 13 Jahren „die Schrift, an der nicht zu zweifeln ist“, so der Beginn des
Koran, als Rechtleitung offenbart hat. Mohammed begriff sich als Siegel, als letzten der Propheten, der Gottes Botschaft endlich richtig verstanden hatte und damit auch legitimierte, diese Lehre mit dem Schwert zu verbreiten. Der Islam war, wie die anderen monotheistischen Religionen, keine Religion des Friedens, sondern militärisch aktiv und aggressiv, versprach diese neue Religion den Kriegern doch entweder reiche Beute oder den direkten Weg ins Paradies.
Die islamische Erziehung die Frau Kelek genossen hat, wird keine qualifizierte gewesen sein, wenn man diese und andere Behauptungen von ihr hört.
Im Islam gibt es die Kategorie des Gewissens nicht, denn es liegt nicht in der Entscheidung des Menschen zu beurteilen, was Gut oder Böse ist, sondern Allah gibt vor, was „recht und was verwerflich“ ist. Der Gläubige hat seine Pflichten zu erfüllen indem er sich an diese Vorgaben hält. Im Zweifelsfall vergibt oder bestraft Allah den Sünder, spätestens beim jüngsten Gericht. Aber Allah allein entscheidet.
Schade, dass ihr verlorengegangen ist, dass Allah uns sehr wohl ein Gewissen und die Fähigkeit zwischen Gut und Böse zu unterscheiden mitgegeben hat. Da sind gesunde Persönlichkeiten ganz von selber auf dem Weg, sich für die Liebe Gottes zu öffnen. Frau Kelek scheint ein Gottesbild zu haben, dass einen schikanösen und willkürlichen Gott unterstellt. Da ist sie zu bedauern. Sie vertritt die säkulare Gesellschaft, das kann sie natürlich tun – mich wundert nur, dass sie von ihren Anhängern so gerne als muslimisches, integriertes Vorbild bezeichnet wird. Ich habe von ihr noch kein Bekenntnis zum Glauben gehört. Sie beklagt Klischees, verbreitet sie aber großzügig selbst, sie hat trotz ihrer muslimischen Herkunft große Wissenslücken über den Islam und obwohl sie behauptet, wissenschaftlich vorzugehen, vermischt sie ihre persönlichen Erfahrungen mit ihrer Arbeit und behauptet dann wissenschaftlich vorgegangen zu sein. Na immerhin hat sie vor dem intellektuellen Publikum ihre Obszönitäten für sich behalten. Die ganze Rede gibts´hier
Die Sprecherin der Jury formuliert Folgendes:
Frau Kelek hat Hintergründe in unser westliches Bewusstsein gerückt, die zu kennen einfach hilfreich ist, wenn wir uns mit der Integration von Muslimen auseinandersetzen – zum Beispiel was
es bedeutet, dass es im Islam keine kirchliche Organisation und keine wissenschaftliche Theologie gibt, wie wir sie kennen. Es bedeutet schlicht, dass die uns vertrauten geistigen und politischen Errungenschaften der Aufklärung fehlen. Frau Kelek kommt angesichts dessen zu einem harten Schluss, nämlich dem, dass dieser als „politische Weltanschauung“ weit gefasste Islam „nicht mit dem Grundgesetz vereinbar“ ist. Aber da bleibt sie nicht stehen. Sie blickt nach vorn. Sie wirbt um eine islamische Aufklärung.
Immerhin erkennt Frau Horn, dass die Jury nicht aus islamischen Theologen besteht und deshalb die Religion nicht bewerten kann. Es geht ihr um die Möglichkeit, und die Freiheit, diese Meinungen zu vertreten. Das ist in Ordnung, wenn man nicht andere verunglimpft, wie es Frau Kelek tut, oder auch ihre Laudatorin – Frau Schwarzer. Aber die wird ja sicher ihre Äußerungen noch belegen, oder?