Aufruf Nr. 1: Online Petition gegen Freiheitspreis für Necla Kelek

Aufruf Nr. 1: Online Petition gegen Freiheitspreis für Necla Kelek

Bismillah

Ich bin gerade wenig hier, was schon zu Protesten geführt hat – ich komm einfach nicht dazu hier zu schreiben, weil ich anderweitig sehr beschäftigt bin. Oder liegt es daran, dass ich jetzt Rentnerin bin, die haben ja nie Zeit.

Na, ich schau aber herein um zwei Aufrufe zu veröffentlichen. Als erstes eine Online-Petition des Arbeitskreises der muslimischen Grünen in NRW. Es geht um den Freiheitspreis der Naumann Stiftung für Necla Kelek, ein Unding, bei dem was die so an Beleidigungen von sich gibt. Einen kleinen Schriftwechsel dazu hab ich ja schon mal veröffentlicht. Diese Naumänner und -frauen lassen sich davon wohl nicht beeindrucken, aber sie dürfen ruhig merken, dass ihr Freiheitsverständnis ein etwas merkwürdiges ist. Die Freiheit andere zu beleidigen, sozusagen. Also, hier ist der Aufruf und der link zur Petition:

Keine Auszeichnung für Diffamierungen!- Kein Freiheitspreis für Necla Kelek!

Die FDP-nahe Naumann-Stiftung möchte im November den alljährlichen “Freiheitspreis” an die türkischstämmige Soziologin Necla Kelek verleihen. Necla Kelek tritt seit Jahren als so genannte Islamkritikerin in Erscheinung und hat bereits mehrere Bücher v.a. zum Thema “Frauen im Islam” verfasst. In ihren Publikationen und bei öffentlichen Auftritten bleibt es aber häufig nicht bei einfacher Kritik. Vielmehr sind beleidigende und in Teilen auch befremdliche Äußerungen die Regel. So hat sie kürzlich in einem Interview muslimischen Männern einen gesteigerten Sexualtrieb, der im schlimmsten Fall zu Sodomie führt, unterstellt. Eine Behauptung, die völlig an der Realität vorbei geht und für die es folglich auch keinen Beleg geben kann. Im gleichen Interview bezeichnet sie kopftuchtragende Frauen als “Islamic Bitches” (Islamische Schlampen) und belegt diese Frauen, die ohnehin schon stark von Diskriminierung betroffen sind, mit einer weiteren negativen Zuschreibung, die nur als Beleidigung empfunden werden kann.

Nacla Kelek sieht die Ursache für sozio-ökonomische Probleme wie Bildungsbenachteiligung, Arbeitslosigkeit, Kriminalität etc. bei ZuwanderInnen in der islamischen Religion, kann diese Bewertung jedoch nicht mit empirischen Belegen nachweisen und bleibt damit stets auf einer abstrakten Behauptungsebene. Während renommierte WissenschaftlerInnen die Ursachen auf Grundlage langjähriger Forschung und konkreten Daten eindeutig in der Sozialstruktur, der Geschichte der Zuwanderung und der sehr späten politischen Reaktion auf die Realität des Einwanderungslandes Deutschland verorten. Es ist also anzunehmen, dass die Wissenschaft mit ihren Erkenntnissen näher an der Realität liegt, als Necla Kelek mit ihren selektiven Beobachtungen und skandalisierenden Behauptungen.

Wir sind der Meinung, dass eine Person wie Necla Kelek, die pseudowissenschaftlichen Populismus betreibt und damit eher für Desintegration sorgt, als für Integration, eine Auszeichnung wie diese nicht verdient hat. Denn Freiheit kann nicht ohne Respekt und Achtung vor dem Anderen gedacht werden. Sie ist ein wertvolles Gut und kein Freifahrtschein für Beleidigungen. Dass die Jury der Naumann-Stiftung die Arbeit von Necla Kelek vor diesem Hintergrund mit dem Freiheitspreis auszeichnet, können wir in keinster Weise nachvollziehen.

2 Antworten »

  1. Salam

    hm ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob das so sinnvoll ist. Damit macht man sie nur wichtiger, als sie ist. Ich freu mich schließlich auch über Alice Schwarzers “Werbung” für MM in ihrem neuen Buch, auch wenn das sicher wohl kaum ihre Absicht war ;-)

    wa salam

    • Wa aleikum salam, Ich glaub schon, dass das sinnvoll ist: Pressewirbel wird es auf jeden Fall genug geben, und so wir immerhin mal kundgetan, dass es haufenweise Menschen gibt, die keinen Preis für die Freiheit andere Menschen zu beleidigen gutheißen. Ich weiß ja nicht, was in den verqueren Köpfen einer solchen Jury umgeht – mal abgesehen davon, dass sie nichts belegen kann, was sie von sich gibt, ist ja schließlich auch ihr Benehmen noch unter aller Sau (tschuldigung an die Säue).
      Am schärfsten fand ich ja noch die Bemerkung der Jury-Frau, ich solle dann mal die Laudation von Frau Schwarzer lesen, :-) – als ob mich das überzeugen könnte.

      Die können ja meinen was sie wollen, ist ja schließlich Meinungsfreiheit. Aber ist eine Beledigung eine Meinung?

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