Archiv für den Monat September 2010

Fundbüro: Muslimische Männer sind tierfreundlicher als andere

Fundbüro: Muslimische Männer sind tierfreundlicher als andere

Bismillah

Eine Studie hat den Umgang mit Haustieren in aller Welt untersucht. Im Gegensatz zu dem, was in der Regel über den Umgang mit Haustieren verbreitet wird, wird der Tierschutz im Islam auch praktiziert.

(Kommentare über “Tierliebe” a la Kelek könnt Ihr Euch schenken)

Warum Menschen fast überall auf der Welt Hundefleisch verabscheuen und Japaner ihren Katzen Sonnenbrillen anziehen. Verhaltensforscher Dennis Turner über den Umgang von verschiedenen Kulturen mit dem lieben Tier.

NZZ am Sonntag: Herr Turner, Sie sind für Ihre Studie um die Welt gereist und haben die Einstellungen der Menschen zu den Tieren untersucht. Wer liebt Tiere am meisten?
Dennis Turner: Weltweit gesehen, legen Frauen, egal, wo man ist, mehr Wert auf Haustiere als Männer. Es ist zwar ein verbreitetes Klischee, dass der Hund von seinem Charakter her eher ein Haustier für Männer sei und Katzen mehr von Frauen geschätzt würden. Dieses Vorurteil ist aber, global betrachtet, falsch. Frauen schätzen ebenso Hunde, so wie Männer auch Katzen mögen.
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Frauen sind also tierlieber als Männer?

Ja, das kann man durchaus sagen. Wir konnten deutlich zeigen, dass Frauen mehr davon überzeugt sind als Männer, dass es Vorteile bringt, Haustiere zu halten. Ebenfalls sind Frauen kritischer gegenüber der Haltung von Wildtieren im Zoo und würden eher darauf verzichten, Tiere zu essen. Das ist insofern nicht überraschend, als die Tierschutzbewegung weltweit vor allem von Frauen getragen wird und das weibliche Geschlecht grundsätzlich einfühlsamer ist.

Ein zu emotionaler Umgang mit Tieren ist aber vielleicht nicht immer gut.

Natürlich muss das Einfühlen in ein Tier in gewissen Grenzen bleiben. Werden Haustiere stark vermenschlicht, indem man ihnen Kleider und Sonnenbrillen anzieht, widerspricht das der Würde des Tieres. In Japan beispielsweise sieht man das relativ häufig. In asiatischen Ländern befindet sich der Heimtierbestand gerade mitten in einer Wachstumsphase. Da gibt es jetzt eine Chance, dem entgegenzuwirken, dass Hunde und Katzen zu Modepüppchen gemacht werden.

Wo auf der Welt ist man denn besonders tierfreundlich?

Als wir die Umfragen nach der Religionszugehörigkeit der Teilnehmenden ausgewertet haben, fiel auf, dass muslimische Männer tierfreundlicher eingestellt sind als andere Männer. Diese Befragten waren beispielsweise deutlicher gegen die Haltung von Wildtieren als Haustiere und in Zoos als Menschen anderer Glaubensrichtungen. Zu diesen Ergebnissen passt, dass der Islam die erste Religion war, welche den Tierschutzgedanken thematisiert hat.

Richtet sich die ausgesprochene Tierliebe der Muslime nur auf Wildtiere?

Auch Heimtiere haben für die muslimischen Befragten einen hohen Stellenwert. Ausgeprägter als Christen und Juden beispielsweise glauben Muslime, dass Tiere zu Gefühlen und Denkleistungen fähig sind. Ausserdem bewerten sie Katzen, mehr noch als Hunde, häufiger als liebenswert. Dementsprechend sprachen sich muslimische Befragte auch am deutlichsten dagegen aus, als wir fragten, ob man Hunde und Katzen essen sollte.

Sehen das Chinesen womöglich anders?

In China werden Hunde nur regional gegessen, nicht landesweit. Wir haben Menschen in Peking befragt, die – so wie Befragte anderer Länder – es nicht akzeptabel finden, Hunde und Katzen zu essen. Da scheint die Welt erstaunlich einig.

Woher kommt diese weltweite Abneigung gegen Hundefleisch?

Die Vorteile der Heimtierhaltung sind in vielen Kulturen und Religionen bereits früh verankert. Man hat den Hund als Arbeitstier, Wächter oder Begleiter gebraucht. Die Katze taucht beispielsweise im Islam auf, weil sie einen Gefährten des Propheten Mohammed begleitet, welcher darum der Vater des Kätzleins genannt wird. Derartige enge Beziehungen zu Tieren schaffen Respekt und verhindern es, diese Arten als Schlachttiere zu betrachten.

Hängt der Respekt gegenüber Tieren nicht auch mit dem Wohlstand einer Gesellschaft zusammen?

Man könnte ja annehmen, dass in einem ärmeren Land Tiere grundsätzlich schlechter behandelt werden. Das Gegenteil konnte ich aber beispielsweise im indischen Chennai beobachten. Hier verhalten sich die Menschen heute freundlich bis neutral gegenüber den vielen Strassenhunden, wie unsere Studie gezeigt hat. Früher war das anders. Strassenhunde wurden sofort verjagt. Das liegt daran, dass Chennai seine Strassenhunde seit 5 Jahren gegen Tollwut impft und die Bevölkerung nun keine Bedrohung mehr in den Hunden sieht. Ganz anders dagegen die wohlhabende Schweiz. Ein nicht angeleinter oder streunender Hund würde zweifellos Aggressionsgefühle hervorrufen. Die Gesellschaft ist neuerdings in Hundehasser und Hundeliebhaber gespalten. Der Mensch hat 15 000 Jahre problemlos mit dem Hund leben können. Aber jetzt scheinen wir das hier nicht mehr zu können. Vielleicht könnte Chennai in Indien als Vorbild dienen. Dort sieht man ja, dass es möglich ist, die Einstellung zum Tier zu ändern. Interview:  Andrea Six, NZZ
Zur Studie:

Dennis C. Turner

Über 4 Jahre untersuchten Dennis Turner und sein Team die Einstellungen von Menschen zu Tieren weltweit. Sie befragten 6186 Menschen und beobachteten, wie Menschen auf insgesamt 712 Katzen und Hunde in England, Jordanien und Indien reagierten.

Dennis Turner ist Privatdozent und Gruppenleiter an der Universität Zürich. Hier erforscht der 62-jährige Biologe das Verhalten von Heimtieren. Als Präsident leitet er das Institut für interdisziplinäre Erforschung der Mensch-Tier-Beziehung Schweiz in Zürich und arbeitet als Gastprofessor an der Azabu-Universität in Japan. Finanziell unterstützt wurden die aktuellen Untersuchungen durch den Zürcher Tierschutz und den Futtermittelhersteller Mars. (six.)


Seid dankbar auf Amerika

Seid dankbar auf Amerika

Bismillah

Ähm – die Überschrift ist wohl grammatikalisch falsch – aber reimt sich so schön. Wie sagt man denn, wenn man dankbar ist: für, auf, gegen…?

Ich muss wohl meine Behauptung, dass wir von den Medien unwissend gehalten werden, zurücknehmen, denn es gibt ja etwas viel Wichtigeres als so einen lächerlichen Piratenakt, wie er gestern real gegen jegliches Gesetz begangen wurde. Das ist natürlich gar nichts gegen die Heldentat der Weltpolizei, die uns gerade mal wieder gerettet hat:

Die Tagesschau berichtet:

Medien: Drohnenangriffe stoppten Anschlagspläne

Terrorangriffe auf Städte in Europa verhindert?

US-Geheimdienste haben nach Medieninformationen Terroranschläge auf Ziele in London sowie in großen Städten in Deutschland und Frankreich vereitelt. Die Anschläge seien von Pakistan aus geplant worden und hätten die Ziele gleichzeitig treffen sollen, berichteten der britische Sender Sky News und die US-Zeitung “Wall Street Journal”. Sky News zufolge war die Planung bereits weit fortgeschritten, die Anschläge hätten aber nicht unmittelbar bevorgestanden. So berichtet die Tagesschau

Wir sind natürlich den USA sehr verbunden, weil sie die teuren Drohnen über Afghanistan und Pakistan kreisen lässt, um uns zu  beschützen. Und außerdem soll es ja ein “deutscher Terrorist” gewesen sein, der gepetzt hat. Bestimmt ein Konvertit.

Aber was sind denn nun “Medienberichte! – also natürlich ist das da oben ein Medienbericht, aber wenn ein Medium nicht einen Medienbericht erstellt, sondern aus einem solchen etwas entnimmt, dann wüßte Meryem Deutschenormalmuslimische Bürgerin schon gerne, wer das berichtet und belegt. Aber da das natürlich immer nicht geht, wenn “Geheimdienst” draufsteht, müssen wir wohl auf wikileaks warten.

Beim Bundeskriminalamt in Wiesbaden hieß es in der Nacht auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa, man könne dazu im Augenblick nichts sagen. Auch in den USA wollten Vertreter von Geheimdiensten nicht zu den Berichten Stellung nehmen. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte, aus dem “nachrichtendienstlichen Aufkommen” ergäben sich gegenwärtig keine konkreten Hinweise auf unmittelbar bevorstehende Anschläge in Deuschland.

Auch der US-Sender ABC News berichtete von den Anschlagsplänen. Die wichtigsten Informationen über die drohende Gefahr kamen dem US-Sender zufolge von einem mutmaßlichen deutschen Terroristen, der auf dem Weg nach Europa gefasst worden sei und nun in Afghanistan festgehalten werde. (Quelle wie oben).

Wir freuen uns über diese Informationen und nehmen auch den Piratenüberfall des Landes, was vermutlich die Drohnen produziert hat, nicht mehr übel. Schließlich haben sie ja diesmal niemanden umgebracht.

Die Die Infokrieger-news finden auch, dass jetzt mal ein Dankeswort angebracht wäre.

Die USA haben in der letzten Zeit mehr Drohnenangriffe denn je geflogen, und zum x-ten Mal den Anführer des Terrornetzwerkes Al-Kaida getötet. Dass wie immer einige Zivilisten dumm in der Gegend rumstanden, tja da kann man nichts machen.

Völlig unverständlicherweise beschwert sich die pakistanische Regierung über die Drohnenangriffe auf ihrem Territorium und droht mitlerweile den USA auch ganz unverholen. Haben doch unsere Waffenfreunde im Geiste die Welt abermals vor der Terrorbedrohung gerettet. Wie in der Welt berichtet wird, standen Schaaren an Selbstmordattentätern bereit um den Westen mit Bomben in ein Meer von Blut zu verwandeln. weiter bei Infokrieger-news

Ich bin also zutiefst dankbar und möchte doch nur bitte, bitte eine klitzekleine Information über den Verbleib der Irene-Besatzung. Aber dazu hat die Tagesschau nichts zu bieten. Die SZ ist froh, dass diesmal alles ohne Blutvergießen verlaufen ist. Die Neue Rheinische Zeitung weiß auch nichts Neues, berichtet aber recht ausführlich Wir müssen wieder auf ausländische Medien zurückgreifen um Genauers zu erfahren. Z.B. dass der Einsatz eines Tasers gewaltfrei genannt wird: Schau bei Press-Tevau.

Ich würde ja noch mehr suchen, aber hab jetzt gerade keine Zeit.

Wir im Land der Ahnungslosen – was wir in Deutschland wieder mal möglichst nicht erfahren sollen

Wir im Land der Ahnungslosen – was wir in Deutschland wieder mal möglichst nicht erfahren sollen

Bismillah

Schon heute vormittag wurde die “Irene” das jüdische Boot für Gaza, von der israelischen Marine gekapert. Nachdem ich die mailingliste abgearbeitet hatte, wollte ich mal gucken, was denn unsere Medien so dazu sagen.

Tagesschau-Seite: nichts

ZDF: nix

Das sind doch die öffentlich-rechtlichen für die ich meine Gebühren bezahle, oder was? Sollten die mich nicht informieren?

na immerhin – in einem Nebensatz hat die Tagesschau berichtet – in einem Bericht über den Bericht des UNO-Menschenrechtsrates


RTL: hat was im ticker

Süddeutsche: immerhin

Sat 1: hat nichts zu bieten

Stichproben ausländischer Medien:

IRIB-na klar

Todays Zaman hat immerhin erwähnt, dass mit einem Angriff gerechnet wurde – das der inzwischen erfolgt ist, haben sie noch nicht gemeldet

CNN schläft nicht

BBC hat sogar ein Statement des israelischen Außenministers – das Schiff fährt ja auch unter britischer Flagge

Hürriyet weiß auch Bescheid

Deutsche alternative Medien:

Hintergrund

net news global:
verlinkt zur Seite der Organisation \”Jewish boat for Gaza\

Gegenmeinung: lässt Henning Mankell zu Wort kommen

Fazit: wenn ich mich auf die gebührenfinanzierten deutschen Medien verlasse, bleib ich uninformiert. Die privaten Sender des “Unterschichtfernsehen” sind teilweise dabei. In alternativen deutschen Medien kann ich fündig werden und am ausführlichsten berichtet das Ausland.

Das ist nicht das erste Mal, dass mir das auffällt.  Also Leute, lernt Fremdsprachen!

Und hier noch was Grundsätzliches zum Nachdenken