Samstag, die Sonne scheint wieder und aus den 19 jungen Toten vom Montag sind inzwischen 21 geworden

Samstag, die Sonne scheint wieder und aus den 19 jungen Toten vom Montag sind inzwischen 21 geworden

Bismillah

Dass die Love-Parade-Toten an zuviel Liebe gestorben wären kann man wohl nicht behaupten, eher hat Geldgier eine Rolle gespielt bei der Organisation. Trotzdem: wie kann man sich nur in eine solche Situation begeben? Wo selbst die Fans schon vorher eine Katastrophe prophezeit haben.

Übrigens wird in Mekka deutsche Technik und Erfahrung genutzt um millionenstarke Pilgerströme zu leiten. Es mangelt also im Lande nicht an Wissen.

Große und kleine Katastrophen: hab gerade beim Käsekuchenbacken die Quarkmasse in der Küche verteilt. Mit laufendem Motor den Mixer aus der Schüssel genommen, lecker. Eigentlich keine Katastrophe, nun ist gleich mal alles abgewischt und immerhin: ich kann Kuchen backen. Würde bestimmt so manche Hausfrau in Gaza, in Afghanistan, in Haiti gerne, aber da mangelt es an Zutaten, an Haushaltsgerät und am Strom. Aus dem Iran wollten vier Parlamentsangehörige nach Gaza reisen, aber die Ägypter geben ihnen kein Visum. Das ist eine Katastrophe deshalb, weil Ägypten als islamisches Land sich verkauft hat. Wie so viele andere Staaten auch. Bald ist Ramadan und den will die muslimische Weltgemeinschaft gemeinsam verbringen – aber es gibt Menschen, die schämen sich nicht ihrer Käuflichkeit. Weshalb das Crescent-Magazine (s.link) sie auch Pharao nennt. Und der war bekanntlich ungläubig.

Es hat aber noch die Frau des Pharaos, Asia, a.s., gegeben, die Erbarmen mit einem kleinen Baby gehabt hat. Aus dem später ein großer Prophet der Israeliten wurde, der ganz gewiß die Nachfolger seines Stammes haßt, die heute soviel Unrecht tun.

Inschallah können die Menschen in Palästina einen friedlichen Ramadan erleben. Wahrscheinlich ist die Möglichkeit dazu noch größer als in Afghanistan. Und im Irak? Ein Land in dem noch immer so viele Menschen unter den Folgen des Krieges leiden, während ihre Besatzer ihnen Milliarden gestohlen, äh tschuldigung, “verloren” haben. Kann ja mal passieren. In wenigen Tagen jährt sich ja auch wieder der Tag des ersten Atombombenabwurfs überhaupt – unter den Folgen leidet das Volk noch heute und irgendwie ist es doch sonderbar, dass es noch immer die gleiche Nation ist, die als unheilvoller “Befreier” allüberall auf der Welt tätig ist. Wie kommt es eigentlich, dass wir, die Menschheit das zulassen? Gekauft und verdummt.

Ein Editorial im Crescent Magazine beschäftigt sich dann auch mit der Frage, wie es um die Freiheit der Medien “im Westen” bestellt ist. Wird doch gerne bemängelt, dass im Iran Zensur herrsche – unsere freien Medien dürfen aber schließlich jeden Müll verbreiten und sei er auch noch so beleidigend für Milliarden von Menschen. Wenn eine 89(!)jährige Journalistin aber mal eine etwas unglückliche Formulierung benutzt, wird sie gefeuert – na gut, sie dürfte auch genug getan haben. Was aber verwerflich daran ist, wenn eine CNN Redakteurin öffentlich zugibt um den großen Gelehrten Sayyid Fadlallah, Gott hab ihn selig, zu trauern, das soll mir mal jemand unter Pressefreiheit verkaufen. Wenn dann auch noch eine britische Botschafterin es wagt, in ihrem blog die bereichernden Treffen mit ihm zu schildern: “When you visited him you could be sure of a real debate, a respectful argument and you knew you would leave his presence feeling a better person.”  dann ist das israelische Außenministerium schon aufgebracht, will eine Stellungnahme des britischen Außenministers,  und der blog zugemüllt. Immerhin hat die Botschafterin wohl ihren Job noch und ein britischer Journalist hat immerhin im Gegenzug gefragt, was der israelische Außenminister dazu sagt, dass seine Landsleute mit britischen Pässen versehen einen Mann in Dubai ermordet haben.

Fast wäre mir der Käsekuchen verbrannt, während ich hier so vor mich hin sinniere. Gerade noch mal gut gegangen.

Ja, was sollen alle diese Gedanken, da wird man doch nur trübsinnig, oder? Oder sollen wir viel mehr solche mitfühlenden Gedanken haben, damit aus dem mit-leiden ein Handeln wird? Damit wir bereit sind für die Rückkehr unseres Imams, a.s.,- der in diesen Tagen Geburtstag hatte?

Ich bin sicher, dass es viel mehr gutherzige Menschen als grausame gibt. In jedem Volk auf der Erde. Nur ist die Gedankenlosigkeit so weit verbreitet und so wollen es ja auch die Tyrannen, darum müllt man uns zu mit aggressiver Musik zu “Liebes”-Paraden, mit Fernsehen zum Verblöden, mit Drogen zum Einschlafen, mit Konsumgütern zum Begierde wecken, mit Kriegsdrohungen zum Fürchten, mit Nacktheit zur Übersättigung. Uvm. Aber irgendwann werden alle aufwachen, davon sind wir Muslime überzeugt. Und dann wird die Welt eine andere sein.

Der kommende Ramadan ist eine Zeit der Vorbereitung, des Verzichtes aus Liebe, der Einkehr und der Gemeinschaft. Ich freue mich schon darauf und mache Pläne, wie ich den für uns zu Hause gestalten kann. Ich kann wegen meiner Erkrankung nicht fasten, aber verzichten werde ichinschallah  trotzdem auf manches und mir dafür mehr Gutes gönnen, geistige Nahrung – besser als leibliche.

Nun ist es aber genug mit den Gedanken, die Sonne scheint noch immer, die Wäsche will aufgehängt werden und heute Nachmittag treffe ich liebe Schwestern.


2 Antworten »

  1. Amin.

    Sehr viel wahre Worte (ich liebe übrigens Käsekuchen ;-) )
    Vor allem von der Verdummung, der Zumüllung( tolles Wort) und Gedankenlosigkeit.
    Das kann man gar nicht oft genug erwähnen.

    Inshallah werden immer mehr Menschen darauf aufmerksam und setzen sich zur Wehr.

    wasalam

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