Archiv für den Monat April 2010

Zitat des Tages

Zitat des Tages

Gefunden bei Aggro-Migrant

Ein Zitat des Tages muss ja nicht unbedingt eine geistige Meisterleistung sein. Hans-Jürgen Irmer, hessischer Fraktionsvize der CDU:

“Wir brauchen nicht mehr Muslime, sondern weniger.”

Ich hab keine Ahnung was Herr Irmer braucht oder nicht – Vermutungen habe ich allerdings schon. Außerdem weiß ich nicht, wozu er Muslime braucht und wie viele. Aber es scheinen ihm jedenfalls zu viele zu sein, weshalb sich jetzt die Frage stellt, was er zu tun gedenkt? Herr Irmer, machen Sie doch mal Vorschläge, wie Sie unsere Zahl zu reduzieren gedenken.


Gelbe Schleifen, schwarze Schleifen?

Gelbe Schleifen, schwarze Schleifen?

In der Neuen Rheinischen Zeitung gefunden:

Schwarze Schleife des Nichtvergessens
Hamburg (NRhZ/OK, 30.4.) „Denken Sie an die Toten, an die Traumatisierten.“ So appelliert der durch die Talkshows tingelnde Bundeswehr-Propagandist und Hollywood-Schauspieler Ralf Moeller an alle Deutschen, damit sie eine „Welt-Edition“ tragen: die „Gelbe Schleife“. Otto Köhler, Journalist, Publizist und Mitherausgeber der Zweiwochenschrift Ossietzky, erklärt dazu: „Die Welt setzt damit die Kampagne fort, mit der der Springer-Konzern im letzten Jahrhundert Beihilfe zum US-Krieg gegen Vietnam leistete. Damals schickten die Unterstützer den GIs Imitate der Berliner „Freiheitsglocke“. Heute offeriert der „Welt-Shop Gelbe Schleife“ ebendieselbe für nur 2,95 € pro Stück. Das ist billig. Beim „NATO-Shop-Nord Ausrüstung für Outdoor, Einsatzkräfte und Reserve“ gibt es die Schleife auch aus Gold für 198 €. Die Welt-Mahnung ist sogar unentgeltlich zu haben: „Werden Sie Teil des ‚Gelben Netzwerks der Solidarität‘ und zeigen Sie Ihre Unterstützung für die Bundeswehr-Soldaten im Einsatz. Tag für Tag setzen die Bundeswehr-Soldaten in Afghanistan ihr Leben aufs Spiel. Rückhalt aus der Bevölkerung gibt ihnen Kraft, schwierige und lebensbedrohliche Situationen während Auslandseinsätzen zu meistern.“ Otto Köhler: „Kurz vor diesem Angebot hat die Bundesanwaltschaft das Ermittlungsverfahren gegen den Bundeswehrobersten Georg Klein eingestellt, der die Situation mit einem Massaker an afghanischen Zivilisten gemeistert hatte. Die „Gelbe Schleife“ gilt nicht für die Opfer der in Afghanistan eingedrungenen deutschen Soldaten. Nicht einmal für die Kinder, die von der Bundeswehr umgebracht wurden. Ich rufe auf zu einer Schwarzen Schleife des Nichtvergessens für die Opfer der Bundeswehr in ihrem weltweiten Einsatz.“

Ich würde für jeden Bundeswehrsoldaten der aus Gewissensgründen in Aghanistan zum Kriegsdienstverweigerer wird, eine gelbe Schleife um einen Baum binden!

Tony Christie:

http://www.youtube.com/watch?v=7NCZ4l8FCFc

Rethink Afghanistan – Video hier kann man die afghanische Familie die im Februar von US-Soldaten ermordet wurde, Stunden vorher bei einer Familienfeier sehen und dann die Opfer, denen auch noch medizinische Hilfe verweigert wurde. Der Mord an zwei schwangeren Frauen sollte dann auch noch vertuscht werden.

Migrationszauber – Initiative des Bayrischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung

Migrationszauber – Initiative des Bayrischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung

Wie der Titel schon sagt – das Ministerium hat eine Initiative gestartet, um auf das berufliche Potential von Migrantinnen aufmerksam zu machen. Die Homepage von “Migrationszauber” findet sich hier

Da ich ja in Bayern auch Migrantin bin, muss ich das natürlich unterstützen.

Zur Kampagne gehört eine Miniserie, in der ein Geschäftsführer mit “Zaubertricks” versucht, vom Thema “Einstellung von Frau Özlem” abzulenken. Witzig – allerdings nervt soviel Fürsprache für die verehrte Bewerberin schon fast wieder – mal sehen, ob es im dritten Teil dem Herrn wieder gelingt, auszuweichen :-)

Gastartikel: Türkisch (nicht nur türkisch!) lernen online – das bab.La Sprachportal stellt sich vor

Gastartikel: Türkisch (nicht nur türkisch!) lernen online – das bab.La Sprachportal stellt sich vor

Ein Gastbeitrag mit Tipps zum Sprachenlernen – ich hab mich schon registriert und pauke fleißig Vokabeln! Sehr lustig sind auch die Spiele – Galgenmännchen auf Türkisch, :-)

Foto: flickr

Es gibt viele Möglichkeiten, eine Sprache zu lernen. Am besten ist  natürlich immer der direkte Kontakt mit Landsleuten vor Ort. Leider geht  das ja nicht immer, deshalb ist das Tandem-Lernen eine gute Alternative.
Hier kann man muttersprachliche Gesprächspartner finden – dabei lernt  man eine Sprache und bringt dem Gesprächspartner gleichzeitig seine  eigene Sprache bei. Tandem-Lernpartner kann man z.B. beim Tandem Server der Ruhr-Uni Bochumonline finden oder man schaut auf das schwarze Brett an der  Uni / Sprachschule / VHS vor Ort.

Neben dem persönlichen Gespräch zählt aber vor allem der Fleiß beim  Sprachen lernen. Das Sprachportal bab.la bietet neben einem Deutsch-Türkisch Wörterbuch auch einen kostenlosen Vokabeltrainer an, mit dem  man Vokabeln pauken kann. Der Vokabeltrainer ist nach dem  Karteikastenprinzip aufgebaut: Eine Vokabel muss mindestens 5 mal als  “gewusst” eingestuft werden, damit sie auch wirklich im  Langzeitgedächtnis hängen bleibt. Der Vokabeltrainer basiert auf dem  Wiki-Prinzip, so dass man eigene Lektionen erstellen und diese auch mit  anderen Nutzern teilen kann. Wer keine Lust zum Erstellen eigener  Lektionen hat, kann aus einem Pool von tausenden Lektionen wählen.

Neben dem Vokabeltrainer findet man auf bab.la auch eine  Phrasensammlung. Gerade beim  Schreiben fällt es oft schwer, den richtigen Anfang oder die passende  Formulierung zu finden. Die vier Kategorien wissenschaftliches  Schreiben, Bewerbung, geschäftliche Korrespondenz und persönliche  Korrespondenz bieten Mustersätze und Vorlagen für (fast) alle Lebenslagen.

Viel Spass beim Lernen!
Gastbeitrag von Andreas Schroeter, Gründer von bab.la

Afghanistan und seine Opfer

Afghanistan und seine Opfer

Bismillah

Man müsste schon ziemlich hartherzig sein, um nicht mitzufühlen bei dem, was über die Trauerfeier für die in Afghanistan gefallenen Bundeswehrsoldaten berichtet wird – jedenfalls über das, was über die hinterbliebenen Familien erzählt wird, vor allem über die kleinen und ungeborenen Kinder.

Dafür wird mir wieder mal  übel bei dem, was “unser” (Nein Danke!) Verteidigungs Kriegsminister von sich gegeben hat. Diese wohlgesetzten Worte von “um Verzeihung bitten” in Kombination mit “Tod und Verwundung werden auch in den nächsten Jahren Begleiter unserer Einsätze sein, nicht nur in Afghanistan” - was haben “wir” denn noch so vor?

Wäre ich Angehörige eines getöteten Soldaten, hätte ich ihm wohl ins Gesicht gespuckt oder mindestens einen Schuh geworfen – ich bin sonst eine friedliebende Person, aber mit welcher Arroganz hier Menschen verheizt werden – völlig sinnlos – das ist nicht auszuhalten. Nur nicht zugeben, dass man sich aus lauter Unterwürfigkeit gegenüber der USA  seit Jahren in einem Krieg befindet, der völkerrechtlich illegal ist und mit dem vorgeschobenen Kriegsgrund nichts zu tun hat. Mal abgesehen davon, dass man ein Land noch mehr verwüstet, das seit Jahrhunderten von fremden Mächten als Kriegsspielplatz benutzt wird.

Die Leserbriefe heute in der SZ sind allesamt gegen den Einsatz, Auszüge:

“Deutschlands Sicherheit wird amHindukusch
verteidigt? Lächerlich. Nach neun
Jahren Bundeswehrpräsenz ist aus dem
befriedeten Wiederaufbaugebiet im Norden
eine einzige Kampfzone geworden.”

Die deutsche Bevölkerung ist seit langem
und zunehmend mehrheitlich gegen den
Krieg, aber die Volksvertreter scheren
sich nicht darum. Das ist es, was die Bürger
demotiviert….

Der Krieg nach außen findet seine
Entsprechung in Sozialabbau und Repression
im Inneren. Binnen nur eines
Jahres sind die Kosten für den deutschen
Afghanistan-Einsatz um rund 85 Prozent
auf 1,1 Milliarden Euro gestiegen.
Deutschland hat 2009 insgesamt 688 Millionen
Euro für den Militäreinsatz in Afghanistan
ausgegeben, 2010 soll es über
eine Milliarde sein. Der deutsche Rüstungshaushalt
wächst von Jahr zu Jahr.
Zugleich wird im Sozialbereich ohne
Unterlass gekürzt.

“Schon seit Monaten wird in der Presse
die Aufrüstung der Bundeswehr das Allheilmittel
für Afghanistan gesehen. Als
wenn Kampfhubschrauber etwas grundsätzlich
an der Kriegssituation dort ändern
würden. Ist denn schon vergessen,
dass die Russen dort abzogen als auch ihre
Hubschrauber durch Bodenluft-Raketen
abgeschossen wurden? Es ist unerträglich,
wie die Presse den Krieg im
Hindukusch anheizt, etwa durch Leserumfragen
wie: Kümmert sich Merkel genug
um Afghanistan? Will heißen: Dort
sollen noch mehr Soldaten, noch mehr
militärisches Gerät hin.
Dabei weiß jeder vernünftige Beobachter,
dass der Krieg so für den Westen
nicht zu gewinnen ist. Wir stehen „im
Nato-Bündnis im Wort“, schreiben Sie.
Richtig ist: Wir sind durch die imperiale
Politik der Amerikaner und ihre falschen
Gründe in den Krieg dort hineingezogen
worden. Bin Laden zu suchen und zu finden
war doch nur ein Vorwand,umin dieses
geopolitisch wichtige Land einzumarschieren.”

“Stefan Kornelius vertritt die Meinung,
dass die Bundeswehr sämtliche Freiheiten
vor Ort benötige, um ihre Arbeit zu
machen. Die Einmischung der Bundespolitik
und, noch schlimmer, die öffentliche
Meinung, hindere und gefährde die
Soldaten. Was hätte ein solcher Vorschlag
für Konsequenzen? Soll die Bundeswehr
frei aller Einschränkungen eines
demokratischen Staates agieren?
Nein, die Einsätze der Bundeswehr müssen
kritisch debattiert werden. Die Bundesregierung
ist dazu verpflichtet, ihre
Mandate ständig zu überprüfen. Die Öffentlichkeit
muss gehört werden. Schließlich
sind es ihre Söhne und Töchter, die
ihr Leben riskieren. Noch wichtiger wäre
es, der afghanischen Bevölkerung zuzuhören,
die seit Jahrzehnten unter „friedensschaffenden
Einsätzen“ verschiedener
Armeen leidet.”

Alle zu finden auf der Leserbriefseite (31) der heutigen SZ.

Ja und da sollten wir, wie der letzte Leserbriefschreiber sagt, uns mal an die afghanischen Opfer erinnern. Ein deutscher Offizier, der die “Vernichtung” einer Gruppe von Einheimischen befohlen hat, geht straffrei aus. Die Angehörigen erhalten weder eine Entschuldigung, noch eine Entschädigung. Setzen sie sich jedoch gegen solche Armeen zur Wehr, dann sind sie “Terroristen” und “Aufständische”, die aus “Hinterhalten” agieren. Ja, wer stellt sich denn vor, dass die notdürftig bewaffneten Widerstandskämpfer eines solchen Landes sich auf die Straße stellen um nicht “hinterhältig” gegen die anrollenden Panzer anzugehen?

Ist jeder, der sich in Afghanistan wehrt, ein aus dem Ausland geförderter “Taliban”, der das afghanische Volk auch unterdrücken will? Würde man mein Land in einer solchen Art “wiederaufbauen” würde ich mich auch wehren. Was haben Bundeswehrsoldaten in einem solchen Krieg zu suchen? Ich weiß, ich wiederhole mich und so tun es so viele der ungehörten Stimmen der Bürger unseres Landes.

Es gibt Menschen, die den in Kunduz ermordeten Afghanen ein Gesicht geben, Buchtipp aus der SZ vom 21.4.:

Der Stern-Korrespondent Christoph Reuter hat die Folgen des Luftangriffes gemeinsam mit dem Fotografen Marcel Mettelsiefen vier Monate lang aufgearbeitet und veröffentlicht in diesen Tagen ein Buch mit dem Titel “Kunduz, 4. September 2009″. Er kennt die Angehörigen der Opfer, ihre Nachbarn, die Dörfer und das Land.

Im Zentrum für Kunst und Soziokultur in Potsdam gibt es die dazugehörige Ausstellung bis zum 13. Juni.


Die Hinterbliebenen der Opfer von Kunduz (und viele andere) hat übrigens niemand um Verzeihung gebeten. Kein Minister, kein Offizier. Was die wohl dazu sagen, dass es in Deutschland jede Menge Untersuchungsaufwand darum gibt, wer wann was gewußt hat – und nicht, wer wann was getan oder befohlen hat? Zitate aus dem o.g. Buch:

Das Protokoll verstört mehr,
als moralische Empörung es je könnte.


Der Vollzug, ein Unteroffizier vermerkt:
„,Tasks closed‘. Oberst Klein verlässt
den Befehlsstand und geht ins Bett.“

DieIdentifizierung des Amir Gul: „Ein Bruder
erkannte ihn später an den neuen
Kleidungsstücken, an einer Hand und
dem halben Gesicht.“

Die Bestandsaufnahme
der Feldjäger: „Es sind nur noch
minimalste Spuren von Humanmaterial
zu finden.“


“Nicht in meinem Namen” sagt auch Urs