Archiv für den Monat März 2010

Fundbüro: Unverschleierte Kritik – Hissa Hilal, eine mutige Muslima gegen verfälschten Islam

Fundbüro: Unverschleierte Kritik – Hissa Hilal, eine mutige Muslima gegen verfälschten Islam

Die Schwester Hissa Hilal würde auch gut in meine Reihe “Starke Frauen im Islam passen” – Respekt, Schwester und möge Allah Dich behüten:

Aus der SZ von heute:

Unverschleierte Kritik
Beim Poeten-Wettstreit in Abu Dhabi dichtete eine Frau gegen radikale Islamprediger – nun wird sie bedroht

Kairo – Die Geschichte klingt gut, trägt aber das Potential für Ärger mit Fundamentalisten in sich: Beim Dichter-Wettbewerb in Abu Dhabi, einer arabischen Talentschau, fordert eineVollverschleierte
einen Maulkorb für radikale Islam-Prediger. Und das in vollendeter Versform. Hissa Hilal, Journalistin, Hausfrau, vierfache Mutter und poetisches Talent, ist bei dem in der arabischen Welt
populären Wettbewerb „Millionen-Dichter“ in die Endausscheidung gekommen. Die junge Frau aus Saudi-Arabien könnte am Mittwoch mit ihrem Gedicht gegen betonköpfige Islamprediger den Sieg

samt Preisgeld in Höhe von umgerechnet einer Million Euro davontragen: Der Aufschrei der auf selbstgefällige Weise Gottgefälligen ist dann so gut wie sicher. Todesdrohungen hat Hilal bereits bekommen– im Internet erkundigten sich die Ersten nach ihrer Adresse.

Die Dichterin sagt: „Ja, meine Gedichte provozieren.Ich drücke meine Gefühle aus undverleihe den arabischen Frauen eine Stimme gegenüber denen, die unsere Kultur und Religion in Beschlag genommen haben.“ Das Gedicht, das Hilal vorgetragen hat und das per Satellitenfernsehen live in der arabischen Welt verbreitet wurde, ist eindeutig: Die Poetin wirft den Predigern vor, die Menschen mit ihren Fatwas „in Angst und Schrecken zuversetzen“ und „wie die Wölfe Beute machen zu wollen“ unter denen, die den Frieden suchen. Angesprochen fühlen darf sich der saudische Prediger Abdul-Rahman bin Nasr al-Barrak. Der Scheich hat in islamischen
Rechtsgutachten, den Fatwas, seine Position belegt. Ob es der Krieg im Irak war oder das Verhältnis zur islamischen Minderheit der Schiiten: Er zeigte sich als Theologe, für den Andersdenkende meist „Ungläubige“ sind. Und die man in angeblicher Übereinstimmung mit dem islamischen Recht töten müsse. Der Prediger ist einer der Radikalsten unter den ohnehin stockkonservativen saudischen Islamgelehrten. Seine Fatwa zur
Geschlechtertrennung liest sich so: „Wer das Mischen der Geschlechter gestattet, der erlaubt damit verbotene Dinge. Wer Verbotenes erlaubt, ist ein Ungläubiger und Abtrünniger vom Islam. Wenn er
nicht bereut, muss er getötet werden.“ Barrak behauptet allerdings, dies sei aus dem Zusammenhang gerissen. Ein liberaler Scheich in Ägypten oder Jordanien würde die Frage eh anders auslegen
– und das Zusammensein unverheirateter Frauen und Männer unter bestimmten moralischen Vorbehalten zulassen. Anders in Saudi-Arabien: Das Königreich ist die Hochburg des Wahabismus, eines puritanischen Islam. Hier ist derKoran Verfassung, eine Religionspolizei patrouilliert auf der Suche nach unpünktlichen Betern und unverheirateten Paaren durch die Straßen. Die Geschlechtertrennung wird zur Frage des Seinsoder-
Nichtseins des Islam hochgeredet. Männer wie Barrak haben enormen Einfluss. Selbst der reformwillige König Abdallah vermeidet Konflikte: Die Prediger können die extrem konservative Gesellschaft mobilisieren. Kaum ein Thema eignet sich dafür so wie die Frauenfrage. Wie selbstbewusst die Wahabiten- Scheichs sind, zeigte sich erst jüngst: Der zu Reformen bereite König hat eine Elite- Hochschule gegründet, an derMänner
und Frauen zusammen forschen. Für die Islamgelehrten verstieß das weltweit beachtete Projekt gegen die gottgegebenen Regeln der Religion. Der greise König, der die Universität als Leuchtturm seiner Reformpolitik betrachtet, entließ daraufhin den lautesten Prediger. In anderen Fällen aber musste er den Betonköpfen nachgeben. Die Geschlechtertrennungs- Fatwa des Predigers Barrak ist daher hochpolitisch: Sie gilt dem Reform-
König mit seiner Hochschule ebenso wie denen, die mehr Rechte für Frauen im saudischen Alltag fordern und ihnen zum Beispiel das Autofahren erlauben wollen. Die breite Zustimmung für die vermeintlich
ketzerische Dichterin zeigt, dass die Meinung der Konservativen keinesfalls die der ganzen arabischen Gesellschaft ist. Zwar wurde Hissa Hilal auf Islamisten- Seiten im Internet verurteilt.
Beim Wettbewerb und im Internet aber wurde der verschleierten Dichterin applaudiert für ihre Verse, mit denen sie die Konservativen so unverhüllt angeht:


„Ich sehe das Böse in den Augen der Fatwas,die alles Erlaubte ins Verbotene verkehren.“

Zu den Todesdrohungen sagtsie nur: „Sie sind nicht so beunruhigend, dass ich mich verstecken würde.“

Hier der Auftritt der Schwester im TV und ein Interview des niederländischen Fernsehens mit ihr – u.a. äußert sie sie über das Tragen des Niqab und einen friedliebenden Islam:

“Unter dem Niqab verbirgt sich ein Herz weiß wie das einer Taube”

Fürsorgliche US-Regierung plant Klimaveränderung für Guantanamo Häftlinge

Fürsorgliche US-Regierung plant Klimaveränderung für Guantanamo Häftlinge

Seit Jahren sitzen ja nun im tropischen Klima von Guantanamo-Bay auf Kuba Gefangene der US-Regierung ohne Verfahren, geschweige denn Urteil ein. Nun ist es ja so, dass die meisten von ihnen aus ganz anderen klimatischen Bedingungen kommen, aus der Wüste, oder dem Hindukusch – also jedenfalls aus trockenem Binnenlandklima, deshalb bekommt ihnen das feuchte tropische Wetter so gar nicht. Darum hat die Regierung, stets um die Menschenrechte der Insassen bemüht, jetzt überlegt, diese nach Afghanistan zu verlegen. Das dortige Wetter vertragen die Gefangenen doch viel besser und es ist doch wichtig, dass sie sich wohl fühlen, wenn sie doch noch unbekannte Zeiträume festgehalten werden müssen, weil man sie doch nicht vor Gericht stellen will.

22. März 2010

Die amerikanische Regierung plant offenbar, Terrorverdächtige aus dem Gefangenenlager Guantánamo Bay im Südosten Kubas ins Militärgefängnis auf dem amerikanischen Luftwaffenstützpunkt Bagram nördlich von Kabul zu verlegen. Wie die Tageszeitung „Los Angeles Times“ unter Berufung auf Informationen aus dem Weißen Haus und aus dem Pentagon am Montag berichtete, stoßen die Pläne aber auf heftigen Widerstand im Verteidigungsministerium, zumal beim Befehlshaber der internationalen Truppen in Afghanistan, Heeres-General Stanley McChrystal.

Die Suche nach einem Ersatz für Guantánamo wurde jüngst intensiviert, weil Präsident Barack Obama das kurz nach seinem Amtsantritt gegebene Versprechen gebrochen hatte, das umstrittene Lager auf Kuba bis zum 22. Januar zu schließen. „Niemand ist mit den vorliegende Alternativen wirklich zufrieden, aber Bagram erscheint derzeit als das kleinste Übel“, sagte ein ranghoher Pentagon-Mitarbeiter der „Los Angeles Times“.

siehe FAZnet

Warum dürfen wir nicht wissen, was Tayyip Erdogan zu Angela Merkel gesagt hat?

Warum dürfen wir nicht wissen, was Tayyip Erdogan zu Angela Merkel gesagt hat?

Vom Besuch der Kanzlerin in der Türkei wird uns allerlei berichtet über die Scheinscharmützelchen um türkische Schulen und privilegierte Partnerschaft. Dass Frau Merkel versucht hat, den türkischen Premier für Sanktionen gegen den Iran zu gewinnen – da bleibt nur ein kleiner Randsatz übrig: “Erdogan habe gesagt, das wäre nicht gut für die Region” – so gestern auf Bayern 5 gehört, ähnlich in der Zeitung gelesen.

Komisch die türkischen Blätter zitieren da viel deutlichere Aussagen Erdogans: “Auch er sei gegen Atomwaffen, aber es gäbe in der Region einen mit Atomwaffen hochgerüsteten Staat, der dem Atomwaffensperrvertrag nicht beigetreten sei, während der Iran keine Atomwaffen habe, aber den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet habe. Warum sollte es also Sanktionen gegen den Iran geben?”

Ich freue mich ja immer, wenn Politiker nicht schleimen, was wir ja hier selten erleben dürfen. Und leider möchten unsere gleichgeschalteten Medien auch nicht, dass wir davon erfahren, dass es auch andere Politiker gibt.