Archiv für den Monat Januar 2010

Bill Clinton und Haiti: Wie zynisch kann man sein?

Bill Clinton und Haiti: Wie zynisch kann man sein?

Bismillah

Gestern im Bayrischen Rundfunkt gehört: Bill Clinton, in seiner Eigenschaft als Sonderbeauftragter der USA für Haiti, richtet an die Überlebenden den Appell:

“die Katastrophe als Chance zu begreifen”

so zynisch kann wohl nur jemand sein, der im Leben kein schlimmeres Trauma erlebt hat, als beim Fremdgehen erwischt zu werden.

Wer kann sich schon vorstellen wie es ist, wenn man von einer Minute auf die andere wirklich alles verliert? Auch wenn man schon vorher wenig besessen hat? Wohl kaum jemand, der nicht tote Verwandte betrauert, manche die ganze Familie! Und dann in einem total verwüsteten Land zu sitzen, ohne Dach über dem Kopf, ohne sauberes Wasser, ohne medizinische Hilfe? Zwei Wochen später vielleicht mit dem Allernötigsten versorgt, aber noch immer vor Schrecken gelähmt?

Vielleicht können das die nachvollziehen, die von ähnlichen Schicksalen betroffen sind oder waren. Diejenigen, die am Ende des zweiten Weltkriegs den Bombenhagel überlebt haben. Die, die im Gazastreifen ihre Angehörigen und Häuser verloren haben und ein Jahr später immer noch in Zelten leben. Die ersteren waren zumindestens nicht unbeteiligt an den Entwicklungen des Krieges-sofern sie nicht zu jung waren – die letzteren sind ihrem Schicksal ausgeliefert und konnten nicht einmal fliehen – wie die Haitianer.

Die Chance hat in Deutschland die USA genutzt und das Land für alle Zeiten – jedenfalls sieht es so aus – zur Dankbarkeit und Folgsamkeit verpflichtet. Ich werde den Verdacht nicht los, dass es in Haiti ähnlich sein wird.
Damit möchte ich bestimmt nicht uneigennützigen Hilfseinsatz diskreditieren. Nur bemängeln andere Länder sehr wohl mangelnde Transparenz beim Einsatz der USA. Teilweise fühlten sich Hilfsorganisationen mehr behindert, als eingebunden. Ob nun dieses sonderbare “Haarp-Projekt” mit dem Erdbeben zu tun hat – das wird sich wohl kaum klären lassen. Es gibt durchaus Untersuchungen die dagegensprechen und auch weitergehende Erdbebenaktivitäten beschreiben, also nicht “gezielt” auf Haiti. Aber die “Chance” kann die USA natürlich trotzdem nutzen, strategisch liegt das Land ja günstig und die mittelamerikanischen Länder sind so unanständig aufmüpfig gewesen in den letzten Jahren. Da wäre ein wenig mehr Präsenz doch schön für die USA.

Natürlich kann es Haiti, dass ja schon jahrhundertelang leidet, irgendwann besser gehen als vor dem Erdbeben, jetzt wo die Aufmerksamkeit der Welt dorthin gerichtet ist. Trotzdem gibt es ja irreparable Schäden für die der Kolonialismus, der das Land seit Jahrhunderten ausgebeutet hat, verantwortlich ist. Jetzt wäre es ja schön, wenn den Haitianern wirklich geholfen würde, ihr Land in Eigenregie neu zu gestalten. Aber daran habe ich ja so meine Zweifel.

Wie auch immer: man kann den traumatisierten Menschen jetzt diese Frage nicht stellen. Was sie jetzt brauchen ist Beistand, sowohl materiell als auch seelisch. Zigtausende Menschen sind in Massengräbern verscharrt worden, ohne dass Zeit war, sie zu betrauern. Haiti braucht jetzt keine Menschenhändler, die die kulleräugigen Kinder wegholfen, sondern Hilfe. Auch durch unsere Gebete.

auch ein interessanter Artikel

und hier

noch was zur Frage von seismischen Waffen

Fundbüro: “Wir glauben Euch nicht” Artikel aus Focus-Money zu 9/11

Fundbüro: “Wir glauben Euch nicht” Artikel aus Focus-Money zu 9/11

Nicht gerade meine übliche Lektüre, aber hier hat sich mal ein mutiger Redakteur durchgesetzt und eine schöne Zusammenfassung der Unwahrheiten um den Massenmord vom 9.11.2001 gebracht. Jener Massenmord, der als Rechtfertigung für zwei völkerrechtswidrige Kriege diente, dessen offizielle Darstellung aber inzwischen selbst die Mehrheit der Amerikaner nicht mehr glaubt. Wissenschaftler, Piloten und Sprengstoffexperten sowieso nicht.

Man muss kein Verschwörungstheoretiker sein um zu erkennen, wie kaltschnäuzig hier Menschen geopfert wurden. Mich erschreckt es trotzdem immer noch, dass eine Regierung dazu in der Lage ist. Allerdings werden wir alle ja unentwegt belogen von unseren Regierungen. Ich will mich aber nicht damit abfinden.

Hier erzählt erstmal der Autor des Artikels, welche Mühe es gekostet hat, das zu recherchieren und dann auch die Veröffentlichtung durchzusetzen. Der link zum Artikel am Ende:

Es ist vollbracht. Focus Money bringt am 5. Januar 2010 fünf Seiten über die Lügen des 11. September 2001. Mehr als fünf Jahre habe ich dafür gekämpft. Auf vier Textseiten (eine Seite Aufmacher) war natürlich kein Platz für alle Widersprüchlichkeiten, aber ich habe mich auf die wichtigsten konzentriert: Die kontrollierten Sprengungen von WTC 1, 2 und 7, die fehlende Boeing im Pentagon und das Ausbleiben der Abfangjäger.

Auch hier wieder meine Bitte: Kaufen Sie das Heft! Die Klimagate-Story hat an der Auflage kaum etwas verändert. Die vielen positiven Leserzuschriften (nur eine negative) haben aber immerhin die 911-Story ermöglicht. Auf die Dauer haben solche Artikel aber nur eine Chance, wenn es auch eine Nachfrage gibt. Das ist ja das Schöne an der Marktwirtschaft: Unternehmen, die nicht vom Staat abhängen, überleben nur, wenn sie die Bedürfnisse der Bürger befriedigen. Wenn aber ein Verlag merkt, dass mit den üblichen Mainstream-Geschichten genauso viel Auflage zu machen ist, wie mit kritischeren Geschichten, macht es gar keinen Sinn so ein hohes Risiko einzugehen.

Was viele übersehen: Es ist gar nicht notwendigerweise eine große Medienverschwörung nötig, damit solche kritischen Geschichten nicht kommen, gerade bei Großereignissen. Jeder hat nämlich Angst sich mit den nächsten Hitler-Tagebüchern zu blamieren. Der Alltag in einer Redaktion läuft so: In der Redaktionskonferenz werden die Geschichten vorgeschlagen und sofort von der Runde kritisiert. Da hat jeder Angst sich zu blamieren. Und gerade so unglaubliche Geschichten wie Klimaschwindel oder 911 haben es da schwer. Es kommt sofort die Kritik: So ein Quatsch, sowas würde doch sofort rauskommen, zu viele Mitwisser usw… Erst wer sich jahrelang damit beschäftigt, kommt irgendwann zu der Überzeugung, dass da etwas nicht stimmt. Diese Zeit haben die Chefredakteure gar nicht.

Ich habe das Thema viele tausend Stunden lang recherchiert und auch jedem meiner Kollegen davon erzählt. Ich gelte aber in der Redaktion deshalb als „Spinner“ (wörtliches Zitat von der Focus Weihnachtsfeier). Die meisten Kollegen glauben mir nicht, obwohl Ihnen keiner befohlen hat, die offizielle Verschwörungstheorie zu schlucken. Nun liegt es zufällig in meinem Charakter, dass es mir egal ist, ob mich andere für verrückt halten, solange es nicht mein Hausarzt ist. Den meisten Redakteuren ist es aber nicht egal, was der Chef von Ihnen hält.

Genau deshalb ist es wichtig, dass sich solche Geschichten auch verkaufen. Denn wenn ein Chefredakteur schon einmal das Risiko eingeht sich und das Blatt in Verruf zu bringen und dann interessiert es die Leser nicht mal, dann lässt er es eben ganz. Ich möchte mich auch bei jedem alternativen Medium bedanken das diesen Artikel hier verlinkt. Manche lehnten das bei der Klimagate-Story mit der kruden Begründung ab, das wäre ja Werbung für Focus Money. Da beschwert man sich also jahrelang, dass die Mainstream-Medien nichts bringen und wenn es dann soweit ist, wird es ignoriert.

Es ist in erster Linie Werbung für die alternativen Medien, die das schon immer gesagt haben. Damit steigt doch die Glaubwürdigkeit dieser Medien. Die Gewinn- und Verlust-Rechnung von Focus tangiert das nicht, ob sich dieses eine Heft mehr oder weniger verkauft. Aber es könnte Druck aufbauen, öfter mal über den Tellerrand hinauszusehen. Also schwingt euch auf und legt mal 3,20 Euro für die Wahrheit hin, statt sich immer nur zu beschweren und schreibt dann auch Leserbriefe. Die werden alle gelesen!

Und hier der ganze Artikel:

Wir glauben euch nicht

Neue Runde Islamkonferenz und Necla Kelek weiß mal wieder am besten Bescheid

Neue Runde Islamkonferenz und Necla Kelek weiß mal wieder am besten Bescheid

Eine neue Runde der “Deutschen Islam-Konferenz” ist gestartet. Die ganze Veranstaltung betrachte ich mit sehr gemischten Gefühlen – einmal weil sie weiterhin so tut, als sei der Islam eine reine Einwandererreligion – die Bedürfnisse von deutschen Muslimen – also die ganz ohne Migrationshintergrund – werden überhaupt nicht angesprochen und sowieso sind nicht-organisierte Muslime nicht vertreten, sowie auch die shiitische Konfession nicht vertreten ist. Dann dürfen dort ausgesprochene Islamfeinde mitmachen – nichts gegen Kritik, aber wer sich unter die Hassprediger mischt und Persönliches nicht von Fachlichem trennen kann, sollte dort nicht sitzen.

So wie Necla Kelek, mit der man mittlerweile gar nicht mehr vernünftig reden kann.

….Bundesinnenminister de Maizière leitete mit der Rede die zweite Stufe der Islamkonferenz ein, in der es eher um theoretische Fragen wie Religionsunterricht, Gleichbehandlung von Mann und Frau sowie Jungen und Mädchen geht. Ein Tummelplatz für diejenigen, die sich darauf eingeschossen haben und ihre persönlichen Lebenserfahrungen auf die gesamte muslimische Gesellschaft überstülpen.

Wissen sie noch? Eine Necla Kelek die in ihrer Promotionsarbeit mit dem Titel “„Islam im Alltag” aus dem Jahr 2002, in Deutschland lebenden jungen Muslimen ein individualisiertes Verhältnis zur Religion attestierte, das sie befähige, die religiöse Praxis zu modifizieren und nach subjektiven Maßstäben ihrer Lebenssituation anzupassen. Davon ist nichts mehr übrig geblieben, nur der Wandel von einer nüchternen Beobachterin zur eisenharten Islamkritikerin schlechthin. Die Sporen konnte sich Necla Kelek mit der Promotionsarbeit nicht verdienen. Drei Jahre später legte sie eine vollkommen andere Sicht der Dinge mit dem Buch “Die fremde Braut” hin. Darin knetete Kelek ihre frühen Kindheits- und Jugenderinnerungen hinein, die durch den eigenen archaischen Vater geprägt wurden. Heute müssen wir uns mit der Verhaltensstörung auseinandersetzen, die uns dieser Vater eingebrockt hat. Alle Muslime zusammen versteht sich. Eine Herkules-Aufgabe, wenn man bedenkt, dass sie genau dem Klientel ins Profil passt, das sich mit dem Steckenpferd Islam sowieso “kritisch” beschäftigt. Ganzer Artikel bei turkish-press

Hier gehts zur Islamkonferenz

Türkei: Putschpläne, Ärzteproteste und Tabakarbeiteraufruhr

Türkei: Putschpläne, Ärzteproteste und Tabakarbeiteraufruhr

Nachrichten aus der Türkei, die wir hier kaum mitbekommen, die Regierung von Tayyip Erdogan hat wirklich so einiges zu stemmen. Gerade hat das türkische Verfassungsgericht verboten, das Angehörige des Militärs vor zivilen Gerichten angeklagt und verurteilt werden können (z.B. hier nachzulesen) – wohlgemerkt: Militärangehörige die Putsch- und Terrorpläne gegen ihre eigene Bevölkerung ausgeheckt oder schon ausgeführt haben, da wird ein neuer Putschplan bekannt:

Die linksliberale Tageszeitung TARAF sorgte mit einer gestern auf der Titelseite erschienenem Artikel für großes Aufsehen. Die TARAF veröffentlichte einen Artikel von Mehmet Baransu, in der ein Putschplan mit der Unterschrift des ehemaligen General der 1. Armee Cetin Dogan in sämtlichen Details aufgelistet wird. Baransu zufolge, habe er den Plan selbst gesehen. Dem Plan zufolge sollten in der Fatih- und Beyazit-Moschee an einem Freitag ein Bombenanschlag stattfinden, in der Ägäis ein türkischer Militärjet abgeschossen und die AKP-Regierung als Initiator verdächtigt werden. Mit dem Plan sollte Chaos verursacht und weitere Schritte unter dem Codenamen “Hammer” eingeleitet werden, mit dem Ziel ein Regimewechsel einzuleiten.

Der sogenannte Putschplan wurde auch heute Thema in der TARAF. In der heutigen Ausgabe behauptet die TARAF, dass in dem Plan auch davon die Rede ist, über 200 000 Verdächtige Gegner in Stadien zu sammeln. Ausserdem sollten Redakteure von namhaften Printmedien verhaftet, andere für den Plan eingespannt werden. In dem Plan sollen auch Namen von über 800 Personen aufgeführt sein, die in den Plänen berücksichtigt sein sollen. Die Belege dafür seine auf 5 000 Seiten notiert, teilweise handschriftlich. Ausserdem seien noch Tonbandaufnahmen vorhanden. Baransu werde diese Belege von der Generalstaatsanwaltschaft anfordern lassen, teilte die Zeitung heute mit.

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Von diesen Geschichten bekommen wir hier noch ein bisschen mit – Erdogan muss alle Kräfte zusammennehmen, um das Militär, das meint, das Volk habe ihm zu dienen und nicht umgekehrt – in seine Schranken zu weisen. Wovon wir gar nichts hören sind andere “kleine” Reformen. Beispielsweise:

  • Krankenhausärzte brauchten bis vor kurzem nur 4 Stunden ihres Arbeitstages in der Klinik verbringen. Die restliche Zeit durften sie privat praktizieren. Ergebnis: vielen Patienten wurde gesagt, man könne ihnen in der Klinik nicht helfen, sie sollten in die private Sprechstunde kommen. Dort – nach Bezahlung natürlich – wurde dann wieder eine Untersuchung empfohlen, die nur im Krankenhaus durchgeführt werden konnte. Natürlich auf Kosten der Krankenversicherung. Sehr lukrativ für die Ärzte und jetzt verboten, die gesamte Dienstzeit muss im Krankenhaus geleistet werden. Außerdem wurde die Praxis des “Messergeldes” verboten: eine Art Trinkgeld, dass die Ärzte vor Operationen eintrieben, durchaus ein paar Hundert Euro.

Die Klinikärzte verdienen als Berufsanfänger um die 3000 €  (nach ein paar Jahren mehr als der Ministerpräsident)

  • Die Tabakindustrie wurde bis vor ein paar Jahren subventioniert, nach Ende der Förderung wurden viele der bisher subventionierten Bauern mit Renten versorgt, die Arbeiter in den Lagern usw. wurden über zwei Jahre finanziert (eine Milliardensumme). Die Vorgabe war klar: diese Zahlungen laufen jetzt aus. Es gibt jetzt Demonstrationen und Proteste der betroffenen Angestellten, die nicht einsehen wollen, dass sie nicht dauerhaft für keine Arbeit bezahlt werden können. Mit dem Geld können eine Menge Schulen und Straßen gebaut werden.

Von diesen Ereignissen hören wir nur durch die türkischsprachigen Medien, aber ich wollte mal wieder mitteilen, was sich so ereignet in der Türkei. Weiterhin wird gekämpft gegen militärischen Einfluss auf die Politik, gegen Korruption und alte Günstlingswirtschaft. Dass die bisherigen Ergebnisse dem Volk gut tun, hab ich schon öfters berichtet. So Gott will geht es weiter voran.