Folgender Text ist zuerst im Muslim-Journal 02/09 erschienen.
Das copyright liegt ausschließlich bei mir, anderweitige Veröffentlichung, auch in Teilen nur mit meiner Erlaubnis.
Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Barmherzigen
Dies ist meine Liebeserklärung an Dich, Rasulullah! Friede und Segen sei mit Dir.
Du bist in einem Jahr geboren, in dem Deine Heimatstadt in großer Gefahr war,angegriffen zu werden, von einem Heer, dass sogar mit einem Elefanten ausgestattetwar, etwas das noch niemals vorgekommen war. Aber ein Wunder geschah und das Heermusste umkehren, so dass Deine Geburt in Sicherheit stattfinden konnte.
Für Deine Mutter war es trotzdem schwer, denn Dein Vater ist schon vor DeinerGeburt verstorben, so dass sie so jung schon Witwe wurde. Obwohl sie zu dem in Mekka angesehenen Stamm der Quraisch gehörte, war sie doch arm. Schweren Herzens hat sie Dich nach einer Weile in eine Pflegefamilie der Beduinen gegeben, wie es üblich war. Du solltest in gesünderer Umgebung aufwachsen und das naturverbundene Leben dort kennenlernen.
Es war nicht einfach, eine Pflegefamilie zu finden, da Du die Milch einiger Ammen ablehntest, bis dann Halima gefunden war.
Deine Milchmutter und ihre Familie sorgten gut für Dich und obwohl sie auch immer arm gewesen waren, gediehen ihre Angelegenheiten auf einmal wunderbar.
Ihre Tiere fanden Futter, wenn alle anderen schon keines mehr hatten und vermehrten sich, so dass sie zu Wohlstand gelangten.
Du bist gesund herangewachsen und hast gelernt, die Tiere zu hüten.
Ich stelle mir vor, wie Du mit den Ziegen und Schafen spielst, über ihre Nasen streichelst und ihr Fell kämmst. Ganz bestimmt sind sie Dir gut gefolgt und waren sehr zutraulich. Tiere haben einen starken Instinkt dafür, wer es gut mit ihnen meint.
Überhaupt: wie magst Du als kleines Kind gewesen sein?
Bestimmt hast Du Deine Mutter sehr vermisst, schließlich hat sie Dich in ihrem Bauch getragen und einige Monate gestillt und versorgt. Aber Deine Milchmutter hat sich sicherlich sehr liebevoll um Dich gekümmert. Bestimmt wurdest Du viel getragen und Deine Bedürfnisse erfüllt. Und als Du laufen lerntest, waren Kinder um Dich herum und Du warst Teil einer großen Familie.
Ob der Charakter, den Du später zeigtest, schon sichtbar war? Dein freundliches und mitfühlendes Wesen, Dein Respekt vor anderen Menschen? Ob Du schon gespürt hast, dass in Deinem Leben viel von Dir verlangt werden würde, Du aber auch Großes bewirken würdest und Erfahrungen machen, wie sie kaum einem Menschen vergönnt sind? Ich denke mir, dass Du schon damals in der tiefen Gewissheit gelebt hast, dass Allah immer bei Dir ist.
Dass Du ein sehr ausgelassenes Kind gewesen bist, kann ich mir kaum vorstellen, denn später sah man Dich niemals lauthals lachen-auch wenn Du einen liebevollen Humor gehabt hast.
Es ist schön sich vorzustellen, dass Du in Deiner Kindheit unbeschwerte Momente gehabt hast, mit Freunden gespielt und Deine Kräfte gemessen hast.
Als Du dem Kleinkindalter entwachsen warst, bis Du zu Deiner Mutter zurückgekehrt.
Leider war die Wiedersehensfreude kurz, denn nachdem ihr gemeinsam das Grab
Deines Vaters besucht hattet, ist sie gestorben.
Wie traurig muss das für Dich gewesen sein!
Jetzt warst Du Vollwaise, gerade mal fünf oder sechs Jahre alt.
Niemals hast Du vergessen, wie es Deinen Eltern ergangen ist und immer hast Du Dich um Witwen und Waisen gekümmert.
Du hattest einen lieben Großvater, der Dich aufgenommen und sich um Dich gekümmert hat. Aber Mutterliebe wie Du sie erfahren hast, kann niemand ersetzen. Deine Kindheit war wohl mit diesem Verlust vorbei.
Nicht lange danach hast Du auch den Großvater verloren und bist zu Deinem Onkel Abu Talib gezogen.
Dieser wurde für viele viele Jahre Dein treuer Beschützer. Hier hast Du dann auch Deine Berufsausbildung begonnen, indem Du ihn auf seinen Handelsreisen begleitet hast.
Dabei hast Du viel von der Welt gesehen und über die Menschen gelernt. Es gab Personen, denen schon damals bewusst wurde, dass Dir eine besondere Zukunft bevor stand. Schon in diesen jungen Jahren hattest Du das Bedürfnis, Dich hin und wieder für eine Zeit zurückzuziehen und zu fasten und zu beten.
Respektiert wurdest Du von allen, selbst von denen, die mit Deiner Familie in Unfrieden lebten.
“Der Zuverlässige” hat man Dich genannt und Dir ohne Bedenken Wertgegenstände anvertraut, wenn man auf Reisen ging. Und als Friedensstifter hast Du Dich bewährt, als die Familien sich stritten, wer bei der Renovierung der Kaaba, den schwarzen Stein einsetzen durfte. Du fandest eine Lösung, mit der alle zufrieden waren.
Dich hat allerdings vieles in Deiner Heimatstadt gestört. Du hast gehasst, dass die Menschen zu den Götzen in der Kaaba beteten-selber hast Du immer den einen, allmächtigen Gott angebetet.
Und die Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft haben Deinem Herzen weh getan. Wer nicht das Glück hatte, zu einer wohlhabenden Familie zu gehören, konnte keine Barmherzigkeit erwarten. Frauen und Waisen hatte keine Rechte, neugeborene Mädchen konnten straflos lebendig begraben werden.
Nur wer reich war, oder wenigstens reiche Verwandte hatte, konnte Respekt erwarten.
Dein junges Herz hatte früh Schmerzen erfahren und das hat Dich nicht bitter gemacht, sondern das Mitgefühl zu anderen Menschen in Dir geweckt.
Als jung erwachsener Mann fandest Du eine Anstellung bei einer außergewöhnlichen Frau, Chadidscha. Sie war eine der wenigen Frauen in dieser Gesellschaft, die sich durchgesetzt hatte und eine eigene Handelsfirma führte. Dabei hat sie sich noch um Kinder gekümmert-wir wissen nicht ganz sicher, ob es Pflegekinder waren, oder ob sie verwitwet war. Jedenfalls war sie tatkräftig und dabei sehr gutherzig und großzügig gegenüber den Armen, geschätzt in der Gesellschaft Mekkas. Sie lehnte viele Heiratsanträge aus der Oberschicht ab, so dass die Leute sich wunderten, wen sie wohl mal heiraten würde. Chadidscha gehörte auch zu den wenigen Menschen in Mekka, die den Polytheismus ablehnten.
Deine Tätigkeit bei Chadidscha war sehr erfolgreich und nachdem sie eine Weile beobachtet hatte, wie zuverlässig Du gearbeitet hast und wie vollkommen Dein Charakter war, ließ sie Dich über eine Vermittlerin wissen, dass sie Deinen Heiratsantrag gerne annehmen würde.
Auch Du warst glücklich, Deine Partnerin gefunden zu haben und Eure Ehe war wirklich gesegnet.
Bei der Heirat warst Du, soweit wir wissen, 25 Jahre alt und Deine Frau einige Jahre älter.
Die geschäftlichen Aktivitäten hat sie nach der Heirat reduziert und sich noch mehr der Hilfe für die Bedürftigen gewidmet. Zwei Söhne bekamt Ihr zusammen, die zu Eurem großen Schmerz früh verstorben sind.
Ein großer Trost war es für Dich, den jungen Ali ibn Abi Talib bei Euch aufzunehmen, Sohn Deines fürsorglichen Onkels. Ob Du damals geahnt hast, welche Zukunft Euch bevorstand?
Ya Rasulullah, im Zusammenleben mit Deiner Frau fandest Du ein eigenes wirkliches Heim, etwas dass Du zuvor nicht besessen hattest, eine Partnerin, mit der Du Deine Gedanken und Deine Zärtlichkeit teilen konntest, und die Dir viele Jahre loyal zur Seite stand. Dein Leben fand für einige Zeit zur Ruhe-ich denke Allah hat Dir das geschenkt, damit Du Kraft sammeln konntest.
Es blieb Dir Zeit Deiner Gewohnheit nachzugehen, Dich in die Einsamkeit zurückzuziehen um zu Gott zu sprechen. Als Du 40 Jahre alt warst, erfuhr Dein Leben die Wende, die für uns alle so bedeutend war. Du hieltest Dich in der Höhle Hira auf, es war im Monat Ramadan, als Dir der Engel Gabriel erschien. Eine gewaltige Figur am Himmel, unbeschreiblich schön und mächtig. Und dieser Bote Gottes überbrachte Dir den heiligen Koran, Gottes abschließende Botschaft an die Menschheit, vollkommen zusammenfassend, was andere Gesandte in ihren heiligen Büchern überbracht hatten.
In dieser Nacht nahmst Du die Schrift in Dein Herz auf, Gott erteilte Dir den Auftrag, die Menschen zu lehren und seine Botschaft zu verbreiten. Nicht alles auf einmal, nein, über viele Jahre hast Du den Völkern Vers für Vers das Buch gebracht, so wie Allah es Dir sagte und es an der Zeit für die einzelnen Abschnitte war.
Aber zuerst zurück zu dieser Nacht. Wie magst Du Dich gefühlt haben? Ob Du jemals zuvor geahnt hast, welche riesige Aufgabe auf Dich gewartet hat? Ob Du Dich gefürchtet hast und Angst gehabt, zu versagen? Was muss es für ein Gefühl gewesen sein, diese Botschaft im Herzen zu tragen und zu bewahren? Sie zu kennen und zu wissen, welche Revolution das auslösen würde in Deinem Volk und in der ganzen Welt? Ya Muhammed, Dir wurde eine Verantwortung übertragen, die für uns normale Menschen unvorstellbar ist. Aber Du warst der Mensch, der dafür geeignet war und alle Prüfungen die Du bis dahin durchlebt hattest, waren Deine Vorbereitung darauf.
Deine Erschütterung war groß und Du eiltest nach Hause zu Deiner Frau, während sich auf dem Weg dorthin alle Geschöpfe, Pflanzen, Steine, Tiere vor Dir verneigten. Chadidscha nahm Dich in die Arme, deckte Dich zu, denn Du zittertest und sie war der erste Mensch, der von Deiner gewaltigen Aufgabe hörte – und sofort bekannte sie sich zum einzigen Gott und zu Dir als seinem Gesandten.
Somit war sie der erste Mensch, der den Islam annahm und es folgte ihr sogleich Dein Neffe Ali.
Du bist nicht unbedacht mit Deinem Auftrag umgegangen. Es dauerte eine längere Zeit, bis der Anlass kam, die nächste Sure zu verkünden und Du begannst langsam im Kreis Deiner Familie die Botschaft zu verbreiten. Erst die engeren Verwandten, nach und nach hast Du weitere Personen dazugeholt. Es begann sich in Mekka herumzusprechen, was Du den Menschen mitgeteilt hast – Botschaften über die Ehrfurcht vor Allah, Beschreibungen des Tages der Auferstehung, an dem wir alle vor Gottes Gericht treten werden, Verheißungen der Belohnungen für die Gottergebenen und Ankündigungen der Strafen für diejenigen, die diese Wahrheit nicht anerkennen wollen. Du machtest bekannt, dass vor Allah nicht zählt, welchem Stamm man angehört, wie viel Geld man verdient hat, ob man Mann oder Frau ist, ob man Sklave oder frei ist. Für Allah zählt das nicht, sondern nur, ob man sein Leben im Dienst Gottes verbringt, betet, fastet, den Armen spendet, sich redlich verhält und Seinen Geboten folgt. Kein Vermögen kann uns vor der Strafe Gottes retten, aber unser Glaube und unsere guten Taten können es.
Dabei ist Allah barmherzig mit uns und er braucht unsere Dienste nicht, sondern alles was er uns aufgibt hilft uns, uns weiter zu entwickeln
Muhammed, Allah hat Dich zu uns geschickt, damit Du uns diese Botschaft erläutern kannst, damit wir nicht aus Furcht und Kleinmütigkeit die Aufgabe verwerfen. Du hast uns gezeigt in vielen Beispielen aus Deinem Leben, wie wir Allah folgen können. Ohne Dein Vorbild würden wir von der Macht der Botschaft erschlagen sein – aber Du zeigst uns, dass der Islam eine Religion der Liebe und der Barmherzigkeit ist. Immer warst Du nachsichtig und geduldig mit den Schwachen, wieder und wieder hast Du uns vorgemacht, wie wir mit Gott und uns selber in Frieden und Erfüllung leben können. Dein Mitgefühl und Deine Fürsorge für andere sind unübertroffen und wir lieben Dich deshalb so sehr.
Du hast uns vermittelt, wie man schwere Prüfungen überstehen kann im Vertrauen auf Allah, denn die Zeiten die nun in Deinem Leben folgten, waren wirklich schwer, bei aller Erfüllung die sie brachten.
Die mekkanische Oberschicht, die nach und nach von Deiner Botschaft erfuhr, war darüber natürlich nicht erfreut, wurden doch die Schwachen der Gesellschaft, Frauen, die vorher rechtlos waren, Sklaven, die man ungestraft misshandeln konnte, Betrogene, die nun ihr Recht forderten, zunehmend selbstbewusster im Wissen, dass Allah auf ihrer Seite ist. Und Du hast Dich als unbestechlich erwiesen, man bot Dir Geld und Posten an – diese Menschen haben nicht verstanden, was Dich antrieb.
Man hat verbreitet, dass Du verrückt geworden seiest, oder besessen, man hat Dich ausgelacht, weil Ihr keine Kinder hattet, man hat Deine Anhänger gefoltert und bestraft. Man hat Dich versucht zu demütigen – was nicht gelingen kann bei einer Persönlichkeit wie Dir, aber was man Dir angetan hat war widerlich.Ich denke daran, wie man Dich mit Tiereingeweiden überschüttet hat, während Du im Gebet versunken warst. Die Gesellschaft fürchtete, dass die Geschäfte in Mekka schlechter gehen könnten, denn alljährlich fand ja die große Pilgerfahrt zur Kaaba und ihren Götzen statt.
Niemals hast Du Dich provozieren lassen von diesen Angriffen! Wenn doch heute die Muslime auch diese Seite von Dir sehen würden und bei allem Schmerz über Kränkungen die man Dir und uns zufügen will mit Bedacht handeln würden.
Allah hat Dir wieder einmal Trost und Stärkung geschickt. In einer langen Phase des Fastens, erlebtest Du die nächtliche Reise nach Jerusalem, Du hast Deine Vorgänger als Propheten leibhaftig gesehen und Allah hat Dich in den Himmel reisen und die Wunder des Paradieses kosten lassen. Nach diesen Erlebnissen, als Du zu Chadidscha zurückkehrtest, hast Du Deine Tochter Fatima, leuchtendes Vorbild von uns Frauen, gezeugt. Sie sollte die Mutter aller Deiner Nachkommen werden und Allah offenbarte Dir, dass die Linien Deiner Feinde aussterben würden.
Deine kleine Tochter hat in ihren ersten Lebensjahren schon viele Härten erfahren müssen, denn es kam dazu, dass die Muslime aus Mekka vertrieben wurden und mehrere Jahre in einem öden Wüstental verbrachten. Es wurde von der Obrigkeit verboten, Euch mit Lebensmitteln und Wasser zu versorgen und nur dem Mut und der Geschicklichkeit einiger Anhänger ist es zu verdanken, dass im Geheimen mit Allahs Hilfe trotzdem eine dürftige Versorgung sichergestellt wurde.
Da es Menschen gab, die zu schwach waren alle diese Härten zu überstehen, schicktest Du eine Gruppe von Muslimen nach Abessinien, dem heutigen Äthiopien, wo sie Asyl unter dem christlichen Negus fanden.
Als endlich der Boykott und die Vertreibung aufgehoben wurden, auch dank der Bemühungen Deines Onkels, an dem sich niemand traute sich zu vergreifen, konntet Ihr zurückkehren, aber es wartete die nächste große Prüfung auf Dich, denn in einem Jahr verstarben Dein Onkel und Deine so sehr geliebte Frau und Gefährtin vieler Jahre. Sie starb als arme Frau, denn ihr ganzes Vermögen hatte sie gespendet für Arme und für den Islam. Allah hat gesagt, er habe ihr ein Schloss im Paradies gebaut und in scha Allah lebt sie dort in Frieden und Glück.
Deine kleine Familie stand Dir weiterhin zur Seite, Deine Anhängerschaft wuchs, aber auch die Bedrohung durch Deine Feinde. So kam es dazu, dass Du darüber nachdenken musstest, mit Deiner Gemeinschaft die Heimat zu verlassen.
Aus Yathrib, das heute Medina heißt, erreichte Dich die Botschaft, dass man Euch gerne aufnehmen wollte. Du hattest einen solch guten Ruf als Friedensstifter, dass man hoffte, Du könntest die zerstrittenen Stämme in der Stadt versöhnen.
Gerade zur rechten Zeit konntet Ihr aus Mekka fliehen, denn es gab einen Mordanschlag auf Dich. Allah hat Dich davor bewahrt zu Schaden zu kommen und Dein treuer Neffe Ali täuschte die Mörder, indem er sich in Dein Bett legte.
Du konntest den Verfolgern mit Allahs Hilfe entkommen und Deine Gemeinschaft folgte Dir, beschimpft von den Mekkanern und unter Zurücklassung ihres Eigentums, dass man ihnen abnahm.
Eine ganz neue Phase Deines Lebens brach an, denn in Medina warst Du nicht alleine der Mahner und Verkünder von Allahs Botschaft, sondern hier wurdest Du zum Staatsgründer und -oberhaupt.
Viele Suren hast Du in jener Zeit hervorgebracht, die sich mit den Regeln des Zusammenlebens, der Gerichtsbarkeit, dem Völkerrecht beschäftigten.
Du musstest Kriege führen um die Bedrohungen durch Deine mekkanischen Feinde und deren Verbündete abzuwehren, Du hast viele schmerzliche Verluste erlitten, denn so viele Deiner Freunde und Anhänger kamen dabei zu Tode. Ob es noch schmerzlicher war zu erfahren, dass es auch Widerstand und Verrat gegen Dich gab, sogar aus dem Kreis Deiner ältesten Freunde und Verbündeten?
Wir wissen es nicht, nur dass Du weiter geduldig und gerecht bliebst und Dich niemals von blindem Zorn überwältigen ließest, Allah hat Euch Siege geschenkt, aber auch Niederlagen erfahren lassen.
Du lebtest weiterhin bescheiden, ja sogar in Armut, Kriegsbeute wurde unter Deine Anhänger verteilt.
Dein Umgang mit Kriegsgefangenen war so vorbildlich, dass wir uns heute schämen müssen, für das was wir Menschen antun-aber das ist nicht der einzige Grund uns zu schämen, wenn wir Dein Vorbild betrachten.
Glücklich warst Du darüber, dass Deine Tochter Fatima und Dein Neffe Ali füreinander bestimmt waren und Allah hat ihre Ehe im Himmel geschlossen. Sie brachten Dir Deine zwei wunderbaren und so geliebten Enkelsöhne, Hassan und Hussein – in Deiner Familie hast Du Deine Ruhe gefunden, Freude erlebt und einen Zusammenhalt, wie es ihn in keiner anderen Familie jemals wieder gegeben hat. Aus diesen Wurzeln sind unsere Imame entstanden, die in Deiner Nachfolge uns durch dieses Leben leiten und uns zeigen, wie Allah wünscht, das wir leben sollen, damit es auf dieser Erde Gerechtigkeit gibt und wir nach unserer Auferstehung eine Glückseligkeit erfahren können, die unvorstellbar ist.
Möge Allah Euch alle segnen für das, was Ihr für die Menschheit geleistet habt!
Du hast noch zwölf Ehen geschlossen, meistens um Witwen Deiner gefallenen Freunde zu versorgen oder um Verbindungen zu festigen. Darunter gab es zufriedene und schwierige Ehen, aber niemals wieder hast Du eine Gefährtin wie Chadidscha gefunden. Du warst zu Deinen Frauen liebevoll und gerecht, auch hier hast Du Dich niemals vom Zorn überwältigen lassen, auch wenn es Eifersucht und Streit unter ihnen gab.
Nach zehn Jahren in Medina haben Deine Feinde in Mekka aufgegeben und Ihr konntet in die Heimat zurückkehren. Unblutig habt Ihr die Stadt zurückerobert, niemandem wurde ein Leid getan. Viele traten zum Islam über, aber es gab überall auch Heuchler, die weiterhin dem Islam schaden wollten, einfacher wurde das Leben nicht.
Aber es ist Dir bestimmt eine Genugtuung gewesen, die Kaaba mit der Hilfe Alis von den Götzen zu befreien. Heute ist sie das Ziel der Pilgerfahrt aller Muslime.
Ya Muhammed-ich kann nicht alle Deine Wunder aufzählen, die Dir Allah ermöglicht hat, das größte davon der heilige Quran, das Buch in dem alles steht, was wir Menschen für ein wirklich menschenwürdiges Leben brauchen. Ich finde nicht die richtigen Worte Dich zu beschreiben, Du bester aller Menschen, Barmherzigkeit Gottes für die Welt. So viel Ungerechtes wird über Dich verbreitet-aber Du hast uns gelehrt geduldig zu sein, solange bis die Wahrheit siegen wird. Du hast uns beigebracht, dass alle Menschen vor Gott gleiche Möglichkeiten haben – nicht alle sind gleich am Ende ihres Lebens, aber wir alle haben die Aufgabe wahre Diener Gottes zu sein.
So wie Du es warst, Abdullah-Diener Gottes.
Du hast Deine Angelegenheiten geregelt und Ali als Deinen Nachfolger bestimmt. Leider haben wir erfahren müssen, dass man Dir nicht gehorcht hat. Wie schnell kehrte das Stammesdenken, dass der Islam doch vertreiben wollte, wieder zurück, wie schnell wurden die Gesetze verändert die Du gebracht hattest. Wie schnell geriet der wahre Islam in Vergessenheit, auch wenn es eine beispiellose Ausbreitung des islamischen Staates in den nächsten Jahrzehnten gab.
Aber Deine Nachkommen haben bewahrt was das Wesentliche ist. Nach Dir haben sie die Aufgabe übernommen, uns zu zeigen, was der heilige Koran wirklich bedeutet. Du hast sie mit Deiner Lebensweise darauf vorbereitet und ich danke Allah, dass er uns niemals ohne Vorbilder gelassen hat.
Als Du 63 Jahre alt warst, hast Du diese Welt verlassen. Wohl kaum ganz leichten Herzens, denn Du wusstest, was Deiner Tochter, Deinem treuen Schwiegersohn und Deinen Enkeln an schweren Prüfungen bevorstand.
Aber Du hast Deine Aufgabe vollendet und Allah hat Dich heimgeholt. Deine Anhänger grüßen Dich Rasulullah – in scha Allah kann auch ich einmal Dein Grab besuchen.
Möge Allah die Herzen aller Menschen für Deine Botschaft öffnen.



















