Verfasst von: meryemdeutschemuslima | 4. Juni 2009

Muslime und ihr Verhältnis zu Juden und Christen, Teil 1

Im Namen Gottes des Erbarmers, des Barmherzigen

Eine Diskussion die gerade auf \“Wahrheit graben\“ geführt wird und an der ich mich beteilige.

Ich habe dort bereits einige Zitate gebracht aus Koranauslegungen und auch aus der Bibel. Da das Thema jedoch immer wieder aufkommt und es schwierig ist, alles in den Kommentaren unterzubringen, möchte ich auch einiges dazu zusammenstellen.

Mein Verständnis dazu: Es gibt im Islam keine generelle Verunglimpfung von Juden und Christen, im Gegenteil diese genießen Ansehen als Besitzer heiliger Schriften. Alles was an harscher Kritik verteilt wird, betrifft einzelne Personen, Gruppen oder bezieht sich auf sündiges Verhalten.

Eine Form der Warnung, die genauso an Muslime gerichtet wird.

Trotzdem ist es leider nicht zu bestreiten, dass unter Muslimen Antisemitismus verbreitet ist, genauso wie Christen häufig als „Ungläubige“ bezeichnet werden. Geschichtlich erklärt sich das Erste nach meiner Meinung erstens aus der islamischen Frühgeschichte, in der es einige Kriege gegen jüdische Stämme gegeben hat. Allerdings nicht pauschal gegen Juden gerichtet, sondern als Konsequenz aus dem Bruch von Friedensverträgen und aus Verrat. Und in der neueren Geschichte spielt natürlich der Palästina Konflikt eine beherrschende Rolle.

Die Antipathie gegen Christen kann mit der Geschichte der Kreuzzüge zusammenhängen, vielleicht auch mit der Ablehnung die wiederum den Muslimen entgegengebracht wird.

Ich habe keine vollständigen Antworten auf all diese Fragen, in scha Allah erarbeite ich mit meinen Lesern nach und nach ein vollständigeres Bild. Hinweise und Kommentare in angemessenem Tonfall sind also sehr erwünscht, Verunglimpfungen werden nicht veröffentlicht.

Persönlich habe ich keine Schwierigkeiten mit Christen, es sei denn, dass sie meine Religion beschimpfen, und grundsätzlich auch nicht mit Juden, wobei sich das schwieriger gestaltet, da nach meinen Erfahrungen mit Juden hier, diese sich überwiegend auch als Zionisten bekennen. Rein religiös betrachtet, sind jedoch die einen wie die anderen mir als Muslima so fern nicht – im Gegenteil, seit ich überhaupt wieder zum Glauben zurückgefunden habe, verstehe ich beide besser.

Zuerst einmal eine Definition der Bezeichnung „Buchreligionen“ zu denen die Juden und Christen gezählt werden, ebenso wie die Zoroastrier und die Sabäer (eine allerdings untergegangene Religion).

Zu den „Leuten des Buches“ gehören diejenigen Gläubigen, deren Propheten,a.s., eine göttliche Offenbarung in Form einer Schrift erhalten haben. Das sind laut Koran:

  • die Thora des Propheten Musa (Moses), a.s.
  • die Psalmen des Propheten Davud (David), a.s. und
  • das Evangelium des Propheten Isa (Jesus), a.s.

Diese werden im Koran explizit erwähnt. Aber auch Ibrahim (Abraham), a.s., Stammvater der monotheistischen Religionen soll eine Schrift besessen haben (s. im Koran 87:19), sowie die Zorastrier ihr Avesta und die Sabäer eine Schrift unbekannten Namens.

Die Muslime erkennen die göttliche Herkunft dieser Schriften an, allerdings nur die originalen, unverfälschten Versionen, die verschollen sind. Deshalb ist die Diskussion über Verse daraus immer mit dem Vorbehalt der Verfälschung versehen, z.B. beim Thema der „Gottessohnschaft“ Jesu, a.s.

Trotzdem bleibt der Respekt vor den Gläubigen dieser Religionen bestehen.

Diejenigen, die glauben, und diejenigen, die Juden sind, und die Christen und die Säbier, all die, die an Gott und den Jüngsten Tag glauben und Gutes tun, erhalten ihren Lohn bei ihrem Herrn, sie haben nichts zu befürchten, und sie werden nicht traurig sein ( Heiliger Quran, 2:62).

Eine frühe Darstellung des Konfliktes zwischen den Religionen findet sich auch im Koran:

Die Juden sagen: „Die Christen haben keinen wahren Glauben.“ Die Christen sagen: „Die Juden haben keinen wahren Glauben.“ Dabei berufen sich diese und jene auf die (Heiligen) Schriften. Auch die unwissenden Araber, die die (Heiligen) Bücher nicht kennen, äußern sich ähnlich. Am Jüngsten Tag wird Gott zwischen ihnen über ihre Kontroversen urteilen (2:113)

Hier kann man sehen, dass sich Gottes Tadel an die Angehörigen aller Religionen richtet.

Soweit für den ersten Abschnitt, Quellen bis hierher:

Eslam.de -Online Islamlexikon

Koransuren im Übersetzungsvergleich


Antworten

  1. Ich schalte das mal frei, auch wenn ich es zu drei Themen bekommen habe und nicht recht weiß, was es mit dem Thema zu tun hat. Aber vielleicht steh ich ja gerade auf dem Schlauch. Meryem

    Sechs Gleichungen mit neun Unbekannten:

    (001) Wer die Erklärung dieser Worte findet, wird den Tod nicht schmecken.

    (044) Jesus sagte: Wer den Vater lästern wird, dem wird man vergeben; wer den Sohn lästern wird, dem wird man vergeben; wer aber den heiligen Geist lästern wird, dem wird man nicht vergeben, weder auf der Erde noch im Himmel.

    (055) Jesus sagte: Wer nicht seinen Vater hasst und seine Mutter, wird mir nicht Jünger sein können. Und wer seine Brüder nicht hasst und seine Schwestern und nicht sein Kreuz trägt wie ich, wird meiner nicht würdig sein.

    (105) Jesus sagte: Wer den Vater und die Mutter kennen wird, er wird Sohn der Hure genannt werden.

    (106) Jesus sagte: Wenn ihr die zwei zu einem macht, werdet ihr Söhne des Menschen werden. Und wenn ihr sagt: „Berg, hebe dich hinweg!“, wird er verschwinden.

    (113) Seine Jünger sagten zu ihm: „Das Königreich, an welchem Tag wird es kommen?“ Jesus sagte: „Es wird nicht kommen, wenn man Ausschau nach ihm hält. Man wird nicht sagen: „Siehe hier oder siehe dort“, sondern das Königreich des Vaters ist ausgebreitet über die Erde, und die Menschen sehen es nicht.“ ***

    Sinnvolle Lösung:

    Mutter = Summe aller Ersparnisse
    Hure = Finanzkapital
    Brüder und Schwestern = Sachkapitalien
    Berg = Rentabilitätshürde
    Tod = Liquiditätsfalle
    Vater = Kreditangebot
    Sohn = Kreditnachfrage
    heiliger Geist = umlaufgesichertes Geld
    Königreich = Natürliche Wirtschaftsordnung

    Selbst wenn wir uns nur auf die obigen sechs Gleichnisse aus dem Thomas-Evangelium beschränken – existiert noch eine andere Möglichkeit, diese sinnvoll zu interpretieren? Und wie hoch ist die Restwahrscheinlichkeit für eine alternative Interpretation, wenn 10, 20, 50, 100 Gleichnisse auf die gleiche Art einen Sinn ergeben?

    Wenn wir diese eine sinnvolle Interpretation als richtig ansehen, war der Prophet Jesus von Nazareth das größte Genie aller Zeiten, und er entdeckte tatsächlich die einzig denkbare Möglichkeit, wie Menschen wirklich zivilisiert zusammenleben können: das Grundprinzip der absoluten Gerechtigkeit als Basis für die ideale Gesellschaft.

    Wäre Jesus dagegen nur der moralisierende Wanderprediger gewesen, zu dem ihn die „heilige katholische Kirche“ machte, wüssten wir heute nicht einmal, dass es jemals einen Propheten dieses Namens gegeben hat! Denn die „Moral“ ist eine irrelevante Größe: solange es möglich ist, einen unverdienten Knappheitsgewinn auf Kosten der Mehrarbeit anderer (Frucht vom Baum der Erkenntnis) zu erzielen, weil eine fehlerhafte Geld- und Bodenordnung die Gesellschaft zwangsläufig in Zinsgewinner und Zinsverlierer unterteilt, wäre selbst dann, wenn alle Menschen grundehrlich und auch noch hyperintelligent wären, der nächste Krieg – zwecks umfassender Sachkapitalzerstörung – unvermeidlich. Andererseits: sind – durch eine konstruktive Geldumlaufsicherung und ein allgemeines Bodennutzungsrecht – leistungslose Kapitaleinkommen eigendynamisch eliminiert, bedeutet es prinzipiell das Beste für alle, wenn jeder Einzelne nur das Beste für sich anstrebt. Der Moralbegriff löst sich auf.

    Der Krieg konnte nur solange der Vater aller Dinge sein, wie es noch keine Atomwaffen gab!

    *** „Die Wirtschaftsordnung, von der hier die Rede ist, kann nur insofern eine natürliche genannt werden, da sie der Natur des Menschen angepasst ist. Es handelt sich also nicht um eine Ordnung, die sich etwa von selbst, als Naturprodukt einstellt. Eine solche Ordnung gibt es überhaupt nicht, denn immer ist die Ordnung, die wir uns geben, eine Tat, und zwar eine bewusste und gewollte Tat.“

    Silvio Gesell, Herbst 1918, Vorwort zur 3. Auflage der NWO

  2. Denn mal viel Erfolg und Spaß dabei … also beim Kochen, beim Marmeladekochen :-)

  3. Sure 4,89
    „Und wenn sie sich abkehren, dann ergreifet sie und tötet sie, wo immer ihr sie auffindet; und nehmet euch keinen von ihnen zum Freunde oder zum Helfer; „

    • auch ein aus dem Zusammenhang gerissener Vers, den ich bearbeiten werde

      • Du willst den Vers „bearbeiten“? :-)
        Interessant.

      • Sure 5, 51
        O die ihr glaubt! Nehmet nicht die Juden und die Christen zu Freunden. Sie sind Freunde gegeneinander. Und wer von euch sie zu Freunden nimmt, der gehört fürwahr zu ihnen. Wahrlich, Allah weist nicht dem Volk der Ungerechten den Weg

  4. Wirklich?
    Das Hadith widerspricht dem Koran aber nicht, weil der Koran uneindeutig ist.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Apostasie_im_Islam#Islamisches_Recht :
    Traditionelle Lehrmeinung

    Derjenige, der vom Islam abgefallen ist, wird Murtadd (Apostat) genannt. Nach dem klassischen islamischen Recht ist die Todesstrafe die allgemein anerkannte und in der Sunna des Propheten verankerte Strafe für Apostaten. Dabei beziehen sich die verschiedenen Rechtsschulen auf überlieferte Aussagen (hadith) des Propheten Mohammed, wie: „tötet denjenigen, der seine Religion wechselt“. Diese für die Verurteilung eines Apostaten maßgebliche Anweisung des Propheten wird schon im Muwatta’ des Malik ibn Anas im 8. Jahrhundert und in den kanonischen Hadithsammlungen der Traditionswissenschaft einstimmig überliefert.

    Der oben genannte Prophetenspruch bezieht sich ausschließlich auf den Abfall vom Islam, denn die Schari’a kümmert sich naturgemäß nicht um den Religionswechsel der Angehörigen der anderen monotheistischen Religionen. Mit Ausnahme der hanafitischen Rechtsschule ist nach historischer Rechtsauffassung auch die Apostatin zu töten; Schwangere aber erst nach der Niederkunft. Für Frauen ist bei den Hanafiten lebenslange Freiheitsstrafe vorgesehen.

    Ein Urteil des Fatwa-Ausschusses der Azhar über die Tötung von Apostaten (http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/thumb/a/aa/Rechtsgutachten_betr_Apostasie_im_Islam.jpg/180px-Rechtsgutachten_betr_Apostasie_im_Islam.jpg)

    Ein Rechtsgutachten (fatwa) des Fatwa-Ausschusses der Azhar, der renommiertesten Institution des sunnitischen Islam, über die Tötung von Apostaten aus dem Jahr 1978. Übersetzung des Originaldokumentes aus dem Arabischen:

    „al-Azhar. Fatwa-Ausschuss.
    Im Namen des barmherzigen und gnädigen Gottes.
    Frage des Herrn Ahmad Derwisch; er hat diese Frage durch Herrn (Name nicht sichtbar), deutscher Staatsangehörigkeit, vorgelegt:
    Ein Mann muslimischen Glaubens und ägyptischer Staatsangehörigkeit heiratete eine Frau christlichen Glaubens und deutscher Staatsangehörigkeit. In Übereinstimmung der Eheleute trat der genannte Muslim in die christliche Religion ein und schloss sich dem christlichen Glauben an.

    1. Was ist das Urteil des Islams über den Status dieser Person mit Hinblick auf die islamischen Strafen?
    2. Werden seine Kinder als Muslime oder als Christen angesehen? Was ist das Urteil?“

    Die Antwort:

    „Alles Lob gebührt Gott, dem Herrn der Welten. Segen und Friede sei mit dem Siegel der Propheten, unserem Herrn Muhammad, seiner Familie und allen seinen Gefährten.
    Hiermit erteilen wir Auskunft: Da er vom Islam abgefallen ist, wird er zur Reue aufgefordert. Zeigt er keine Reue, wird er islamrechtlich getötet.
    Was seine Kinder betrifft, so sind sie minderjährige Muslime. Nach ihrer Volljährigkeit, wenn sie im Islam verbleiben, sind sie Muslime. Verlassen sie den Islam, werden sie zur Reue aufgefordert. Zeigen sie keine Reue, werden sie getötet.
    Und Gott der Allerhöchste weiß es am besten.

    (unleserliche Unterschrift):
    Der Vorsitzende des Fatwa-Ausschusses in der Azhar.

    Datum: 23. September 1978

    Siegel mit Staatswappen: Die Arabische Republik Ägypten. Al-Azhar. Der Fatwa-Ausschuss in der Azhar.“

    • In der von Dir genannten Seite eslam.de wird gesagt:
      „Tatsächlich gibt es heute im Strafgesetzbuch nur der Länder, die Todesstrafe für Abgefallene [murtad], die maßgeblich von der Westlichen Welt aufgebaut wurden und/oder von diesen gestützt werden, wie z.B. Saudi-Arabien und Afghanistan. In der Islamischen Republik Iran ist es hingegen kein Straftatbestand.“

      Das ist 1. eine Schuldverschiebung (der Westen war Schuld) und 2. eine Lüge.

      „Im Iran gibt es derzeit eine regelrechte Verfolgungswelle mit zahlreichen Verhaftungen von Hausgemeindechristen. Der Islam ist im Iran Staatsreligion und alle Gesetze und Vorschriften müssen der offiziellen Interpretation der Scharia-Gesetze entsprechen. Demnach muss jeder Muslim, der den Islam verlässt und etwa Christ wird, mit dem Tod bestraft werden oder zurück zum Islam gebracht werden. Im September 2008 brachte das iranische Parlament ein Gesetz auf den Weg, wonach der „Abfall vom Islam“ auch rechtlich mit dem Tode bestraft werden kann. Bislang konnte das Gericht Gefängnis oder harte Arbeitsstrafen festsetzen.

      Die Verschlechterung der Religionsfreiheit für Christen begann 2004 mit dem Sieg konservativer Parteien. Im Juni 2005 folgte auf die Wahl des konservativen Hardliners Mahmud Ahmadinedschad zum Präsidenten eine neue Welle der Christenverfolgung. Präsident Ahmadinedschad bejubelte seinen Wahlsieg als neue islamische Revolution, die sich weltweit verbreiten könnte, und versprach feierlich die Wiederherstellung einer „islamischen Regierung“ im Iran.

      Ethnische Christen

      Armenische und assyrische Christen gehören zu den anerkannten religiösen Minderheiten, denen Religionsfreiheit garantiert wird. Dennoch berichten sie von Inhaftierungen, Repressionen und Diskriminierung wegen ihres christlichen Bekenntnisses. Religionswächter bespitzeln Gottesdienste traditioneller, genehmigter Kirchen auf der Suche nach Konvertiten. Traditionellen Christen ist es zudem verboten, Konvertiten zu unterstützen. Werden sie dennoch aufgenommen, droht die Schließung der Kirche. Verschiedene Gruppen, die zum Beispiel christliche Literatur anbieten, kamen ins Visier der Sicherheitsbehörden. Auf Christen, die in Gemeinden oder in einer Gebets- und Evangelisationsbewegung aktiv sind, wird Druck ausgeübt. Sie werden verhört, inhaftiert und nicht selten gefangenen genommen und geschlagen.

      Konvertiten aus dem Islam

      Bislang konnte lediglich nach dem islamischen Recht im Iran ein Muslim, der den Islam verlässt, um eine andere Religion anzunehmen, zum Tode verurteilt werden. Mit großer Mehrheit wurde nun bei einer ersten Lesung am 9. September 2008 im iranischen Parlament ein Gesetzentwurf gebilligt, wonach der Abfall vom Islam mit dem Tod bestraft werden soll. Rechtskräftig kann das Gesetz werden, wenn der islamische Wächterrat zugestimmt hat.

      Der Regierung ist das Wachstum der Kirche bewusst und will es aufhalten. Ehemalige Muslime, die Christen wurden, werden gesellschaftlich ausgegrenzt. Sie finden kaum eine Arbeitsstelle oder verlieren ihren Arbeitsplatz, wenn bekannt wird, dass sie Christen wurden. Konvertiten mit eigenem Gewerbe mangelt es an Kundschaft. Gefordert wird die Rückkehr zum Islam. Weil es den anerkannten Kirchen verboten ist, einem Gläubigen mit muslimischem Hintergrund beizustehen, zogen viele ethnische Gemeinden ihre Unterstützung für Glaubensgeschwister muslimischer Herkunft zurück. Konvertiten treffen sich daher in Hausgemeinden und gehen ein hohes Risiko ein, von den Beamten oder Religionswächtern entdeckt zu werden. Es heißt, die örtlichen Behörden im ganzen Land seien angewiesen worden, gegen alle Hausgemeinden hart vorzugehen.“

      • Hallo Markus,
        ich werde darauf im nächsten Abschnitt eingehen, allerdings schon mal der Hinweis, dass das Apostasie-Gesetz im Iran nicht in Kraft getreten ist, da der Wächterrat es blockiert.
        Ich habe vor einigen Wochen mit einem Gelehrten einer iranischen Behörde telefoniert, hab ich hier im blog auch beschrieben.

  5. Bei Dir steht was von einseitiger Schuld. Kreuzzüge und Ablehnung der Moslems als Faktor für die Antipathie gegen Christen. Habe ich als Zitat angeführt.

    Differenzierung? Gerne. Dann nenn’ doch mal die anderen Gründe für die „Antipathie“ – oder sollte ich lieber Feindschaft sagen? – einiger Moslems gegen überzeugte Christen. Dann können wir differenzieren.

    1453 war das Jahr, in dem Konstantinopel von den Türken belagert und dann schließlich eingenommen wurde.

    • Ich hab eine Vermutung geäußert Markus und keine Behauptung aufgestellt! Dass diese Kreuzzüge allerdings in der kollektiven Erinnerung festsitzen ist aber doch eine wahrscheinliche Ursache, genau wie das „christliche Abendland“ immer noch vor den Türken vor Wien zittert (die da islamisch betrachtet auch nichts zu suchen hatten). Wenn dann noch dazu kommt, dass ein amerikanischer Ex-Präsident einen neuen Kreuzzug ausruft, kommt das nicht so gut an.

      Oder gestern las ich was über die Pius-Brüder und ihre Schularbeit. Wertkonservativ betrachtet, sind wir doch gar nicht so weit auseinander. Aber dann nennen die ihr Jugendmaganzin „Kreuzritter“. Es beinhaltet dann eher so was wie unseren inneren „Dschihad“ – aber wenn wir ein Jugendmagazin so nennen würden, was gäbe das für ein Geschrei?

      Aus der früheren islamischen Geschichte erklären sich mir solche Abneigungen jedenfalls nicht, da gibt es eher Kontroversen mit den jüdischen Stämmen (in scha Allah komme ich dazu, das mal auseinanderzuklamüsern). Christen haben nicht eine so große Rolle gespielt damals, außer in Abessinien, wo die Muslime ja Asyl erhielten.

      Wenn man meine Religion allerdings als satanisch bezeichnet und meinen Propheten, s.a.s., als einen falschen, dann werde ich auch feindselig, auf diesem Niveau rede ich nicht. Und das ist noch harmlos, bei dem, was an Meinungen unterwegs ist.

      Hier in Bayern gehts mir aber ganz gut unter den praktizierenden Katholiken, einfach weil Glauben hier noch präsent ist.

      • … ein amerikanischer Ex-Präsident einen neuen Kreuzzug ausruft,
        … Aber dann nennen die ihr Jugendmagazin “Kreuzritter”
        … Wenn man meine Religion allerdings als satanisch bezeichnet
        … und meinen Propheten als einen falschen,
        … Und das ist noch harmlos, bei dem, was an Meinungen unterwegs ist.

        Das sind also Deine Gründe für z.B. Verfolgungen von Christen in arabischen Ländern?
        Mal abgesehen davon, dass diese o.g. Dinge nicht ok sind: Sind das die ausreichenden und wirklich echten Gründe dafür?

        Das sind doch einzelne Geschehnisse und nicht Ausdruck einer Gesamtmeinung der Christen. Wenn jemand von neuen Kreuzzügen spricht oder sein Magazin so nennt, dann schütteln 99% aller Christen nur den Kopf.
        Oder die Religion des Islam beleidigt, dann geht das den meisten gegen den Strich.

        Aber wie kommt es z.B. zu so etwas:

        Auch Achmed floh aus seinem Elternhaus in den Süden Nigerias. – „Heute lebe ich im Untergrund, weil ich Christ bin“, beginnt er seine Lebensgeschichte. „Bevor ich mich bekehrte, habe ich getrunken und gestohlen, aber seit ich Christus gefunden habe, hat sich mein Leben völlig verändert. Ein Pastor lehrte mich heimlich die Bibel. Eines Tages verriet ein Freund meinen Verwandten, dass ich nicht mehr dem Islam folge. Polizisten kamen und verprügelten mich. Sie sperrten mich ein, folterten mich mit Tränengas und drohten, sollte ich meinem neuen Glauben nicht abschwören, mich an einem Baum zu erhängen. Doch Gott gab mir die Kraft, standhaft zu bleiben. Mein Onkel, der im Sudan lebt, erfuhr von meiner Bekehrung und sagte den Polizisten am Telefon, er werde Geld schicken, um Männer zu bezahlen, die mir die Kehle durchschneiden würden. Bei einer günstigen Gelegenheit gelang mir die Flucht aus dem Gefängnis.“

        oder sowas:

        In der Hauptstadt Kairo explodierte im Bezirk Zeitoun am 9. Mai eine Autobombe vor der bekannten St. Marys Church. Währenddessen fanden in der Kirche eine Hochzeit und eine Bibelstunde statt. Verletzt wurde niemand. Ein zweiter Sprengsatz wurde von der Polizei kontrolliert gezündet. Noch hat sich keine Gruppe oder Person zum Anschlag bekannt.

        Im oberägyptischen Minya wurde ein 21-jähriger Christ ohne Vorwarnung von drei Muslimen nach einem Gottesdienst vor einer Kirche niedergestochen. Girgis Y. kam mit schweren inneren Verletzungen ins Krankenhaus. Die drei Männer wurden in Untersuchungshaft genommen. Mamdouh Nakhla, Präsident des Al-Kalema-Zentrums für Menschenrechte, glaubt jedoch nicht an ihre Verurteilung. In den vergangenen 15 Jahres seines Engagements, so der Menschenrechtsaktivist, seien besonders in Minya alle Übergriffe auf Christen, darunter Mordanschläge, entweder straflos geblieben oder die Angeklagten wären entlastet bzw. zu Bewährungsstrafen verurteilt worden.

        Ägypten belegt auf dem Weltverfolgungsindex Platz 21 in der Liste der Länder, in denen Christen am meisten verfolgt werden. Von den 80 Millionen Einwohnern sind 88 Prozent Muslime und etwa 12 Prozent Christen, mehrheitlich orthodox. Der Islam ist Staatsreligion.

        Minya, mit der größten Gemeinschaft der Kopten in Ägypten (ca. 4 Millionen), gilt als Hochburg antichristlicher Gewalt. Laut dem Informationsdienst Compass Direct sei es in den vergangenen Monaten zu einer Welle von Verhaftungen von Christen gekommen, die ohne offizielle Anklage festgehalten und in Haft verprügelt und gefoltert werden. Entlassene Christen berichteten von Folter durch Elektroschocks. Die Polizei, besonders in ländlichen Gebieten Ägyptens, sei für ihre Brutalität gegen Gefangene bzw. der systematischen Einschüchterung der Bürger berüchtigt. Einheimische Kirchenleiter vermuten, der zunehmende Druck auf Christen sei eine Reaktion auf die gestiegene Zahl von Muslimen, die Christen wurden. Viele ehemalige Muslime bekehrten sich aufgrund christlicher Satelliten-TV- oder Radioprogramme.

  6. Die Antipathie gegen Christen kann mit der Geschichte der Kreuzzüge zusammenhängen, vielleicht auch mit der Ablehnung die wiederum den Muslimen entgegengebracht wird.

    Schon klar – die Christen sind ja selber Schuld. Die Moslems haben da gar nix falsch gemacht, im Koran steht auch nichts Abwertendes über Christen und Christenverfolgung gibt es in arabischen Ländern auch nicht.

    Warum laufen eigentlich immer mehr moslemische Jugendliche mit T-Shirts rum, auf denen „1453″ steht? Irgendeine Idee?

    • Oh Markus, von Dir erwarte ich mehr Differenzierung. Wie Du in scha Allah siehst, bemühe ich mich darum auch. Wo steht was von einseitiger Schuld?
      Ich hab noch niemanden mit einem solchen T-Shirt gesehen, aber Du hast sicherlich eine Erklärung dazu.

  7. Wo habe ich Verfolgung von Christen, egal in welchem Land, begründet oder gerechtfertigt Markus? Schreibe ich nicht gerade darüber, dass so etwas nicht zu rechtfertigen ist auf Basis unserer Religion?
    Es gibt keine koranische, irdische Strafe für den Übertritt aus dem Islam ins Christentum – darüber habe ich hier auch schon mit einem Glaubensbruder gestritten – und natürlich gibt es auch keine Erlaubnis für die Verfolgung von „geborenen“ Christen. Warum schreiten denn die USA als Land an deren Marionettenfäden die Ägypter zappeln nicht ein? Dann sind die doch wohl sonst zu nützlich.
    Warum lamentiere ich wohl über die mangelnde islamische Bildung, die dazu führt, dass solche Dinge geschehen? (nicht nur,ich tue im Rahmen meiner Möglichkeiten auch was dagegen, zusammen mit vielen engagierten Geschwistern).
    Was unsere Religionen lehren und was daraus gemacht wird, sind eben häufig verschiedene Dinge.

    Natürlich sind die Beschimpfungen die ich beschrieben habe Kleinigkeiten im Vergleich – aber wenn man sich mal durchliest, mit welchem Hass argumentiert wird, oder wenn man wie ich gelegentlich unter die Leute von „edit“ hier in München gerät – ich kann Dir sagen, die würden uns auch gerne umbringen, wenn sie nicht befürchten müssten, dann bestraft zu werden.

  8. Schreibe ich nicht gerade darüber, dass so etwas nicht zu rechtfertigen ist auf Basis unserer Religion?

    Wirklich nicht?

    Er ist’s (Allah), der seinen Gesandten (Mohammed) mit der Leitung und der Religion der Wahrheit entsandt hat, um sie über jede Religion siegreich zu machen, auch wenn es den Götzendienern zuwider ist.” (Heiliger Koran, Sure 61, Vers 9).

    Sure 98 Vers 6:“Siehe, die Ungläubigen vom Volke der Schrift (Anm.: gemeint sind Juden und Christen)…sie sind die schlechtesten aller Geschöpfe!”

    “Ungläubig sind gewiss diejenigen, die sagen: Christus, der Sohn Marias, ist Gott!” (Sure 5 Vers 17).

    Sure 3 Vers 19: Als einzig wahre Religion gilt bei Allah der Islam.”

    “Tötet denjenigen, der seine Religion wechselt!”,
    wird Mohammed in der Hadith (den Überlieferungen des Lebens Mohammeds) zitiert von dem medinensischen Gelehrten Malik ibn Anas in ‘al-Muwatta’

  9. siehe auch hier:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Glaubensfreiheit_im_Islam#Apostasie_und_Glaubensfreiheit

  10. Ein Hadith, der dem heiligen Quran widerspricht, kann niemals glaubwürdig sein.

    „Wer nun will, der soll glauben, und wer will, der soll ungläubig sein.“ (Heiliger Qur’an 18:29)

    „Eine angebliche Aufforderung des Propheten Muhammad (s.) „tötet denjenigen, der seine Religion wechselt“, wie sie von Malik ibn Anas in seinem Muwatta zitiert wird, wird nur von bestimmten Muslimen anerkannt. Bereits hierbei wird deutlich, dass jene Überlieferung auch von Sunniten angezweifelt wird, da z.B. nach Abu Hanifa sie für eine Frau nicht gelten soll.“

    ausführlich:

    http://www.eslam.de/begriffe/a/apostasie.htm

  11. Oh meine Güte..nun mal nicht spitzfindig, ich meine ich werde den Vers hier verwursten (ganz halal), ebenso wie die falsche Übersetzung von „Wali“. Nun mal sinnig, hin und wieder tu ich auch noch mal was anderes, Marmelade kochen z.B., wie es sich für eine gute muslimische Ehefrau gehört, :-)


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